Butenland

Fr 31. Januar 2020 · 19:30 Uhr: Vorpremiere mit Regisseur Marc Pierschel und Protagonist*innen Jan Gerde und Karin Mück

Ab Do 6. Februar im Wochenprogramm
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Zu Gast im Cinema:
Marc Pierschel, geboren 1978 in Hildesheim, studierte Soziologie und Kulturwissenschaften in Münster. 2009 realisierte er seinen ersten Film EDGE – perspectives on drug free culture. 2013 folgte mit Live and Let Live ein Dokumentarfilm über das Mensch-Tier-Verhältnis und die Geschichte der veganen Bewegung, der 2016 international auf Netflix erschien. In The End of Meat, zu 80% über Crowdfunding finanziert, setzt Pierschel die Ideen und Überlegungen aus Live and Let Live fort und fragt nach dem Entwurf einer fleischlosen Welt. Sein vierter abendfüllender Kinodokumentarfilm BUTENLAND wurde mit dem Granit Dokumentarfilmpreis auf den Hofer Filmtagen ausgezeichnet.

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Gibt es ein anderes Miteinander für Tier und Mensch? Ein zärtlicher Film, der uns einlädt anders zu denken.

Als Milchbauer in dritter Generation versorgt Jan Gerdes auf seinem Hof im Norden Deutschlands dreißig Kühe und verkauft erfolgreich Biomilch und Käse. Doch er hadert mit seinem Gewissen, als er seine Kühe bei sinkender Milchleistung an den Schlachthof verkaufen muss. Nach Burnout und Scheidung trifft er den Entschluss, seinen Hof aufzugeben. An dem Tag als alle Kühe zum Schlachthof gebracht werden sollen, fehlt der Platz für die letzten zwölf. Anstatt einen neuen Transport zu bestellen, fassen er und seine Partnerin Karin Mück den Entschluss, die Kühe auf dem Hof zu behalten. Es ist die Geburtsstunde von Hof Butenland.

Anfang der 80er Jahre zählt Karin zu den ersten Tierbefreier*innen, die Hunde, Katzen, Affen und andere Tiere aus Versuchslaboren retten und die Zustände dort öffentlich machen. Bis sie bei einer Aktion von einem Sondereinsatzkommando verhaftet und als Mitglied einer terroristischen Vereinigung angeklagt wird. Nach 5-wöchiger Isolationshaft wird Karin zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Paul sollte im Alter von zwei Monaten wegen einer Kälbergrippe geschlachtet werden, Uschi weil sie sich weigerte, gemolken zu werden und Lillja überlebte die Geburt ihres ersten Kalbes fast nicht. Auf Butenland leben sie heute zusammen mit vielen anderen ehemaligen Nutztieren auf Augenhöhe mit den Menschen - ohne einen Nutzen erfüllen zu müssen. Ein friedliches Miteinander, das fast schon utopisch erscheint.

Jan Gerdes und Karin Mück entwerfen mit ihrem Projekt ein Gegenmodell zur Nutztierhaltung, bei dem die Bedürfnisse der Tiere im Mittelpunkt stehen, fernab jeglicher wirtschaftlicher Interessen. Filmemacher Marc Pierschel hat die beiden auf Hof Butenland über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren mit der Kamera begleitet. Das intime Porträt zeigt zwei Menschen, die sich für Tiere einsetzen, hält Momente des Glücks und der Trauer fest, und hinterfragt den gegenwärtigen Status von Nutztieren in unserer Gesellschaft.

Deutschland 2019 · R, Db & K: Marc Pierschel • Mit Jan Gerdes, Karin Mück, Oliver Janssens u.a. · 82'

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