männernetzwerk münster – Filmbetrachtungen: „Männer als Opfer“

Härte

Mo 16. März 2020 · 20:00 Uhr
Mit anschl. Gespräch unter Leitung von Sebastian Aperdannier

Als Andreas Marquardt noch Kind war, wurde er vom Vater mit kaltem Wasser übergossen und auf den Balkon gestellt. Ein anderes Mal zerquetschte er ihm die Hand, bis die Knochen brachen. Die Mutter begann, den Sohn über viele Jahre sexuell zu missbrauchen, und formulierte ihren jahrelangen Besitzanspruch in dem Satz: „Dein Schwanz gehört mir.“ Eine Kindheitshölle also.

Rosa von Praunheim verfilmt in semidokumentarischem Stil die wahre Geschichte des Andreas Marquart, der einer der brutalsten Schläger und Zuhälter Berlins wird. Einer, der sein „Hassprogramm gegen Frauen“ fährt, der sich mit Härte panzert und schließlich für acht Jahre im Knast landet, bevor er wieder aufersteht, sich therapeutisch seinen Traumata stellt und heute, als ehemaliger Karateweltmeister, Kinder und Jugendliche trainiert, um sie stark und selbstbewusst zu machen gegen Übergrifflichkeiten jeglicher Art.

Deutschland 2015 · R: Rosa von Praunheim · Db: Rosa von Praunheim, Nico Woche, Jürgen Lemke · K: Nicolai Zörn, Elfi Mikesch • Mit Hanno Koffler, Luise Heyer, Katy Karrenbauer, Andreas Marquardt u.a. · ab 16 J. · 93'

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männernetzwerk münster zeigt „Helden“

Das männer netzwerk münster ist ein Zusammenschluss von männlichen Fachkräften, die in ihren Organisationen mit männerspezifischen Themen befasst sind. Das männer netzwerk münster will einen differenzierten Blick auf die Lebenslagen, Bedürfnisse und Herausforderungen von Männern werfen. Es will die Gleichstellung von Männern und Frauen und eine geschlechtsspezifische Betrachtungsund Arbeitsweise fördern.

In der bereits 4. Auflage der Filmreihe „Mann im Film“ des männer netzwerk münster in Kooperation mit dem Cinema geht es um ein gesellschaftlich nach wie vor tabubehaftetes Thema:

Männer als Opfer
„Männer als Opfer“ scheint in sich schon ein Widerspruch zu sein, dabei wird die Realität, dass Jungen und Männer in hohem Maße Opfererfahrungen machen, ausgeblendet. Jungen und Männer werden eher mit dem Attribut „Täter“ verbunden. So erleben männliche Jugendliche in der Gruppe der Gleichaltrigen häufig Gewalt, ohne dass sie sich selbst als Opfer bezeichnen würden. Opfer zu sein, entspricht nicht dem männlichen Selbstbild.

Jungen und Männern fällt es häufig schwer, sich selbst als Opfer von Gewalt oder von Grenzüberschreitungen gegen sich zu sehen. Oft stehen im Vordergrund Gefühle wie Scham oder die Angst, nicht ernst genommen zu werden, als „unmännlich“ zu gelten.

Die Filmreihe zeigt Jungen und Männer mit sehr unterschiedlichen Opfererfahrungen und das Publikum begleitet die Hauptfiguren in ihrem Umgang damit. Die Radikalität, die Unterschiedlichkeit ist manchmal verstörend, manchmal erschreckend und doch tief berührend.

Nach jedem Film möchten wir uns für ca. 20 Minuten unter Anleitung von Sebastian Aperdannier austauschen und unterschiedliche Aspekte des Filmes zusammentragen. Wie in den letzten Jahren richtet sich die Einladung ausdrücklich an Männer und Frauen.

Die Termine:

Mo 17. Februar · 20:00 Uhr: Moonlight

Mo 16. März · 20:00 Uhr: Härte

Mo 20. April · 20:00 Uhr: Atlas

Flyer zum Download

Spielplan

Sonntag, 1. März 2020
20:15
Montag, 9. März 2020
18:30
20:45
Dienstag, 10. März 2020
18:30
Mittwoch, 11. März 2020
18:45
Montag, 16. März 2020
18:30
20:00
Montag, 23. März 2020
18:30
Mittwoch, 25. März 2020
18:30
Sonntag, 29. März 2020
19:30
Sonntag, 5. April 2020
18:30
Montag, 13. April 2020
11:00
Montag, 20. April 2020
20:00
Sonntag, 10. Mai 2020
20:15