Die Linse zeigt

Erased, Ascent of the Invisible

Mo 4. Juli 2022 · 18:30 Uhr

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Der essayistischen Dokumentarfilm setzt er sich mit den vielen Verschwundenen des Krieges auseinander

2014, an einer Mauer in Beirut kleben hunderte von Postern Schicht für Schicht übereinander. Werbetexte und zerrissene Bilder springen ins Auge: Wohnungen, Backwaren, Konzerte, Darlehen, Restaurants, Klempner, religiöse Fahrten für die Gläubigen … alles! Plötzlich in Mitten dieses Schutts ein Schimmer: das unvollständige Bild eines Gesichts. Nur ein Schnurrbart, die Spur eines Lächelns, ein Kinn und ein Teil eines Ohrs. Auch zu sehen auf dem Bild sind Fragmente einer schwarzen Lederjacke. Ein Vagabund mit einem Bleistift beginnt den Rest des Gesichts zu heilen, die fehlenden Gesichtszüge zu restaurieren. „Das Bild eines Mannes, dessen Gesichtszüge bestechend waren, nahm vor mir Gestalt an! Aber wer ist dieser Mann?“ Auf seiner unruhigen Reise durch Beirut setzen verschiedene Begegnungen und Vorkommnisse den Vagabunden zurück auf seine Fährte, die Spur der Menschen, die im libanesischen Bürgerkrieg verschwunden sind. Aber der Vagabund begegnet einer Stadt, die alles daran setzt, die Spuren unwiederbringlich auszulöschen.

Regisseur Ghassan Halwani lebt und arbeitet in Beirut. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit fokussiert seine Arbeit auf den öffentlichen und politischen Bereich. Derzeit arbeitet er an der Schaffung eines nationalen Archivs über die zwangsweise Verschwundenen im Libanon mit.

TIRSS, RIHLAT AL SOU’OUD ILA AL MAR’I · Libanon 2018 · R, Db & K: Ghassan Halwani, Inka Dewitz, Carine Doumit, Joan Chaker u.a. · engl./arab.OmU · 76'

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Öffnungszeiten der Kinokasse
immer 15 Minuten vor der ersten Vorstellung.

Montag & Dienstag ab ~16:00 Uhr
Mittwoch bis Samstag ab ~15:00 Uhr
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Eintrittspreise
Montag bis Donnerstag
€ 8,00 / erm. € 7,00
Treue € 7,00 / Treue erm. € 6,00

Freitag bis Sonntag & an/vor Feiertagen
€ 9,00 / € 7,50 Euro
Treue € 7,50 / Treue erm. € 6,50

unter 16 J.: € 5,50
Kino für Kinder: € 5,00
Soli-Preis: zzgl. € 2,00
Arthouse-Sneak: € 5,00

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Libanon 1982

Von 1975 bis 1990 wird der Libanesische Bürgerkrieg datiert. Schon früh intervenierten syrische Truppen. 1982 griff erstmals die israelische Armee massiv in den Krieg ein. Bachir Gemayel wurde in dem gleichen Jahr zum Präsidenten gewählt und auch ermordet. Zwei Tage später verübten etwa 150 Milizionäre in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila ein Massaker. Wir zeigen sechs Filme, die sich mit dem Krieg und den Folgen beschäftigen.

Am 6. Juni jährt sich die israelische Libanoninvasion zum 40. Mal. Die israelische Armee griff 1982 direkt in den libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990) ein und veränderte seinen Verlauf. Die Invasion und vor allem die Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila wurden in der BRD hart diskutiert und stellten die noch junge Grüne Partei vor eine Zerreisprobe.

Der Bürgerkrieg stoppte 1990 mit einem Waffenstillstandabkommen, er wurde nie offiziell beendet und aufgearbeitet. Während mehrere israelische Spielfilme über die Traumata der an der Invasion beteiligten Soldaten in deutschen Kinos zu sehen waren, sind libanesische Filme, die sich den offenen Kriegswunden stellen weitgehend unbekannt. Es sind vor allem die Kinder des Krieges, die heute an sozialen und politischen Tabus rütteln und einen gesellschaftlichen Dialog fordern.

Die sechs mit zahlreichen internationalen Preisen gewürdigten Filme der Reihe, drei Spielfilme aus dem Libanon, Kanada und Israel sowie drei libanesische Dokumentarfilme, sind wie nahezu alle künstlerischen Werke zum Libanonkrieg autobiographisch und bilden ein ebenso schmerzhaftes wie warmherziges Kaleidoskop des Weiterlebens nach dem Krieg.

Irit Neidhardt | mec film (middle eastern cinemas)

Zusammen mit:

Spielplan

Freitag, 8. Juli 2022
18:00
Montag, 11. Juli 2022
20:45
Mittwoch, 13. Juli 2022
18:30
Montag, 18. Juli 2022
18:30
Mittwoch, 20. Juli 2022
18:30
22:15
Sonntag, 24. Juli 2022
11:00
Dienstag, 26. Juli 2022
18:30
Mittwoch, 27. Juli 2022
18:30
Montag, 1. August 2022
18:30
Dienstag, 2. August 2022
18:30
Mittwoch, 3. August 2022
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Montag, 8. August 2022
20:45
Mittwoch, 10. August 2022
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Montag, 15. August 2022
18:30
Mittwoch, 17. August 2022
18:30
Donnerstag, 18. August 2022
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Mittwoch, 24. August 2022
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Donnerstag, 25. August 2022
20:00
Sonntag, 28. August 2022
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Donnerstag, 1. September 2022
20:00
Donnerstag, 8. September 2022
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