Der Verein der Angehörigen psychisch Kranker Münster e.V. präsentiert Antistigma-Kampagne

Es ist normal verschieden zu sein

Das in unserer Gesellschaft immer noch verbreitete und sich gerade in Krisenzeiten verstärkende Stigma gegenüber psychisch kranken Menschen verbindet sich mit Attributen wie „unberechenbar“, „gefährlich“, „unverständlich“, „schräg“, „leistungsunfähig“, „charakterschwach“ u.a.

Hinter diesem Stigma steht häufig die Abwehr von eigenen psychischen Belastungen und Leiden auf der Seite der stigmatisierenden Personen. Das Stigma trifft in erster Linie die von psychischen Erkrankungen und Behinderungen, z.B. durch Psychose, Schizophrenie oder Suchterkrankungen, betroffenen Menschen, in zweiter Linie aber auch ihre Familien. Diese müssen sich auch heute noch mit teils latenten, teils ausgesprochenen Stereotypen wie „schlechte Erbmasse“, „verfehlte Erziehung“, „schizophrenogene Mutter“ u.a. auseinandersetzen, obwohl der vor 30 Jahren ausgesprochene „Freispruch der Familien“ (Prof. Dr. Dr. Dörner) nicht ohne Wirkung geblieben ist.

Jedenfalls ist es den Angehörigen von Menschen mit psychischen Erkrankungen ebenso ein Anliegen wie den Betroffenen selbst, der Stigmatisierung entgegen zu treten, und häufig sind die Angehörigen auch in einer besseren Lage hierzu, als die psychiatrieerfahrenen Menschen selbst es sind.

Die Filmreihe soll verdeutlichen, dass es normal und zutiefst menschlich ist, seelisch zu erkranken, bzw. dass ein seelische Krise eine Möglichkeit ist, Erschütterungen, die das Leben mit sich bringt, zu überleben. Wie seelische Krisen erlebt werden, sehen Sie im Film und lernen Sie im Gespräch mit Experten aus verschiedenen Blickwinkeln.

September 2013  bis April 2014
Jeden 1. Montag im Monat um 19:00 Uhr im Cinema (im Dezember 2. Montag)
Anschließend Stammtisch im Garbo!

Es ist normal verschieden zu sein

Allein

Mo 2. September · 19:00 Uhr
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Behutsame und melodramatische Geschichte über eine Frau mit Borderline

Die junge Studentin Maria führt ein Leben, das geprägt ist durch die Sucht nach Nähe, durch Exzesse mit Sex, Tabletten und Alkohol. Ihr größter Feind ist das Alleinsein, das sie in der Affäre zum älteren Wolfgang und zahlreichen One-Night-Stands zu bekämpfen versucht. Maria ist “Borderline”, sie hat ein Problem mit Grenzen.

Eines Morgens taucht an Marias Arbeitsplatz in der Universitätsbibliothek ein junger Student auf. Die beiden beginnen sich näher zu kommen, und Maria spürt, dass es sich bei dieser anbahnenden Beziehung zum ersten Mal in ihrem Leben um eine aufrichtige und ehrliche Liebe handeln könnte. Sie entwickelt den Wunsch, mit ihrem alten Leben zu brechen, weiß aber nicht, wie das gehen soll und hat Angst zu scheitern.

Sie bemüht sich, ihre Vergangenheit sorgfältig vor Jan geheim zu halten, doch damit steuert sie ungewollt auf eine Katastrophe zu. Die Stärke des Films besteht in der gegensätzlichen Inszenierung von Oberflächlichkeit und der emotionalen Abgründigkeit seiner Hauptfigur, für die Psychiater den Begriff „Borderline-Syndrom“ parat haben.

Deutschland 2004Regie und Drehbuch: Thomas Durchschlag • Kamera: Michael Wiesweg • Musik: Maciej Sledziecki • Mit Lavinia Wilson, Maximilian Brückner, Richy Müller, Victoria Mayer, Tobias van Dieken, Holger Kunkel, Wolfgang Packhäuser, Peter Fieseler, Daniel Drewes u.a. • ab 12 J. • 91'

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Es ist normal verschieden zu sein

Someone beside you

Mo 7. Oktober 2013 · 19:00 Uhr
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ein suggestiv, poetischer Film, der insistiert

Zusammen mit einigen Psychiatern und deren Klienten bricht der Film zu einem dokumentarischen Roadmovie auf. In Wohnmobilen durchreisen sie die Abgründe der Psyche und gehen existenziellen Frage nach: Was ist der menschliche Geist? Wie verhält er sich in psychotischen Extremsituationen?

In den USA begegnet Edgar Hagen dem buddhistischen Mönch und Psychiater Edward Podvoll, der nur noch wenige Monate zu leben hat.Seine Vision, dass Mut und Freundschaft die Kraft zur Heilung von Psychosen haben, ist sein inspirierendes Vermächtnis. Im Dialog zwischen westlicher Psychologie und östlicher Spiritualität eröffnet sich, dass auch aus größter Verwirrung heraus geistige Klarheit möglich wird.

Wir sind fassungslos, wenn ein Mensch in seinen Grundfesten erschüttert wird, ausrastet und durchdreht. Unabhängig von Schicht, Alter und Geschlecht – es kann jedem passieren: Eine lange Beziehung geht in Brüche, ein Kind stirbt... und plötzlich landen sogenannte „gestandene Menschen“ auf einer geschlossenen Station. Das Umfeld ist in diesem Moment meist hilflos und oft voller Angst. Aber sobald die Krise überstanden ist, wird wieder verdrängt, was eigentlich passiert ist. Woher kommt diese Hilflosigkeit?

SOMEONE BESIDE YOU • Schweiz, Österreich 2007Regie: Edgar Hagen • Drehbuch: Edgar Hagen • Kamera: Eric Stitzel • Musik: TomekKolczynski • Mit Jakob Litschig, Kaspar A. Vogel, Andrea, Eric Chapin, Edward Podvoll/Lama Mingyur, Karen, Adrian Kobelt, Susan, Jonathan, Sherri Kimbell, Lana Bell, Lama Lhundrup/Dr. Tilman Borghardt • ab 12 J. • 98'

Trailer in engl. Fassung, im Cinema in dt. Fassung

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Fluten

Mo 4. November 2013 · 19:00 Uhr
In Anwesenheit des Filmemachers Niels Bolbrinker
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Ein Film über die Psychosen der Kriegskindergeneration, die nie Opfer sein durfte

Der Filmemacher Niels Bolbrinker beschreibt am Beispiel seiner Mutter die Psychose der Kriegskindergeneration - jener Menschen, die sich zeitlebens nicht als Opfer fühlen durften - und behandelt parallel die zwiespältige Psychiatriegeschichte der vergangenen 100 Jahre in Deutschland.

Bolbrinker hat ganz allmählich seine Mutter verloren. Jahr für Jahr hat sie sich tiefer in ihre Krankheit zurückgezogen. Diagnose: Depression, schizo-affektive Psychose. Ihren ersten Zusammenbruch erlitt sie nach dem Tod ihres ersten Mannes - und wurde mit der in den 50er Jahren üblichen Elektroschock-Methode behandelt. Nach 30 »normalen« Jahren brach die Krankheit wieder aus und steigerte sich bis zur völligen Demenz.

Niels Bolbrinker nähert sich seiner Mutter mit persönlichen Betrachtungen, durch alte Familienfotos, Bilder aus dem kriegszerstörten Hamburg und Aufnahmen aus psychiatrischen Anstalten des vergangenen Jahrhunderts. So findet sie zurück zu Ruinen ihrer Erinnerung. Über die Horrorjahre des Krieges kann sie aber immer noch nicht erzählen.

FLUTEN • Deutschland 2004Regie: Niels Bolbrinker • Drehbuch: Niels Bolbrinker • Kamera: Niels Bolbrinker • Musik: Uwe Krause • ab 12 J. • 80'

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Seelenschatten

Mo 9. Dezember 2013 · 19:00 Uhr Achtung! Ausnahmsweise am 2. Montag!
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Depression ist ein Sumpfgebiet »Depression ist ein Sumpfgebiet; es gibt keine Karten, und oft kommt Nebel auf.« (Betroffener Charles E.)

Zwei Frauen und ein Mann, die unter schweren Depressionen leiden, werden eineinhalb Jahre lang filmisch begleitet. Ausgangspunkt der filmischen Erzählung ist ihre akut depressive Phase. Wie erleben sie ihre Krankheit und den Klinikaufenthalt? Wie entwickelt sich ihre Familien- und Arbeitssituation nach der großen Krise? Wann fühlen sie sich wieder gesund? Der Film erforscht dunkle Seiten der menschlichen Seele und die verschiedenen Aspekte der Depression. Er weckt Verständnis für Menschen, die durch ihre psychische Erkrankung nach wie vor stigmatisiert sind.

Schweiz 2002Regie und Drehbuch: Dieter Gränicher • Kamera: Hansueli Schenkel • Musik: Bronislaw Kopczynski • ab 16 J. • dF • 85'

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Die Summe meiner einzelnen Teile

Mo 6. Januar 2013 · 19:00 Uhr
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Drama um einen Mathematiker, der nach einem Burn-out nicht mehr den Weg zurück in die Gesellschaft findet.

Der Mathematiker Martin Blunt versucht nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie vergeblich, sein früheres Leben wieder aufzunehmen: Sein Arbeitgeber beschäftigt ihn nicht mehr, seine Freundin hat sich getrennt. Allein in einer Wohnung verfällt Blunt allmählich dem Alkohol, hört auf, seine Medikamente zu nehmen, verwahrlost und verliert schließlich seine Unterkunft.

In einem Abrisshaus trifft der Obdachlose auf einen geheimnisvollen Jungen, der nur Russisch spricht. Die beiden freunden sich an, ziehen in den Wald, bauen eine Hütte und genießen Momente der Unbeschwertheit. Selbst eine tiefere Beziehung zur jungen Zahnarzthelferin Lena scheint sich anzubahnen. Doch das Glück währt nur kurz. Seine Psychiaterin weist Martin gegen seinen Willen wieder in die Klinik ein und konfrontiert ihn mit einer unbequemen Wahrheit.

Mit dem Film knüpft Hans Weingartner thematisch und stilistisch an sein preisgekröntes Spielfilmdebüt „Das weiße Rauschen“ an. Sozialkritik mit Utopie verbindend, erzählt er erneut von der Isolation eines psychisch Kranken, wobei die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit zunehmend verwischen.

Deutschland 2011Regie u. Drehbuch: Hans Weingartner • Kamera: Henner Besuch • Musik: Björn Wiese • Mit Peter Schneider, Timur Massold, Henrike von Kuick • ab 12 J. • 118'

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The Missing Link

Mo 3. Februar 2014 · 19:00 Uhr
Zu Gast: Jörg Utschakowski, EX-IN Deutschland/ Projekts Missing Link, Geschäftsführer F.O.K.U.S. Bremen

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Über Armut und seine Folgen

„Alles was Du für mich, aber ohne mich tust, tust Du gegen mich“ Gandhi Was ist Armut? Geht es bei Armut um Langeweile und Mangel an Geld oder geht es um mehr? In „The Missing Link“ geht Regisseur Fabio Wuytack auf die Suche nach dem Innenleben von Armut, geht an den Rand des Wohlfahrtstaates. In den berührenden und faszinierenden Gesprächen mit Menschen, die Armut am eigenen Leib erfahren haben, kommt die psychologische Seite der Armut zum Vorschein.

Die ergreifenden Lebenserfahrungen der Erzählenden konfrontieren uns mit den Auswirkungen sozialer Ausgrenzung. In einer Gesellschaft, die zu verreißen scheint durch die stets größere werdende Kluft zwischen reich und arm, vereinigt „The Missing Link“ Erzählungen von beiden Seiten. Authentisch, enthüllend und sehr bewegend.

Belgien 2011Regie und Drehbuch: Fabio Wuytack • Kamera: Fabio Wuytack • Musik: Tim Spanhove, Franz Schubert • Mit Danny Trimboos, Patricia van Parys, Caro Bridts, Heidi den Hollander, Lieve de Grande, Celine Luyten • ab 6 J. • niederl.OmU • 43'

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Himmel und mehr - Dorothea Buck auf der Spur

Mo 3. März 2014 · 19:00 Uhr
Anschl. Gespräch mit Filmemacherin Alexandra Pohlmeier
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Psychiatrie-Erfahrungen von der Nazi-Zeit bis heute

1917 geboren gerät Dorothea Buck mit 19 Jahren in eine schwere psychische Krise. Die ärztliche Diagnose Schizophrenie stempelt sie im Dritten Reich als minderwertig ab, gemäß dem Erbgesundheitsgesetz wird sie 1936 zwangssterilisiert. Einige Jahre später entgeht sie nur knapp der „Euthanasi”.

Bis 1959 erlebt sie insgesamt fünf psychotische Schübe und die jeweils neuesten Heilmethoden: Dauerbad, Insulinschocks, Elektroschocks, Psychopharmaka. Entgegen der ärztlichen Unheilbarkeitsprognose versucht Dorothea Buck zu verstehen, was sie in die Psychose getrieben hat und entwickelt eine eigene Theorie ihrer Erkrankung. So findet sie schließlich den Schlüssel zu ihrer endgültigen Heilung. Untrennbar damit verbunden ist ihre Entwicklung zu einer ausdrucksstarken und vielfach ausgezeichneten Bildhauerin.

Eine geradezu unglaubliche Geschichte, dass Dorothea Buck das alles erlebt und überlebt hat. Am meisten aber staunt man darüber, welche Kraft für ihren jahrzehntelangen, unerschrockenen und oft erfolgreichen Kampf für mehr Menschlichkeit in der Psychiatrie sie daraus gezogen hat.

Deutschland 2009Regie u. Drehbuch: Alexandra Pohlmeier • Kamera: Alexandra Pohlmeier • Musik: Karl Henn • Mit Dorothea Buck • ab 12 J. • 90'

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Gegen die Wand

Mo 7. April 2014 · 19:00 Uhr
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Intensive Liebestragödie einer jungen Türkin als düstere Variante von "Ein unmoralisches Angebot"

In der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik treffen die Deutsch-Türken Cahit und Sibel aufeinander. Die junge Frau, die gerade einen gescheiterten Selbstmordversuch hinter sich hat, bittet den heruntergekommenen Alkoholiker um eine Scheinehe, um dem repressiven Elternhaus zu entfliehen.

Nach einigen Bedenken willigt der desillusionierte 40-Jährige ein. Bald teilen sie die Wohnung, aber nicht das Bett. Aus zaghafter Zuneigung und Annäherung wird Liebe. Aber es scheint zu spät, um sie wirklich leben zu können. – Fatih Akin entwirft in fünf Akten die Tragik einer unmöglichen Liebe und gleichzeitig ein Porträt der zweiten Generation von türkischen Einwanderern. Wenn Cahit, der im Affekt einen Liebhaber von Sibel erschlagen hat, nach Jahren im Gefängnis die große Liebe seines Lebens in Istanbul aufspürt, brennt das Gefühl noch immer, aber das Leben hat ihnen die Flügel zurechtgestutzt.

Das 2004 auf der Berlinale mit dem "Goldenen Bären" ausgezeichnete Drama bezieht sich auf den türkischen Neo-Realismus und hat in seiner leidenschaftlichen Wucht etwas von einer griechischen Tragödie.

Deutschland/Türkei 2003Regie und Drehbuch: Fatih Akin • Kamera: Rainer Klausmann • Mit Birol Ünel, Sibel Kekilli, Catrin Striebeck, Demir Gökgölu.a. • ab 12 J. • 121'

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Der Flyer zum Download:

Öffnungszeiten der Kinokasse
immer 15 Minuten vor der ersten Vorstellung

Montag und Dienstag ab ~17:00 Uhr
Mittwoch bis Samstag ab ~15:00 Uhr
Sonntag ab 10:45 Uhr

Telefonische Kartenvorbestellung
Telefon 0251.30300

Online-Kartenvorbestellung
Internet-Reservierung

Reservierte Karten
Bitte 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen,
vormittags und zur 15-Uhr-Vorstellung
15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Eintrittspreise
€ 8,00 / erm. € 6,50
Premierentag € 5,50
Kinderkino € 4,50

Feiertags keine Ermäßigung,
besondere Preise bei Sonderveranstaltungen

Spielplan

Freitag, 1. Dezember 2017
22:30
Sonntag, 3. Dezember 2017
11:00
14:45
Montag, 4. Dezember 2017
20:00
Mittwoch, 6. Dezember 2017
22:45
Samstag, 9. Dezember 2017
14:45
Sonntag, 10. Dezember 2017
14:45
17:00
Mittwoch, 13. Dezember 2017
19:00
19:00
Freitag, 15. Dezember 2017
14:45
18:00
Samstag, 16. Dezember 2017
14:45
18:00
Dienstag, 19. Dezember 2017
20:30
Mittwoch, 20. Dezember 2017
22:45
Freitag, 29. Dezember 2017
14:45
Samstag, 30. Dezember 2017
14:45
Sonntag, 31. Dezember 2017
14:45
Montag, 1. Januar 2018
14:45
Dienstag, 2. Januar 2018
14:45
Mittwoch, 3. Januar 2018
14:45
Donnerstag, 4. Januar 2018
14:45
Freitag, 5. Januar 2018
14:45
Samstag, 6. Januar 2018
14:45
Sonntag, 7. Januar 2018
14:45
Mittwoch, 10. Januar 2018
19:00
Samstag, 20. Januar 2018
14:45
Sonntag, 21. Januar 2018
14:45
Samstag, 27. Januar 2018
14:45
Sonntag, 28. Januar 2018
14:45
Sonntag, 11. Februar 2018
17:00
Montag, 19. Februar 2018
18:00
Montag, 16. April 2018
18:00