FAK 2013 Filmprogramm

Der Förderverein Aktuelle Kunst Münster (FAK) hat 2013 vier internationale Künstlerinnen und Künstler zu einem Residenzaufenthalt nach Münster eingeladen. Die Ergebnisse dieser Aufenthalte werden in Einzelausstellungen im Atelierhaus Fresnostraße 8 zu sehen sein. Parallel zu Residenz und Ausstellung zeigt die Linse in Kooperation mit dem FAK eine Reihe von Kurz- und Spielfilmen oder Dokumentationen, die die Künstlerinnen und Künstler selbst ausgewählt haben.

Alle Filme kommen dabei aus den Heimatländern der Gäste des FAK: Iran, USA, Kosovo und Australien. An jeweils vier Kinoabenden gewähren die Künstlerinnen und Künstler so einen cineastischen Einblick in ihre Herkunft und zeigen, wer sie bewegt und beeinflusst hat. Aus der jeweiligen Biografie heraus entsteht eine sehr private Reise in das Heimatland, seine Kultur und filmische Erzähltradition. Diskussionen und Sonderveranstaltungen mit den Künstlerinnen und Künstlern und dem Ausstellungsteam ergänzen das Programm.

Iran: Es gibt Filme, die gibt es nicht.

Bahar Taheri eröffnet das Filmprogramm mit einer Mischung aus Dokumentationen und Spielfilmen, die fragmentarisch Eindrücke der iranischen Gesellschaft vermitteln. Die Filmemacher stehen zum Teil in einem engen Kontakt zur Künstlerin. Im eigenen Land dürfen die Filme größtenteils nicht öffentlich gezeigt werden und sind ausschließlich privat finanziert.

Der Iran ist weltweit für seinen künstlerisch starken Film bekannt. Nach der Revolution wollten die islamischen Führer ein Gegengewicht zu dem bis dahin dominierenden westlichen Hollywood-Kino schaffen und bauten zu Propagandazwecken eine eigene Filmproduktion auf, die sich bald vom Mullah-Regime emanzipierte. Es entwickelte sich trotz Zensur eine große Kinotradition. Neben dem populären iranischen Spielfilm, der auf den großen Festivals gezeigt wird, entstehen parallel Filme im Untergrund, die sich an die Tabus der Gesellschaft wagen.

Auf Grund der politischen Situation im Iran sind einige der Filme schwer zugänglich und deswegen Änderungen im Programm vorbehalten.

Eröffnung der Ausstellung von Bahar Taheri im FAK am 8. März, 19 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 7. April.

Mehr Informationen: www.foerdervereinaktuellekunst.de

Mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Münster und Michael Andreae-Jäckering. Mit Danksagung an ARTE

Zur Person:
Bahar Taheri lebt und arbeitet in der iranischen Hauptstadt Teheran. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit ihrer Rolle, ihrem Ort in dieser Gesellschaft. Nach einem klassischen Malerei- und Grafik-Studium distanziert sie sich zunehmend von der Einschränkung auf das Medium Malerei und arbeitet seit vier Jahren mit immer neuen Materialien.

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FAK – Es gibt Filme, die gibt es nicht (4)

Women without men (farsi.OmU)

Mi 27. März 2013 · 19:00 Uhr
*** PROGRAMMÄNDERUNG ***Die geplante Vorstellung von „Dies ist kein Film“ muss leider entfalle
n!
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Ein verwunschener Garten vor den Toren Teherans. Hier treffen sich vier Frauen, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte

In ihrem ersten Spielfilm adaptiert die international bekannte Video-Künstlerin Shirin Neshat einen höchst komplexen Roman der iranischen Autorin Shahrnush Parsipur. Vor dem Hintergrund des von westlichen Geheimdiensten unterstützten Staatsstreichs im Iran 1953 spielt sich das Schicksal von vier Frauen ab, die auf verschiedene Weise von der Gesellschaft unterdrückt werden. Ein ambitionierter Film, gewidmet den iranischen Opfern demokratischer Aufstände der vergangenen hundert Jahre.

ZANAN BEDOONE MARDAN · Iran 2009 · Regie: Shoja Azari Shirin Neshat · Drehbuch: Shirin Neshat, Shoja Azari · Kamera: Martin Gschlacht · Musik: Ryuichi Sakamoto · ab 12 J. · farsi.OmU · 99'

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FAK – Es gibt Filme, die gibt es nicht (3)

Park Mark + Mori wants A Wife

Mi 20. März 2013 · 19:00 Uhr Bahar Taheri führt die Filme ein

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Park Mark (farsi.OmeU)

Ein Baktash Abtin Abend ... mit dem Respekt vor der Einsamkeit von Mark Sukiyazian und Morteza

Baktash Abtin überschreitet durch die radikale Umsetzung seiner Dokumentationen bewusst Grenzen. Der Gewinn ist ein tiefer Einblick in tabuisierte Themen der iranischen Gesellschaft. Seine Filme sind für das Publikum Provokation und bleiben umstritten.

Park Mark
Mark ist obdachlos, drogenabhängig und lebt in den Straßen Teherans. Der Filmemacher Baktash Abtin gesellt sich zu ihm und dokumentiert, wie er seinen Lebensunterhalt organisiert. Er beklaut staatliche Spendenboxen,- Spenden gedacht für die Bedürftigen der Stadt. Im Laufe einer Nacht erzählt Mark von seiner Vergangenheit als Drogendealer, Familienvater und reicher Mann in den USA, wo seine Familie heute lebt.

Iran 2009Regie und Drehbuch: Baktash Abtin • Kamera: Tooraj Aslani • Musik: Nima Qasemi Mani Tabibzadeh • Mit Mark Sukiyazian u.a. • • farsiOmeU • 42‘

Links
Filminfos bei smediaint
Filminfos bei festivalscope
Filminfos bei mediawavefestival

Mory wants A Wife (farsi.OmeU)

Zwei Frauen verließen ihn bereits aufgrund seines geringen Einkommens

Mory ist auf der Suche nach einer Frau, die er heiraten kann. Ohne ein Eigenheim wird er auch keine neue Frau finden. Morteza Mahmoodzadeh, ein religiöser alter Mann, sieht Pornos, befriedigt sich selbst.

Baktash Abtin inszeniert Heiratssituationen um seinen Protagonisten üben zu lassen, der allerdings schnell vergisst, dass er Schauspielerinnen gegenübersitzt. Hier entsteht das Portrait eines Mannes, der im Laufe des Filmes immer mehr entblößt wird. Anhand von Mory zeigt der Filmemacher auf, wie Liebe und Sexualität in Teilen der iranischen Gesellschaft funktionieren.

Iran 2012Regie und Drehbuch: Baktash Abtin • Kamera: Ebrahim Ghafoori• Schnitt: Esma’il Monsef, Baktash Abtin • Mit Morteza Mahmoodzadeh u.a. • • farsiOmeU • 52‘

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Filminfos bei FIlmfestival Rotterdam

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Öffnungszeiten der Kinokasse
immer 15 Minuten vor der ersten Vorstellung

Montag und Dienstag ab ~17:00 Uhr
Mittwoch bis Samstag ab ~15:00 Uhr
Sonntag ab 10:45 Uhr

Telefonische Kartenvorbestellung
Telefon 0251.30300

Online-Kartenvorbestellung
Internet-Reservierung

Reservierte Karten
Bitte 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen,
vormittags und zur 15-Uhr-Vorstellung
15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Eintrittspreise
€ 8,00 / erm. € 6,50
Premierentag € 5,50
Kinderkino € 4,50

Feiertags keine Ermäßigung,
besondere Preise bei Sonderveranstaltungen

FAK – Es gibt Filme, die gibt es nicht (2)

Nader und Simin – Eine Trennung (farsi.OmU)

Mi 13. März 2013 · 19:00 Uhr Bahar Taheri führt den Film ein
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Das Schicksal von zwei Familien im Iran bei einer aufreibenden Suche nach den vielen Gesichtern der Wahrheit

Nader und Simin sitzen vor Gericht. Simin will die Scheidung, um mit ihrer Tochter das Land zu verlassen. Nader weigert sich mitzugehen, er möchte seinen an Alzheimer leidenden Vater nicht zurücklassen. Als ihr der Richter die Scheidung verwehrt, zieht Simin zurück zu ihren Eltern. Nader engagiert für die Pflege seines Vaters die junge Mutter Razieh. Doch Razieh arbeitet ohne Erlaubnis Ehemannes – und sie erwartet ein weiteres Kind.

Eines Tages bindet sie ihn ans Bett und verlässt die Wohnung. Als Nader seinen bewusstlosen Vater findet, stößt er Razieh wütend aus der Wohnung. Am nächsten Tag erfährt Nader, dass Razieh bei dem Sturz ihr Kind verloren hat. Wusste er, dass sie schwanger war? Sagt Razieh die volle Wahrheit?

Goldener Bär der Berlinale, Oscar und Golden Globe Award als bester fremdsprachiger Film 2011

JODAEIYE NADER AZ SIMI • Iran 2011Regie und Drehbuch: Asghar Farhadi • Kamera: Mahmoud Kalari • Mit Leila Hatami, Peyman Moadi, u.a. • farsi.OmU • 123‘

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FAK – Es gibt Filme, die gibt es nicht (1)

Rapping in Tehran + The Story of Gordafarid

Mi 6. März 2013 · 19:00 Uhr (farsi.OmeU)
Die iranische Künstlerin Bahar Taheri stellt am ersten Abend zwei Filme persönlich vor!
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Rapping in Tehran (farsi.OmeU)

Der Filmemacher Hassan Khademi geht mit seiner Kamera in die Untergrundstudios der Rapmusikerinnen und Musiker Teherans. Er begleitet sie während der Aufnahme der neuen Songs, zeigt sie bei Konzerten und schafft so einen tiefen Einblick in einen Teil der Gesellschaft, den es offiziell gar nicht gibt.

Denn Rapmusik ist verboten und die Musikerinnen und Musiker müssen mit Verfolgung durch das Regime rechnen. Dabei unterscheiden sich die Themen ihrer Songs und ihr Outfit kaum von der Rapszene im Rest der Welt. Doch wenn eine 17 Jährige Frau über Sexualität singt in einem Land in dem Frauen gar nicht singen dürfen oder ein Rapstar sich über zweihunderttausend Clicks bei Youtube freut in einem Land in dem er nie legal auftreten kann, birgt die Musik in ihrem Kontext mehr als nur die üblichen Klischees.

»Auch wenn mein Film nicht die Erlaubnis bekommt, im Iran gezeigt zu werden, habe ich ihn bei privaten Treffen mit Studenten, Lehrern und anderen iranischen elitären Gruppen zeigt – sogar vor kulturellen Gesetzeshütern der iranischen Regierung.« (Hassan Khademi)

Iran 2009Regie und Drehbuch: Hassan Khademi • Kamera: Mohsen Shahabi, Iman, Nosrati, Mehran Karami • Sound: Mohsen Shahabi • farsi.OmeU • 37‘

Links
Internet Movie DB
Interview mit dem Regisseur Hassan Khademi
Filminfos bei der Cinematheque Leipzig

The Story of Gordafarid (farsi.OmeU)

Fatemeh Habibizad ist die erste Frau, die die traditionelle Solotheaterform der musikalischen Erzählung Naqali aufführt. Sie singt die Geschichte von der Heldin Gordafarid aus dem Buch der Könige Shahnameh von Ferdowsi, einem der wichtigsten persischen Dichter des Mittelalters. Der Film zeigt, wie das klassische Epos der kämpfenden Frau in Männerrolle durch die Restriktionen des Staates immer mehr zur eigenen Realität der Schauspielerin wird.

Nach dem Verbot für sie als Frau aufzutreten kann Habibizad nur noch vor privatem Publikum singen und an der Schauspielschule unterrichten. Gleichzeitig macht der Film auf das Aussterben dieser Kunstform aufmerksam, die aus dem religiösen Weltbild der islamischen Republik fällt und daher nicht mehr gefördert wird.

Iran 2008Regie und Drehbuch: Hadi Afarideh • Kamera: Hamid Najafirad • farsi.OmeU • 35‘

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Filminfos bei Iraans Filmfestival
Film- und Regisseurinfos bie Short Film News

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Montag, 27. November 2017
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