Lesbische Mütter und schwule Väter hoch im Kurs

12. Queerstreifen voller Erfolg!

Mit über 1.300 Gästen waren die diesjährigen lesbisch-schwulen Filmtage „Queerstreifen“ ein voller Erfolg. Zwei ausverkaufte Filme, eine Zusatzvorstellung und dichtes Gedränge im Cinema waren Zeugnis für ein rundum gelungenes Filmfestival, so die Veranstalter, ein Team aus drei Schwulen und drei Lesben.

Besondere Publikumslieblinge waren die Filme, in denen es sich um Familie drehte. Julianne Moore und Annette Bening  führten in „The Kids Are All Right“ eine langjährige, etwas langweilige Beziehung, bei denen die beiden Kinder ihren biologischen Vater kennenlernten wollten.  Für diesen Film musste eine Zusatzvorstellung angelegt werden, er startet am Donnerstag, 18. November im münsterschen Cineplex. Auch „Patrik 1,5“ war schnell ausverkauft. In diesem Film bekam ein schwules Paar nicht ein Baby als erhofftes Adoptionskind, sondern einen homophoben, gewaltbereiten  15-jährigen Jugendlichen.

Beliebt waren auch Dokumentarfilme, wie der Eröffnungsfilm „The Topp Twins – Untouchable Girls“. Jools und Lynda Topp sind Ikonen des neuseeländischen Fernsehen und über 50 und offen lesbisch. Da dieser – wie andere Filme auch – keinen deutschen Verleih habt und extra für die Queerstreifen nach Münster wird er wohl nie wieder in den Kinos zu sehen sein.

Wie jedes Jahr auch war Aids Thema der 12. Queerstreifen. In diesem Jahr in dem luxemburgischen Film „House of Boys“. Der Film spielt im Amsterdam der 80er Jahre mit Partys, Musik und vielen Affären. Doch dann stört Aids das freie Lebensgefühl und bringt Leid und Tod.

Erstmals gab es in diesem Jahr eine Lounge. Das SpecOps in der Von-Vincke-Straße war ein idealer Ort, am Samstag nach den Film zu trinken, reden und flirten.

Unterstützt wurden die Queerstreifen wieder von vielen Asta-Referaten, aber auch vom lesbisch-schwulen Sportverein androGym, der DIN-A-Queer-Partý und der Antidiskriminierungsstelle der Stadt Münster. Die nächsten Queerstreifen finden voraussichtlich vom 3. bis 6. November 2011 statt.

 

Hier unsere Top-Ten

  1    THE KIDS ARE ALL RIGHT
  2    PATRIK 1,5 (schwed.OmU)
  3    DAS VERRÜCKTE LIEBESLEBEN DES SIMON ESKENAZY (mehrspr.OmU)
  4    THE TOPP TWINS: Untouchable Girls (engl.OmO)
  5    SŒUR SOURIRE – Die singende Nonne (franz.OmU)
  6    EDIE & THEA: A Very Long Engagement (engl.OmO)
  7    HOUSE OF BOYS (niederl.OmU)
  8    21. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg präsentiert: Best of Hamburg LSF
  9    VIOLA DI MARE (ital.OmO)
10    THE FOUR-FACED LIAR (engl.OmO)


Das Programm in Übersicht
Do 4. Nov. Fr 5. Nov. Sa 6. Nov. So 7. Nov.
19:00 Eröffnung mit Kurzfilmen 18:30 Edie & Thea (engl.OmU) 15:00 Contracoriente (span.OmeU) 11:00 Howl (engl.Omu)
20:15 The Topp-Twins (engl.OFmO) 20:00 Patrik 1,5 (schwed.OmU) 17:00 The Four-Face Liar (engl.OFmO) 13.15 The Last Summer of La Boyita (span.OFmO)
22:00 Viola di Mare (ital.OmO) 22:15 Best of 21st Hamburg Lesbisch Schwule Filmtage 18:45 The Kids are all Right (dF) 15:00 L‘Arbre et la Foret (franz.OFmO)
  24:00 L.A. Zombie (oD) 20:45 Das verrückte Liebesleben des Simon Eskenazy (franz.OmU) 17:00 Soeur Sourire – Die singende Nonne (franz.OmU)
    22:45 Resilience: Queers in Music Video 1979-2009. Evan Romero-Castillo wird anwesend sein! 19:20 House of Boys (dt. Fassung)
    ab 22:00 ABSPANN 1. Queerstreifen-Party im SpecOps 21.30 The Owlgs (engl.OmU)

dF = deutsche Fassung · OmU = Original mit deutschen Untertiteln · OFmO = Originalfassung mit deutschen Obertiteln und meist englischen Untertiteln · OmeU = Original mit englischen Untertiteln · oD = ohne Dialog

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Eröffnung

Wir stellen kurz das Programm der diesjährigen Queerstreifen vor, zeigen als Appetizer drei Kurzfilme und laden danach zu einem Sektempfang ein.

Do 4. November · 19:00 Uhr · Eintritt frei!

Franswa Sharl

Der zwölfjährige Greg hat die Wettkampflust seines Vater geerbt. Während eines Familienurlaubs haben die beiden Gelegenheit, ihre Unstimmigkeiten auszutragen. Dann steht ein Schönheitswettbewerb an …

Australien 2009 · Regie: Hannah Hilliard · engl.OF · 14‘

Yulia

Yulia verschwindet auf einmal aus ihrer Küche. Sie findet sich in einem verschlossenen Zimmer wieder, in dem fünf Hebel an der Wand befestigt sind. Indem sie sie bewegt, löst sie eine Serie absurder Ereignisse aus, an deren Ende sie einem Seelenverwandten begegnen wird.

Frankreich 2009 · Regie: Antoine Arditti · oD · 5‘

Frischluft-Therapie

Das, was der Therapeut seit Monaten versucht, schafft ein kleiner „Zwischenfall“ in der Dunkelheit …

Deutschland 2010  · Regie: Christoph Scheermann · 6‘

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Münster-Premiere

The Topp Twins – Untouchable Girls

Do 4. November · 20:15 Uhr

Lesbisches Zwillingspaar – Ikonen des neuseeländischen Fernsehens

Sie sind Zwillinge, über 50, offen lesbisch und eine Institution in Neuseeland. Ihre Fernsehserie ist Kult. Bekannt sind sie für ihren Humor und Witz. In ihren Shows karikieren sie ihre Landsleute ohne sie bloßzustellen. Sie haben Charaktere entwickelt, von denen „Ken und Ken“ und „Camp Mother und Camp Leader“ am bekanntesten sind.

Seit den 80er Jahren setzen sich Jools und Lynda Topp für Abrüstung und die Rechte von Lesben und Schwulen und Maoris ein. Außerdem sind sie Brustkrebsaktivistinnen, und das nicht erst seit der Erkrankung von Jools.

Der Austin Chonicle schreibt: „Es ist möglich, dass Sie nicht an einer Dokumentation über jodelnde lesbische Kiwi-Zwillinge interessiert sind. In diesem Fall liegen Sie völlig falsch.“ Nie hat eine Doku mehr BesucherInnen in Neuseeland angezogen als diese.

THE TOPP TWINS – UNTOUCHABLE GIRLS · Neuseeland 2009 · Regie: Leanne Pooley · Kamera: Leon Narbey, Wayne Vinton · ab 0 J. · digitale Projektion · engl.OFmO · 84‘

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Münster-Premiere: Präsentiert vom FH-Frauenreferat !

Viola di Mare

Do 4. November · 22:00 Uhr

Verbotene Liebe in einem sizilianischen Fischerdorf

Bereits seit Kindertagen sind Sara (Isabella Ragonese) und Angela (Valeria Solarino) befreundet, doch nun wird daraus Liebe. Angelas Vater (Ennio Fantastichini), der tyrannische Verwalter des Steinbruchs, verlangt, dass sie die Beziehung beendet und einen seiner Vorarbeiter ehelichen soll. Als Angela sich weigert, sperrt ihr Vater sie in ein dunkles Verlies und lässt sie hungern, um ihren Willen zu brechen. Angela aber will lieber tot sein, als jemanden anders an ihrer Seite zu haben als Sara.

Da hat ihre Mutter die Idee, aus Angela „Angelo“ zu machen, was ihr durch die Erpressung des örtlichen Priesters auch gelingt. Fortan ist „Angelo“ der Stellvertreter seines Vaters im Steinbruch und kann tatsächlich Sara heiraten. Doch damit sind die beiden Frauen noch längst nicht außer Gefahr …

Den Soundtrack zum Film, der auf einer wahren Begebenheit des 19. Jahrhunderts beruht, schrieb Gianna Nannini.

Italien 2009 · Regie: Donatella Maiorca · Drehbuch: Donatella Maiorca, Pina Mandolfo u.a. · Kamera: Roberta Allegrini · Musik: Gianna Nannini, Will Malone · Mit: Valeria Solarino, Isabella Ragonese, Ennio Fantatichini, Giselda Volodi, Marco Foschi u.a. · ital. OmO · 105‘

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Münster-Premiere: Präsentiert vom Uni-Lesbenreferat !

Edie & Thea: A Very Long Engagement

Fr 5. November · 18:30 Uh

42 Jahre Beziehung – eine Zeitreise

Zwei Frauen sehen sich Dias über ihr Leben an und erinnern sich an den Anfang ihrer Geschichte. So beginnt der Film „Edie & Thea“, ein Porträt zweier Frauen, die sich Anfang der 60er Jahre in einer Bar kennen lernten.

„Wir haben so lange getanzt, bis ich ein Loch in meinen Strümpfen hatte“, erinnert sich Edie an ihre erste Nacht. Es ist die Zeit vor Stonewall, als sich Lesben in geheimen Bars oder auf Privat-Partys trafen und sie dabei die Angst vor Entdeckung begleitete.

Die Regisseurinnen Susan Muska und Gréta Oláfsdottir („The Brandon Teena Story“) stellen uns durch Fotos, private Videos und Interviews zwei außergewöhnliche Frauen vor, die sich ein Leben lang für die eigene Liebe und die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften eingesetzt haben.

2007 heiraten sie in Kanada. Dies ist gleichzeitig der Höhepunkt ihres Engagements in der Lesben- und Schwulenbewegung. „Selbst gestandene Ehe-SkeptikerInnen im Publikum werden Freudentränen nicht unterdrücken können!“ (20. Lesb. Schw. Filmtage Hamburg.)

USA 2009 · Regie und Kamera: Susan Muska, Gréta Oláfsdottir · ab 0 J. · digitale Projektion · engl.OmU · 61

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Münster-Premiere: Präsentiert von androGym !

Patrik 1,5

Fr 5. November · 20:00 Uhr

Zwei Männer und ein Kuckucksei: Bissige Culture-Clash-Komödie aus Schweden

Eine stabile Beziehung, ein neues Haus im ruhigen Vorort, gute Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten: Göran und Sven haben alles – nur kein Kind. Aber bei diesen Voraussetzungen ist ihr Adoptionsantrag schnell durch und bald ist Patrik (1,5 Jahre alt) unterwegs.

Dem vollkommenen Glück des schwulen Paares steht nichts mehr im Weg – wäre da nicht ein klitzekleiner Schreibfehler der Adoptionsbehörde. Und so wird ihnen am entscheidenden Tag kein Baby überbracht, sondern vor der Tür steht ein kleinkrimineller, schwer erziehbarer, homophober Teenager: Patrik 15!

Regisseurin Ella Lemhagen verbindet Warmherzigkeit mit entlarvendem Witz in ihrer Komödie über ein gut situiertes Homo-Paar, dessen brave Fassade von einem asozialen Jugendlichen angekratzt wird. Dafür gab es den Hauptpreis des Verzaubert-Filmfestivals und den Publikumspreis beim San Francisco International Lesbian and Gay Film Festival.

Schweden 2008 · Regie: Ella Lemhagen · Drehbuch: Ella Lemhagen/Michael Druker · Mit Gustaf Skarsgård, Torkel Petterson, Thomas Ljungman, Amanda Davin, Annika Halin u.a. · ab 12 J. · schwed.OmU · 105‘

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Kurzfilmprogramm

Best of 21st Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg

Fr 5. November · 22:15 Uhr

Das Beste aus Hamburg

Die „Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg“ sind das größte der bundesdeutschen queeren Filmfestivals. Seit 1992 wird dort die URSULA vergeben. Sie ist der Kurzfilmpreis und heißt eigentlich „Unser Reizvollster Schwuler Und Lesbischer Amateurfilm“. „Amateurfilme“ sind die Preisträger heute in den wenigsten Fällen, Förderung brauchen die meisten FilmemacherInnen aber nach wie vor. Die URSULA wird jedes Jahr in den Kategorien schwul, lesbisch und transgender vergeben. Die Preisträger bestimmt das Publikum. Deshalb können wir auch jetzt noch nicht sagen, welche Filme wir zeigen werden. Klar ist aber: Es werden die besten schwulen, lesbischen und Transgender-Kurzfilme dieses Jahres sein!

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Münster-Premiere

L.A. Zombie

Fr 5. November · 24:00 Uhr

Der Tod macht ihn an

Ein echter Skandal kommt auf die Queerstreifen zu. „L.A. Zombie“, der neue Film von Bruce LaBruce, lief zwar im Wettbewerb auf dem hoch respektablen Filmfest von Locarno. Doch wenige Tage später schlug in Melbourne die australische Zensur zu und verbannte das Werk als pornografisch und gewalttätig. Es musste heimlich im Untergrund aufgeführt werden. Bruce LaBruce konnte das nicht verstehen, denn er hatte bereits eine entschärfte Fassung nach Australien geschickt. Aber er freute sich über die kostenlose Werbung. Mittlerweile hat das Werk einen deutschen Verleih gefunden.

Der Film erzählt von einem ungewöhnlich gut gebauten Zombie (Frankreichs Porno-star François Sagat), der grüngesichtig durch Los Angeles streift und Leichen sucht. Der Zombie ist freundlich und holt die Toten mit Hilfe gewagter sexueller Techniken ins Leben zurück. Nichts für zarte Gemüter, aber ein Muss für Freunde des schwulen Horrorfilms.

USA/D 2009 · Regie und Drehbuch: Bruce LaBruce · Kamera: James Carman (unter dem Namen Saintjc) · Musik: Kevin D. Hoover · Mit François Sagat, Rocco Giovanni u.a. · ab 18 J. · digitale Projektion · oD · 63‘

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Münster-Premiere

Contracorriente

Sa 6. November · 15:00 Uhr

Der Geist ist heiß

Ein mysteriöser Totenkult herrscht in einem peruanischen Fischerdorf: Nur wenn ein Gestorbener von einem geliebten Menschen gesegnet und dem Meer übergeben wird, findet seine Seele Ruhe.

Der junge Miguel glaubt sich hingegen von ganz anderen Sorgen geplagt. Er ist verheiratet und wird Vater, hat aber auch eine heimliche Affäre mit dem schwulen Maler Santiago. Doch dann reißt die Unterströmung (Contracorriente) des Meeres San-tiago beim Baden in den Tod. Sein Geist erscheint Miguel, und ihre Liebe geht in einem Zwischenreich scheinbar glücklich weiter. Doch Santiago will erlöst werden. Als seine Leiche angeschwemmt wird, muss Miguel sich entscheiden, ob er öffentlich das Ritual ausführen will …

Javier Fuentes Léons sensibler Film über das Coming-out in einer traditionellen Dorfgesellschaft wurde auf schwulen Festivals mit Preisen überhäuft und vom Publikum gefeiert.

Peru 2009 · Regie und Drehbuch: Javier Fuentes Léon · Kamera: Mauricio Vidal · Musik: Selma Mutal Vermeulen · Mit Manolo Cardona, Cristian Mercado u.a. · digitale Projektion · span.OmeU · 100‘

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Münster-Premiere

The Four-Faced Liar

6. November · 17:00 Uhr

Lesbische Romanze im Zentrum von 20-Somethings-Beziehungen in New York

Bridget, Lesbe mit einer Vorliebe für Emily Brontë, lebt mit dem Literaturstudenten Trip zusammen. Zusammen mit Trips Freundin Chloe begegnen sie Greg und Molly in ihrer Lieblingskneipe The Four-Faced Liar. Greg ist der nette Typ von nebenan, der Molly in die Großstadt gefolgt ist. Sowohl Greg und Trip als auch Molly und Bridget freunden sich an, während bei letzteren schnell Erotik ins Spiel kommt. Molly und Bridget werden ein Paar (für ein Semester) und auch sonst kommt viel Bewegung ins Leben der fünf befreundeten ProtagonistInnen …

Dank des dichten Drehbuchs und der exzellenten Darstellungen ist die Geschichte lebensnah erzählt (AfterEllen.com).

USA 2010 · Regie: Jacob Chase · Drehbuch: Marja Lewis Ryan · Kamera: Danny Grunes. · Musik Jane Antonia Cornish · Mit: Marja Lewis Ryan, Emily Peck, Todd Kubrak, Liz Osborn, Daniel Carlisle, Kate Kuen, Gil Zabarsky u.a. · digitale Projektion · engl.OFmO · 87‘

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Münster-Premiere

The Kids Are All Right

Sa 6. November · 18:45

Daddy verzweifelt gesucht: Annette Bening und Julianne Moore als lesbisches Traumpaar in einem flotten Familienfilm

Homo, Hetero, Libido und die guten alten Familienwerte – Regisseurin Lisa Cholodenko („High Art“) bringt es mit leichter Hand auf einen Nenner: Ärztin Nic (Annette Bening) und Landschaftsgärtnerin Jules (Julianne Moore) haben bereits alle Höhen und Tiefen einer Langzeitbeziehung durchlebt. Jetzt nerven Sohn und Tochter – Ergebnis einer Samenspende und mittlerweile fast erwachsen – mit der Idee, ihren biologischen Vater kennen zu lernen. Als der (Mark Ruffalo) auftaucht, stürzt die liberale Mittelstandsfamilie ins Chaos …

Die Berlinale-Presse reagierte überwiegend positiv: „Ein munterer, sehr kalifornischer Familienfilm ist das, mit zwei ganz uneitlen Stars, die als lesbisches Traumpaar ein fabelhaft komödiantisches Doppel abgeben.“ (Der Tagesanzeiger)

„Die vielschichtigen Charaktere verweigern sich einer Schwarzweiß-Malerei. Ein weiterer Pluspunkt sind die mit Annette Bening, Julianne Moore und Mark Ruffalo wirklich hervorragend besetzten Rollen. Ein leichtfüßiger Familienfilm der etwas anderen Art für ein größeres Publikum …“ (festivalblog.de)

USA 2010 · Regie: Lisa Cholodenko · Drehbuch: Lisa Cholodenko/Stuart Blumberg · Mit Annette Bening, Julianne Moore, Mark Ruffalo, Mia Wasikowska, Josh Hutcherson u.a. · ab 12 J. · dt. Fassung · 106‘

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Münster-Premiere

Das verrückte Liebesleben des Simon Eskenazy

Sa 6. November · 20:45 Uhr

Traue niemals der hübschen Krankenschwester

Ein Unheil kommt selten allein. Simon, schwuler Klarinettist in Paris, muss wegen eines Pflegenotstands seine dominante jüdische Mutter bei sich aufnehmen. Die weiß zwar Bescheid, ist aber trotzdem ein Quälgeist. Außerdem kommt seine Ex-Frau mitsamt ihrem Sohn aus New York zu Besuch. Und außerdem hat Simon eine Affäre mit einem hübschen muslimischen Transvestiten aus Algerien, der sich nun als Krankenschwester seiner Mutter in den Haushalt einschleicht.

Regisseur Jean-Jacques Zilbermann legt mit „Simon Eskenazy“ die Fortsetzung seines Erfolgsfilms „L‘homme est une femme come les autres“ von 1999 vor. Damals musste Simon sich noch vor seiner Familie verstellen und sogar heiraten. Heute sind die Verhältnisse toleranter, aber noch komplizierter. Der Film wurde bei seiner Deutschlandpremiere auf dem Jewish Film Festival in Berlin stürmisch gefeiert und wird Klezmer-Fans mit dem legendären Giora Feidman („Schindlers Liste“) begeistern.

LA FOLLE HISTOIRE D’AMOUR DE SIMON ESKENAZY · Frankreich 2009 · Regie: Jean-Jacques Zilbermann  Drehbuch: Antoine Lacomblez und Jean-Jacques Zilbermann · Kamera: Georges Diane · Musik: Eric Slabiak, Giora Feidman · Mit Antoine de Caunes, Mehdi Dehbi u.a. · DVD-Projektion · franz./engl./arab./jidd.OmU · 100‘

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Münster-Premiere

Resilience: Queers in Music Video 1979-2009

Sa 6. November · 22:45 Uhr

Queere Clips mit Musik von Melissa Etheridge, Gossip, Culture Club, Rammstein u.a.

Vor einem Jahr hat Evan Romero-Castillo eine Anthologie von Musikvideos zusammengestellt, deren Inhalte die ganze Bandbreite im Umgang mit Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität in der 30-jährigen Geschichte des Mediums zeigt: Video-Clips voller Leid, Hoffnung und Freude und solche, „die herausstellen, wie kreativ und widerstandsfähig Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle sein können, wenn es darum geht, sich selber treu zu bleiben – das eben bedeutet Resilienz“, so Evan Romero-Castillo.

Der Kommunikationswissenschaftler und Journalist wurde 1972 in Cáracas/Venezuela geboren und lebt nach einem Zwischenaufenthalt in den USA nun seit einigen Jahren in Hamburg.

Freuen wir uns auf Videos mit Musik von: Culture Club, Foo Fighters, the Knife, Gossip, Me'shell Ndegeocello, Macy Gray, Melissa Etheridge, Frankie goes to Hollywood, Mathilde Santing, Rammstein, Revolverheld, Bronski Beat, Xiu Xiu, HK 119, CocoRosie, Sigur Ros und Björk.

Evan Romero-Castillo, Kurator der Anthologie, wird anwesend sein.

2009 · Regie: Samuel Bayer, Julien Temple, Whitey McConnaughty, Jonathan Dayton & Valerie Faris, Erwin Olaf, Bernard Rose, Sharon Berkal u.a. (18 Musikvideos) · 80‘

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Abspann

Sa 6. November · ab 21:00 Uhr

Die erste Queerstreifen-Party im SpecOps

Wer stundenlang vor der Leinwand gesessen hat, sollte dringend die Beine bewegen! Wir laden alle herzlich zur ersten Queerstreifen-Party ins SpecOps (früher Elpi) ein.
Bei Sounds und Bier kann man/frau über die Filme des Festivals diskutieren oder einfach entspannen, abtanzen, Spaß haben und flirten.

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Münster-Premiere

Howl

So 7. November · 11:00 Uhr

Das bekannteste Gedicht von Allen Ginsberg vor Gericht

1957 steht in San Francisco ein amerikanisches Meisterwerk vor Gericht. Angeklagt ist „Howl“, das Gedicht von Allen Ginsberg, der es öffentlich zum ersten Mal am 7. Oktober 1955 in der Six Gallery in San Francisco vorgetragen hat. Zwei Jahre später erscheint es im Druck, verlegt bei City Light Books, dem Verlag des Dichters Lawrence Ferlinghetti. 520 Exemplare der ohnehin kleinen Auflage werden daraufhin von der Polizei beschlagnahmt, Ferlinghetti muss sich wegen Verbreitung obszönen Schrifttums vor Gericht verantworten.

Das Verfahren, das „Das Geheul“ und seinen Urheber schlagartig bekannt machte, gilt heute als Geburtsstunde der Gegenkultur.

Der Film von Robert Epstein und Jeffrey Friedman („The Times of Harvey Milk“, „The Celluloid Closet“) rekonstruiert diesen weltgeschichtlichen Moment aus drei Perspektiven. Er dokumentiert die Gerichtsverhandlung, rekonstruiert in Spielszenen die Reaktionen der Beteiligten – und visualisiert das berühmte Gedicht selbst als „Beat Fantasia“ des Zeichners Eric Drooker.

USA 2010 · Regie und Drehbuch: Rob Epstein und Jeffrey Friedman · Kamera: Edward Lachman · Musik: Carter Burwell · Mit James Franco, Jon Hamm, David Strathairn, Mary-Louise Parker, Jeff Daniels u.a. · ab 12 J. · engl.OmU · 90‘

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Münster-Premiere

The Last Summer of La Boyita

So 7. November · 13:15 Uhr

Wer bin ich, und wenn ja, welches Geschlecht? Berührendes Coming-of-Age-Drama aus Argentinien.

Über Jahre hinweg verband die zwölfjährige Jorgelina (Guadalupe Alonso) eine dicke Freundschaft mit ihrer älteren Schwester Luciana. Mit beginnender Pubertät wendet sich diese aber von ihr ab. Enttäuscht fährt Jorgelina allein mit ihrem Vater aufs Land in die Ferien. Dort erweckt der wortkarge und in sich gekehrte Mario (Nicolás Treise) zunehmend ihr Interesse. Zum ersten Mal erlebt Jorgelina das Gefühl des Verliebtseins. Doch Mario hat ein Geheimnis …

Die argentinische Regisseurin und Drehbuchautorin Julia Solomonoff zeichnet in ihrem von Pedro Almodóvar koproduzierten Film sensibel und unverkrampft das Erwachsenwerden als langsamen und komplizierten Prozess. Dabei greift sie weitgehend auf autobiografische Erfahrungen zurück. Für „La Boyita“ erhielt sie über ein Dutzend internationale Auszeichnungen.

EL ÚLTIMO VERANO DE LA BOYITA · Argentinien/Spanien/Frankreich 2009 · Regie und Drehbuch: Julia Solomonoff · Mit Guadalupe Alonso, Nicolás Treise, Mirella Pascual, Gabo Correa, María Clara Merendino u.a. · ab 12 J. · span.OFmO · 93‘

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Münster-Premiere

L‘arbre et la forêt – Family Tree

So 7. November · 15:00 Uhr

Spielfilm über Geheimnisse in einer Familie

Nach der Sommerkomödie „Meeresfrüchte“ (2005) greifen die Regisseure Ducastel und Martineau nun in winterlicher Umgebung ein anderes, sehr viel ernsthafteres Coming-out-Thema in der Familie auf:

Nach dem Tod seines ältesten Sohnes gibt Frédéric preis, was er von dem Verstorbenen gehalten hat. Er fühlt sich nun frei, seiner Familie ein 60 Jahre lang gehütetes unaussprechliches Geheimnis zu offenbaren, in das nur seine Ehefrau und sein Ältester eingeweiht waren: Als junger Mann wurde Fréderic in das Konzentrationslager Schirm-eck deportiert – wegen Homosexualität. In der Hoffnung, die Vergangenheit für immer begraben zu können, heiratete er nach dem Krieg.

Der Film ist ein intimes Familienporträt und berührt das Tabu der Verfolgung Homosexueller während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich.

Frankreich 2009 · Regie und Drehbuch: Olivier Ducastel und Jacques Martineau · Kamera: Matthieu Poiret-Delpech · Mit Guy Marchand, Françoise Fabian, Sabrina Seyvecou u.a. · ab 0 J. · digitale Projektion · franz.OFmO · 97‘

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Münster- Premiere

Sœur Sourire – die singende Nonne

So 7. November · 17:00 Uhr

Biopic über die Frau hinter dem Welthit „Dominique“

Auf der Suche nach Erfüllung in ihrem Leben und auf der Flucht vor ihrer lieblosen Mutter tritt Jeannine Deckers 1959 in das Dominikanerinnen-Kloster von Fichermont in Belgien ein. Während die strenge Disziplin ihr zu schaffen macht, findet sie Halt in der Musik. Sie komponiert das Lied „Dominique“ – eigentlich eine Huldigung des Ordensgründers Dominik, doch völlig unerwartet erobert der Song die Hitparaden auf der ganzen Welt, während Schwester Luc-Gabrielle als „Sœur Sourire“ im Hintergund bleibt.

Der Erfolg des Liedes führt aber zum Zerwürfnis mit dem Orden, sodass Jeannine austritt, um fortan mit ihrer Freundin Annie Pecher zusammen zu leben und eine Karriere als „weltliche“ Chanson-Sängerin zu verfolgen, die jedoch letztlich scheitert.

Stijn Coninx‘ Film erzählt mit wunderschönen Bildern die Geschichte einer selbstbewussten Frau, die mit ihrem Leben ihrer Zeit voraus war.

Sœur SOURIRE · Frankreich/Belgien 2009 · Regie: Stijn Coninx · Drehbuch: Stijn Coninx, Ariane Vart, Chris Vander Stappen · Kamera: Yves Vandermeeren · Musik: Bruno Fontaine · Mit: Cécile de France, Filip Peeters, Marie Kremer, Sandrine Blancke, Chris Lomme, Jo Deseure u.a. · ab 12 J. · franz.OmU · 124‘

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Münster-Premiere

House of Boys

So 7. November · 19:20 Uhr

Wildes Leben aus Sex, Tanz und Musik in Amsterdam – doch dann kommt Aids

Nachdem Frank (Layke Anderson) in den 80er Jahren sein Coming-Out hat, entflieht er dem Luxemburger Kleinstadtleben und strandet im „House of Boys“ in Amsterdam. In dem Männerstripclub und Cabaret, das von „Madame“ (Udo Kier) geleitet wird, kann er sich im Kreise von farbenfrohen und schillernden Gestalten voll ausleben und verliebt sich in seinen Zimmergenossen Jake (Benjamin Northover).

Sein Schicksal nimmt eine dramatische Wende, als er nach einer intensiven Nacht mit Jake erfährt, dass bei Jake Aids diagnostiziert wurde. Es beginnt ein verzweifelter Kampf gegen eine übermächtige Krankheit.

„House of Boys“ ist tragisch und unterhaltsam zugleich, ein farbenfroher Film mit skurrilen Figuren und einer großen Liebesgeschichte. Eine Geschichte aus einer Zeit, in der Aids noch völlig unerforscht war.

Luxemburg/Deutschland/Belgien 2009 · Regie: Jean-Claude Schlim · Drehbuch: Robert David Graham, Jean-Claude Schlim · Kamera: Carlo Thiel · Mit Layke Anderson, Benjamin Northover, Udo Kier, Stephen Fry u.a. · dt. Synchronfassung · 110‘

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Münster-Premiere

The Owls

So 7. November · 21:30 Uhr

„Femmage“ an Krimi-Klassiker à la Highsmith mit „Older Wiser Lesbians“ (OWLs)

Früher kämpften sie für die Utopie einer „Lesbian Nation“, doch mitterweile sind sie weit in den Dreißigern und der Traum ist ausgeträumt. Einst waren sie die Riot-Girrrl-Band „Screech“ mit politisch-feministischen Texten, jetzt sehen sich die vier Lesben in den mittleren Jahren - Carol, MJ, Lily und Iris - in ihren persönlichen Problemen gefangen, in einer Gesellschaft, die noch immer keinen Platz für sie hat und mit einer jüngeren Generation, der politischer Kampf egal ist.

Dann taucht Skye (Skyler Cooper) bei dem Quartett auf, auf der Suche nach ihrer Freundin Cricket (Deak Evgenikos). Leider haben die vier Frauen diese vor einem Jahr „aus Versehen“ getötet und die Leiche verschwinden lassen. Nun beginnt ein psychologisches Spielchen, ganz in der Tradition der Krimiklassiker von Patricia Highsmith.

Das Drehbuch zu diesem Low-Budget-Kollektiv-Film schrieb Schriftstellerin Sarah Schulman als Einblick in die Psyche ihrer Lesben- Generation. Regisseurin Cheryl Dunye („The Watermelon Woman“) führt ihr Publikum mit „The Owls“ bewusst auf eine experimentelle filmische Tour de Force.

USA 2009 · Regie: Cheryl Dunye · Drehbuch: Sarah Schulman, Cheryl Dunye · Kamera: Alison Kelly · Mit Guinevere Taylor, Lisa Gornick, Cheryl Dunye, V.S. Brodie, Skyler Cooper, u.a. · ab J. · engl. OmU · 66'

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Das Queerstreifen-Programmheft

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Impressum

Vorbereitungsgruppe
B
arbara Schonschor + Christine Schewe + Claudia Lindner + Manuel Jennen + Stefan Jung + Thomas Behm (V.i.S.d.P.)
+++ Anschrift Queerstreifen / Die Linse Warendorfer Str. 45 48145 Münster Tel. 0251.30307 Fax 0251.30308
+++ Danke für die Zusammenarbeit und Unterstützung an androGym + Antidiskriminierungsstelle der Stadt Münster + Cinema + Die Linse + Frauenreferat AStA FH Münster + Lesbenreferat AStA Uni Münster + Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg / International Queer Film Festival + Lesbisch-schwule Filmtage Karlsruhe + Perlen Hannover + queerfilm festival Bremen + QueerFilmFestival Esslingen + Schwulenreferat AStA Uni Münster +++ Wir arbeiten mit den „QueerScope – Independent German Queer Filmfestivals“ zusammen.

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Archiv

Hier geht es zum Archiv der 2. Queerstreifen (1999) bis zu den 11. Queerstreifen (2009). 1998 gib es nicht im Netz, damals waren wir noch nicht so weit ...


Öffnet externen Link in neuem FensterArchiv 1999-2009

zum Ansehen oder Download Foto anklicken

Eintrittspreise

Vorverkauf bis Mi 3. Nov.: 5,70 €
ab Do 4. Nov.: 7,20 €
5er-Karte übertragbar (5,00 Euro/Karte): 25,00 €
Dauerkarte (4,00 Euro/Karte): 68,00 €

Reservierungen können nur zu dem gerade gültigen Eintrittspreis abgeholt werden.

Das Programm in Übersicht

Do 4. Nov.
19:00 Eröffnung mit Kurzfilmen
20:15 The Topp-Twins (engl.OFmO)
22:00 Viola di Mare (ital.OmO)

Fr 5. Nov.
18:30 Edie & Thea (engl.OmU)
20:00 Patrik 1,5 (schwed.OmU)
22:15 Best of 21st Hamburg Lesbisch Schwule Filmtage
24:00 L.A. Zombie (oD)

Sa 6. Nov.
15:00 Contracoriente (span.OmeU)
17:00 The Four-Face Liar (engl.OFmO)
18:45 The Kids are all Right (dF)
20:45 Das verrückte Liebesleben des Simon Eskenazy (franz.OmU)
22:45 Resilience: Queers in Music Video 1979-2009
ab 22:00 ABSPANN 1. Queerstreifen-Party im Öffnet externen Link in neuem FensterSpecOps

So 7. Nov.
11:00 Howl (engl.Omu)
13.15 The Last Summer of La Boyita (span.OFmO)
15:00 L‘Arbre et la Foret (franz.OFmO)
17:00 Soeur Sourire – Die singende Nonne (franz.OmU)
19:20 House of Boys (dt. Fassung)
21:30 The Owlgs (engl.OmU)

Spielplan

Freitag, 1. Dezember 2017
22:30
Sonntag, 3. Dezember 2017
11:00
14:45
Montag, 4. Dezember 2017
20:00
Mittwoch, 6. Dezember 2017
22:45
Samstag, 9. Dezember 2017
14:45
Sonntag, 10. Dezember 2017
14:45
17:00
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Dienstag, 19. Dezember 2017
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Freitag, 29. Dezember 2017
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Samstag, 30. Dezember 2017
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Sonntag, 31. Dezember 2017
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Montag, 1. Januar 2018
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Dienstag, 2. Januar 2018
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Mittwoch, 3. Januar 2018
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Donnerstag, 4. Januar 2018
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Freitag, 5. Januar 2018
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Sonntag, 11. Februar 2018
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