Stummfilm mit Livebegleitung

"Schwarzweiss ist die bessere Farbe". Unter diesem Motto läuft seit 2013 unsere Reihe mit Stummfilmen und Livebegleitung.

Musikalische Beiträge der besonderen Art stehen an ungefähr jedem 2. Sonntag im Monat um 11:00 Uhr auf dem Programm. Der Münsteraner Musiker Helmut Buntjer kuratiert das Programm und lädt zu den verschiedenen Matineen unterschiedliche Musiker ein. Mehr http://www.helmutbuntjer.de/

Rückblick: In dieser Filmreihe lief bereits...

Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Berlin – Die Sinfonie der Großstadt

So 17. Mai 2015 · 11:00 Uhr
Live begleitet vom Ensemble LILAC TRUTH mit Gästen

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Der Kassenmagnet aus dem Jahre 1927 mit Livemusik! Rasanz – viele Schienen – 1 hüpfender Arbeiter

Ein Kultfilm? Für Viele. Ein Film auf Absinth? Vielleicht. In jedem Falle ein Film, den man gesehen haben sollte. Immer wieder ist das Publikum verblüfft über “das, was es damals schon gab”, über die Gigantomanie der Fabriken, über die Buntheit der Gesellschaft, über den Trubel. Ruttmann setzt das moderne Berlin seiner Zeit äußerst rasant in Szene, mit virtuosen Filmschnitten gelingt ihm ein brillanter Blick auf die Virilität der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Unbedingt sehenswert.

Sehr nah an dieser Art der künstlerischen Annäherung ist das, was das TTRIO musikalisch beisteuert. Anders als in der Originalversion spielt das TTRIO diesen Film nicht mit dem Originalsoundtrack, sondern schafft auf improvisatorischem und kompositorischem Weg einen zeitgemäßen Zugang. Unbedingt hörenswert. Laut, zart, schrill, innig. Die Presse meinte im Sommer 2009: »Diese Film in einem Parkhaus zu zeigen, und das bei laufendem Betrieb, darauf muss man erst einmal kommen … und wie das funktioniert hat: Der säkulare Sound der Straße, die Busse, Krads, die Sirenen und LKW, all das mischt sich mit dem hervorragenden und der Filmvorlage in allem ebenbürtigen Klangkosmos, den das Theaitetos Trio scheinbar traumwandlerisch sicher allen Facetten des Films beisteuerte. Toll.« (MZ)

Damals wurde der Film tatsächlich im Parkhaus Engelenschanze gezeigt. Nun, das geht heute leider nicht. Aber der Soundtrack ist derselbe geblieben. Mal sehen (und hören), ob es auch ohne das damalige Verkehrsrauschen funktioniert … Wir glauben: Aber ja! Musikalisch begleitet von Helmut Buntjer, Johannes Dolezich, Udo Herbst, Bernd Kortenkamp.

The Lilac Truth ist ein Musikensemble Buntjers, das immer wieder je nach Anlass neu gebildet wird. In diesem Falle werden wahrscheinlich dazugehören: Theaitetos Trio, Gereon Voß, Mitglieder der Banda Inglese und der Banda Mobilé. Dazu kommen weitere Freunde und Weggefährten. Ein großes Ensemble.

Deutschland 1927R: Walther Ruttmann • Db: Karl Freund, Carl Mayer, Walther Ruttmann • K: Robert Baberske, Reimar Kuntze, Karl Freund, László Schäffer • ab 0 J. • 65'

Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens

So 12. April 2015 · 11:00 Uhr
Live begleitet von Helmut Buntjer (Posaune, Ukulele, Elektronik), Johannes Dolezich (Piano, Flöten, Toypiano), Udo Herbst (Gitarre, E-Gitarre, Schränkchen) und Bernd Kortenkamp (Wachtelrealisator, Interpulsat-Neoschall, Schrott)). Alle Vier singen bisweilen auch.

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Live begleitet vom Theaitetos Trio

Kaum dass Nosferatu, der phallische Rafzahn, seine Beisserchen an die Kehle der opferbereiten Schönen setzt, wird im Publikum auch schon wieder kräftig losgeprustet. Weil das Toy-Piano leise säuselt, was die hingebungsvolle Schöne vielleicht denkt, aber in Murnaus stummen Bildern eben stumm für sich behalten muss: „Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden!“ Mit nur wenigen Takten aus Benatzkys „Weißem Rößl“ wird der schwarzweiße Leinwandalbtraum zur bunten Operetten-Groteske.

Dem tiefenpsychologischen Spürsinn des Theaitetos Trios sei Dank! Die legendären Experten in Sachen schräger Musik wissen eben, wie klein der Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen bei diesem mittlerweile fast tot adaptierten Untoten Nosferatu sein kann – und demontieren ihn lustvoll. Eines ist die Tonkulisse des Theaitetos Trios niemals: blutleer. Und darauf kommt es bei einem Vampirfilm doch schließlich an, oder?“ (Westfälische Nachrichten)

„... hemmungsloser Spass und tiefes Mitgefühl für das Monster kennzeichnen am besten, was das Theaitetos Trio zu Gehör brachte: Eine wahre Symphonie des Grauens, unterlegt mit wunderbar stillen Liebesliedern („This is a strange country“ – hinreissend) an die entfernte Geliebte ... Dass dabei der ironische Blick nicht fehlte, das konnte man vorher wissen. Nichts für Puristen, alles für Genießer. Hörenswert.“ (Carl Fricke)

Deutschland 1922R: Friedrich Wilhelm Murnau • Db: Henrik Galeen • K: Fritz Arno Wagner • Musik: Hans Erdmann • Mit Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder, Alexander Granach • ab 12 J. • 94'

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Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Ekel – Repulsion

So 15. März 2015 · 11:00 Uhr
Live begleitet von Ludger Schmidt (Cello), Helmut Buntjer (Posaune), Ulrike Rehbein (Stimme)

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Der Klassiker des russischen Kinos – live begleitet

EKEL ist der erste von insgesamt drei Filmen der später sogenannten Mieter-Trilogie Polanskis. Die beiden nächsten Filme dieser Trilogie sind ebenso bekannt geworden: Rosemary’s Baby und Der Mieter. Kurz gesagt könnte man diese Filme als psychologisch begründeten Horror beschreiben, in allen drei Filmen spielt die Verortung der Handlung in einer Wohnung eine spezielle Rolle. Man könnte EKEL insofern auch ein Kammerspiel nennen. Aber ein ganz schön Hartes.

Die Hauptperson Carole Ledoux, intensiv gespielt von der jungen Catherine Deneuve, hegt einen in ihrer Vergangenheit begründeten tiefen Ekel gegenüber dem männlichen Teil der Menschheit. In Folge dieser Gefühlslage müssen mehrere Männer ihr Leben lassen, ganz unfreiwillig, wie sich denken lässt. All das scheint Carole wie unter Zwang tun zu müssen, sie halluziniert und sieht sich beängstigenden Visionen ausgesetzt …

Der Film besticht durch die Stärke seiner Bilder so sehr, dass der Kurator dieser Filmreihe sich entschlossen hat, ihn in das Stummfilmprogramm zu nehmen, ihn also ohne Ton zu zeigen. Aber nicht ohne Worte. Denn als special guest wird die Münsteraner Schauspielerin Ulrike Rehbein live kommentieren, urteilen, zitieren und improvisieren. Dazu spielt Ludger Schmidt Cello.

Beide dürften in Münster keine Unbekannten sein: Rehbein kennt man als ehemaliges Ensemblemitglied sowohl des Theaters Münster als auch des Bonner fringe ensembles, Schmidt als Cellisten in Jan Klares famosen Dorf. Helmut Buntjer und Schmidt trafen sich beim Jazzfestival Moers auf der Bühne und sind seitdem im regelmäßigen Kontakt.

Mit Ihrer Begleitung wollen die drei alle Ebenen des Films hörbar machen, schwache kaum wahrnehmbare Bedrohungen ebenso wie den puren Horror, den die Deneuve als Carole Ledoux durchleiden muss. Das kann sehr intensiv werden, auf alle Fälle sehr spannend. Ein Filmkonzert der Extraklasse. Sag ich mal so.

REPULSION • Großbritannien 1965R: Roman Polanski • Db: Roman Pola?ski, Gérard Brach • K: Gilbert Taylor • Musik: Chico Hamilton • Mit Catherine Deneuve, Yvonne Furneaux, Ian Hendry, John Fraser u.a. • ab 16 J. • 104'

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Panzerkreuzer Potemkin

So 15. Februar 2015 · 11:00 Uhr
Live begleitet von Anja Kreysing (Akkordeon) und Helmut Buntjer (Posaune, Euphonium, verstärkte Messer)
12 € / VVK: 10 €

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Der Klassiker des russischen Kinos – live begleitet

Die Handlung lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905 im Schwarzmeerhafen Odessa an, der Meuterei der Besatzung des russischen Kriegsschiffs Knjas Potjomkin Tawritscheski gegen deren zaristische Offiziere. Sergei Eisenstein selbst beschreibt sein Werk als eine tragische Komposition – eine Tragödie in fünf Akten.

1. Der Beginn: Die Matrosen der Potemkin sollen faules Fleisch zu essen bekommen. Es kommt zu Unmut; sie weigern sich, die Suppe anzurühren.
2. Der Aufstand: Der Kapitän beschließt, ein Exempel zu statuieren und einige Matrosen erschießen zu lassen. Nachdem sich die Wache mit den Matrosen solidarisiert hat, kommt es zum Aufstand, und die Matrosen übernehmen das Schiff. Einer der Anführer, Wakulintschuk, wird dabei getötet.
3. Trauer: Wakulintschuks Leiche wird in Odessa in einem Zelt auf der Hafenmole aufgebahrt; die Bewohner der Stadt trauern um ihn und solidarisieren sich mit den Matrosen. Sie schenken ihnen Lebensmittel.
4. Die Hafentreppe von Odessa: Die zaristische Armee beginnt, auf die auf der Treppe versammelte Menschenmenge zu schießen. Es bricht Panik aus, und die Menschen beginnen zu fliehen.
5. Die Begegnung mit der Flotte: Die Matrosen beraten, ob sie landen sollen, um der Bevölkerung von Odessa zu helfen. Doch da bereits ein Admiralsgeschwader gegen sie unterwegs ist, beschließen sie, diesem entgegenzufahren. Beim Aufeinandertreffen der Schiffe kommt es zur Verbrüderung zwischen den Matrosen der Potemkin und denen des Admiralsgeschwaders, und die Potemkin kann in offene Gewässer fahren.

UdSSR 1925R: Serge Eisenstein • Db: Nina Agadschanowa • K: Wladimir Popow, Eduard Tisse • Mit Alexander Antonow, Wladimir Barsk, Grigori Alexandrow, Iwan Bobrow, Michail Gomoro, Alexander Lewschin, N. Poltawzew, Andrei Fait u.a. • 75'

Anja Kreysing: Filmmusik, filmische Musik und (Stumm-)Filmvertonungen sind der Kern ihrer Arbeit. Ihre musikalischen Wurzeln stecken zwischen Weltmusik und moderner Klassik und so nutzt sie für die Vertonung von Filmen und Videos oder die Begleitung von Stummfilmen ihr Akkordeon in Verbindung mit Elektronik. Elektronische Klanglandschaften und die melodischen Strukturen des Akkordeons generieren dichte akustische Räume und Atmosphären. Stummfilme begleitet sie live mit Akkordeon und Elektronik, welche auch durch das Akkordeon unmittelbar gesteuert wird. Die so entstehenden – z.T. gewaltigen – Klangwände wie auch die dem Akkordeon eigene Sentimentalität unterstreichen die Poesie und Intensität der alten Filmbilder.

Helmut Buntjer: Kurator der Stummfilm-Reihe. Helmut Buntjer ist in erster Linie Posaunist. In vielen anderen Dingen ist er auch vieles Andere.

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Schwarzweiße Weihnachten. Wie vor 101 und 112 Jahren – Weihnachtsfilme von 1913 und 1902

Do 25. Dezember 2014 · 21:00 Uhr (21:00 Uhr ist richtig – leider steht an anderen Stellen eine falsche Zeit)

Musikalisch untermalt werden diese Stummfilme live von Gereon Voß am Schlagzeug, der garantiert nicht nur Weihnachtslieder spielen wird. Dazu kommt als Gast und Gastgeber Helmut Buntjer, der Kurator dieser Reihe. Er spielt – passend zu Weihnachten – güldenes Blech: Die Posaune. Frohe Weihnachten!

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Exakt 101 Jahre sind zwei Filme alt, die, passend zum Anlass, am Ersten Weihnachtstag in der Nachtschicht gezeigt werden. In WEIHNACHTEN DER INSEKTEN organisiert der Weihnachtsmann ein Fest für die Kinder des Waldes: den Marienkäfer, die Libelle, die Hirschkäferfamilie und den Frosch. Wladyslaw Starewicz, der Vater der russischen Trickfilme, erweckt seine Tiere zum Leben und lässt sie vor Freude Purzelbäume schlagen. Alles ohne Computeranimation, dafür in Stop-Motion-Technik: Einzelne Bilder von Puppen werden aneinandergereiht, wobei für jedes Bild die Puppen nur ein kleines bisschen verändert werden.

DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN, ein skurriler Film nach dem gleichnamigen russischen Weihnachtsmärchen von Nikolai Gogol, spielt in einem ukrainischen Dorf. Der Schmied hat ein Problem: Seine Angebetete will ihn nur heiraten, wenn er ihr dieselben Schuhe verschafft, die die Zarin trägt. Dafür ist er sogar bereit, die Hilfe des Teufels in Anspruch zu nehmen. Und das kurz vor Weihnachten.

DIE REISE ZUM MOND aus dem Jahr 1902 ist einer der ersten Science-Fiction-Filme und basiert auf den Romanen Von der Erde zum Mond (Jules Verne) und Die ersten Menschen auf dem Mond (H.G. Wells). Als professioneller Zauberkünstler war der Regisseur Georges Méliès bestens mit dem Einsatz von Bühnentechniken und -effekten vertraut, und viele dieser Tricks finden sich in seinen Filmen wieder. Dazu ersann er neu visuelle Effekte wir Doppelbelichtungen, Split Screens und anderes. Seinerzeit und auch heute noch verblüffender Science-Fiction eben.

DIE REISE ZUM MOND • Frankreich 1902 • Regie: Georges Méliès • ab 6 J. • Spielfilm mit Georges Méliès, Bleuette Bernon, Henri Dalannoy, Jeanne d'Alcy, Victor Andre • ohne Dialoge • 16’

DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN • RUS 1913 • Regie: Ladislav Starewicz • mit Ivan Mozzhukhin, Olga Obolenskaya, LidiyaTridenskaya u.a. • ab 6 J. • ohne Dialoge • 37’

WEIHNACHTEN DER INSEKTEN • RUS 1913 • Regie: Wladyslaw Starewicz • ab 6 J. • Trickfilm • ohne Dialoge • 7’

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Ein Fellini Abend mit Musik von Nino Rota

Mi 26. November 2014 · 22:45 Uhr 
Es spielt das „Ensemble Pninin“ in der Besetzung: Serge Corteyn (Gitarre), Nikola Glavas (Akkordeon), Gereon Voß (Vibraphon), Andreas Seemer-Koeper (Schlagzeug, Musikalische Leitung). Das „Ensemble Pninin“ ist ein Autoren-Ensemble, entstanden auf Initiative von Andreas Seemer-Koeper. Musiker mit unterschiedlichen musikalischen Biografien tun sich zusammen, um Programm zu machen. Neben der (Ur)-Aufführung und Pflege der eigenen Kompositionen entstehen auch themengeleitete Konzertprogramme, so wie dieser Nino Rota Abend.

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Ein Fellini Abend mit Musik von Nino Rota

Federico Fellini war ein Zauberer des Kinos. Er dachte in Bildern. Seine Notizbücher enthalten keine ausformulierten Filmideen, sondern Karikaturen und Zeichnungen. Es sind erste, graphische Notizen über die Gestalten, die später in seinen Filmen auftreten. Für Fellini war das Zeichnen seine Methode, dem gerade entstehenden Film zum ersten Mal ins Gesicht zu blicken.

Obwohl auch als klassischer Komponist erfolgreich, wurde Nino Rota vor allem durch seine Filmmusiken berühmt. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen sicherlich die Partituren zu „Der Pate“ von Francis Ford Coppola, zu Luchino Viscontis „Der Leopard“ sowie zu „Krieg und Frieden“ unter der Regie von King Vidor. Mit Fellini verband Nino Rota eine besondere Freundschaft. Dank seiner Fantasie und seiner Fähigkeit zur Improvisation war er ihm ein kongenialer Partner und schrieb bis zu seinem Tod die Musik zu sämtlichen Fellini-Filmen.

Man muss sich das so vorstellen: Nino Rota am Klavier, Fellini seitlich dahinter, mit lauter Stimme pfeifend, rufend, erklärend, während Rota improvisierend mit traumwandlerischer Sicherheit den Rhythmus und die Stimmung der gerade beschriebenen Fellini-Szene einfängt.

Dieser Abend nun dreht die Perspektive um. Ausgehend von den Partituren Nino Rotas sucht sich diese Musik die passenden Bilder aus dem Bilder-Fundus des zugrunde liegenden Films. Es ist eine Reise durch die Ereignisse, Inhalte, Stimmungen und Gestalten des Films jenseits einer von gesprochenem Text bestimmten Handlungslogik.

Gezeigt werden Ausschnitte aus den Fellini Filmen CASANOVA und DIE CLOWNS.

Casanova
Alle Welt bewundert, beneidet ihn, ist auf ihn eifersüchtig. Und wirklich, was ist das für ein Mann! Aber, Casanovas Eros ist zwanghaft, es ist der beängstigende und mechanische Eros einer menschlichen Kolbenmaschine. Es ist der katholische Eros von jemandem, der die Frauen wie Tiere oder wie Engel ansieht, nie wie Frauen, und der in der sinnlichen Beziehung nur sich selbst sucht und findet.
Italien 1976R: Federico Fellini • K: Giuseppe Rotunno • Musik: Nino Rota • Mit Donald Sutherland u.a.

Die Clowns
Die Clowns aus der Manege, die Clowns aus der Kinderzeit, wo sind sie geblieben? Gibt es sie noch, diese derbe Komik, diesen ohrenbetäubenden Klamauk, der früher so belustigt hat? Im heutigen Zirkus finden sich nur noch letzte, verschwindende Spuren.
Italien 1970R: Federico Fellini • K: Dario Di Palma • Musik: Nino Rota

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Das Cabinet des Dr. Caligari

Mi 22. Oktober 2014 · 22:45 Uhr 
Musikalisch live begleitet von Interzone perceptible

Auf dem Weg ins Irrenhaus

„Du musst Caligari werden!“ las man 1920 an den Litfaßsäulen Berlins, darunter sah man zwei sich verkrampfende Hände. Man musste ins Kino, um Näheres zu erfahren. Ein Irrer erzählt: von seiner Verlobten, vom Jahrmarkt, von einem Schlafwandler, von Mord, Entführung und Dr. Caligari, dem dämonischen Schausteller, Wissenschaftler, Arzt. Interzone perceptible präsentiert zu dem expressionistische Meisterwerk von Robert Wiene aus dem Jahre 1919 und Urvater des TerrorFilmGenres die Musik <-ENSLAVED 1726 [.

Der Film erzählt die Geschichte des Dr. Caligari, der mit Hilfe eines Somnambulen namens Cesare eine Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Tagsüber präsentiert er den an einer merkwürdigen, tranceartigen Krankheit leidenden Cesare auf dem Jahrmarkt. Dort sagt der Cesare den Schaulustigen die Zukunft voraus. Des Nachts aber schleicht dieser Sklave Caligaris durch die Stadt und begeht unter dem Einfluss seines Herrn furchtbare Morde.

Als eines Nachts ein junger Mann ermordet wird, dem Cesare den nahen Tod prophezeit hatte, ahnt Francis, ein Freund des Toten, dass Caligari mit der Sache zu tun hat. Als Francis Freundin Jane von Cesare entführt wird, wird der Verdacht zur Gewissheit. Eine aufgebrachte Menge macht sich auf die Jagd nach dem flüchtenden Doktor. In einem Irrenhaus scheint Francis den Schausteller in die Enge getrieben zu haben, da muss er eine furchtbare Entdeckung machen: Der wahnsinnige Dr. Caligari ist der Direktor der Anstalt.

Deutschland 1919R: Robert Wiene • Db: Carl Mayer, Hans Janowitz • K: Willy Hameister • Mit Werner Krauß, Conrad Veidt, Friedrich Fehér, Lil Dagover, Hans Heinrich von Twardowski, Rudolf Lettinger, Ludwig Rex, Elsa Wagner, Henri Peters-Arnolds, Hans Lanser-Rudolff • ab 12 J. • 78'

Die Klangreise der Industrial soundart Spezialisten für elektrifiziertes Akkordeon, E-Bass, Live-Elektronik, Zuspielungen, Metalchimes, Screams, Growls’n’whisperings, Sampling, Kindermegaphon, Rauschgenerator, Brüllteufel und Blasts führt in neue Distortion Winterwälder. BlackMetalstreifungen jagen Film und Musik ins Irrenhaus. Herrrrreinspazzziiiieeeert.

Interzone perceptible ist seit nunmehr 14 Jahren ein Begriff in Sachen Stummfilmvertonung auf höchstem Niveau. Mit elektrifiziertem Akkordeon, E-Bass, Live-Elektronik und Zuspielungen holen die beiden an der Folkwang Hochschule Essen studierten Komponisten/Performer Sven Hermann und Matthias Hettmer den Stummfilm der 10er/20er-Jahre ins 21. Jahrhundert. Mit ihren Stummfilm-Projekten sind sie international tätig, spielten auf Einladung des Goethe-Instituts in Süd-Korea, den USA und Finnland und spielen auf diversen Stummfilmfestivals im europäischen Raum. Da jeder Film nach einer eigenen, individuellen Klanglandschaft verlangt, wird in jedem StummFilmKonzert eine neue Facette der „industrial soundart“ von IP freilegt.

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Livefilme von Achim Kämper

Mi 9. Juli 2014 · 22:45 Uhr 
Musikalisch live begleitet von Jan Klare - Sax, Luc Ex - Bass, Michael Vatcher - Drums

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Foto: Frank Schindelbeck

Livemusik von RKeT zu Livefilmen von Achim Kämper

Mit dem legendären Bassisten Luc Ex und dem stilbildenden US-Drummer Michael Vatcher hat der Münsteraner Saxophonist Jan Klare zwei international renommierte Partner für sein Trio RKeT vereint, das eine explosive Mischung aus zeitgenössischem Jazz, 80er- Jahre-Punk und freier Improvisation spielt. Gemeinsam werden die drei Ausnahmemusiker Projektionen von Achim Kämper begleiten, der abstrakte Formen und konkrete Bilder mit unterschiedlichen Techniken auf die Leinwand bringt.

Achim Kämper ist Preisträger Jazzwerkruhr 2006 für seine DVD „kuhzunft“ mit Filmen und Musikvideos. Seine Arbeiten im Bereich Film erinnern an die visuelle Musik der 1920er. Auf kleinstem Raum entstehen unkonventionelle Bilder durch Materialien wie Knete, Ton, Wasserfarbe, Bauklötze oder Licht. Inspiriert von Traumwelten entstehen konkrete Bilder und abstrakte filmische Ideen.

Deutschland 2014Regie: Achim Kämper • ohne Dialog

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Kurze Filme von Werner Nekes

Mi 28. Mai 2014 · 22:45 Uhr 
Der Film wird musikalisch begleitet von Erhard Hirt

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Der 1944 geborene Werner Nekes macht seit 1965 Filme, etliche zusammen mit seiner Frau, der Filmemacherin und Malerin Dore O.. Nekes widmet sich in seinen Filmen oftmals dem Sehen und der Struktur und Funktionsweise des Films.

Der Improvisationsmusiker Erhard Hirt wählte vier Frühwerke aus.
Erhard Hirt: „Werner Nekes Kurz- und Experimentalfilme sah ich zum ersten Mal in den 70er Jahren in unserem heimischen Programmkino. Ähnlich wie wir als Improvisationsmusiker alle musikalischen Parameter und überkommenen Spielpraktiken hinterfragten, stellte auch Nekes noch einmal radikal die Frage danach, was Film überhaupt ist und arbeitete besonders in seinen frühen Kurzfilmen konsequent mit Grundbausteinen filmischen Schaffens um zu ganz eigene Ansätzen zu gelangen. Ich fühlte also so etwas wie eine Geistesverwandtschaft zu dem, was wir innerhalb der Musikszene (ver)suchten.“

Das Programm:

Vis-á-vis
Eine fixierte Kameraeinstellung auf sechs Personen, die bewegungslos in die Kamera schauen. Mit der Zeit können winzige minimale Bewegungen der Personen unterschieden werden.
D 1968 • schwarz-weiß • 14‘

Muhkuh
Dieser Film für "orale Kulturkreise" zeigt in einer Einstellung Kühe auf einer norddeutschen Weide, die sich in Unterbrechungen auf die Kamera-Arbeit zu konzentrieren versuchen - "… so lange … bis zwei im Hintergrund vorbeigleitende Autos als Aktionshöhepunkt dankbaren Applaus erhalten …" (Peter Steinhart, Rheinische Post, 19.12.1968)
D 1968 • schwarz-weiß • 14‘

jüm-jüm
Ein Mädchen schaukelt vor einem gemalten Bild.
D 1967 • Regie: Werner Nekes und Dore O. • Farbe • 10‘

gurtrug Nr. 1
26 Personen und zwei Pferde bewegen sich auf der Grasfläche = Leinwandfläche und drücken dabei sich selbst aus. Wiederholt wird dieses Bild durch eine scheinbare Störung unterbrochen, die der Betrachter zu gerne enträtseln möchte.
D 1967 • Farbe • 12‘

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Regie: Werner Nekes • ohne Dialog • gesamt 50'

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe | 1/4 Jh. Linse – Darf's ein bisschen mehr sein?

A Florida Enchantment

Mi 21. Mai 2014 · 21:00 Uhr 
Der Film wird begleitet von "The Lilac Truth", der Band aus dem Umfeld von Helmut Buntjer

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Brillant und herrlich frivol nimmt der Film Geschlechterrollen auf’s Korn und hat selbst nach exakt 100 Jahren nichts von seiner Bissigkeit verloren

In einer alten Truhe versteckt, befinden sich dubiose Samenkörner, die Frauen in Männer und Männer in Frauen verwandeln. In einem Anfall von Groll schluckt Lilian Travers eines dieser Körner und erwacht am nächsten Morgen mit einem großen, schwarzen Bart. Dieser ist schnell abrasiert, aber gegen die neu erwachte Faszination für das weibliche Geschlecht kann sie sich nicht wehren. Gemeinsam mit ihrem Dienstmädchen, das ebenfalls diese Verwandlung durchführt, findet sie immer mehr Gefallen an ihrer neuen Rolle und steht plötzlich, mit ihrem dreisten Charme, den Herren als Konkurrenz gegenüber.

»A FLORIDA ENCHANTMENT, ist nicht nur eine filmhistorische Perle aus der Stummfilmzeit, es ist vielmehr ein wichtiges Zeitdokument aus dem Jahre 1914 – der erste Film der Filmgeschichte mit queerer Thematik! Brillant und herrlich frivol nimmt dieser Film Geschlechterrollen aufs Korn und hat selbst nach 100 Jahren nichts von seiner Bissigkeit verloren.« (Freiburger Lesbenfilmtage)

USA 1914Regie: Sidney Drew • Drehbuch: Marguerite Bertsch, Eugene Mullin nach dem Buch von Fergus Redmond and Archibald Clavering Gunter • Kamera: Robert A. Stuart • Mit Sidney Drew, Edith Storey, Charles Kent, Mrs. Sidney Drew, Ada Gifford u.a. • ab 6 J. • ohne Dialog • 63'

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Von morgens bis mitternachts

Mi 23. April 2014 · 22:45 Uhr 
Musikalisch interpretiert durch das Schlagzeugquartett Klangwerk Münster in der Besetzung Felix Feßke, Heinrich Link, Peter Paul Kannengießer sowie Moritz Wilking unter der Leitung von Gereon Voß

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Mit Live-Musik des Schlagzeugquartetts Klangwerk Münster

1920 ist das Jahr des expressionistischen Stummfilms in Deutschland, zu dessen bedeutendsten Werken Von morgens bis mitternachts zählt. Für die Geschichte des Kinos sind diese Filme mit ihren verzerrten Perspektiven und ausgeprägten Hell-Dunkel-Kontrasten prägend gewesen.

In Von morgens bis mitternachts erleichtert ein einfacher Kassierer seine Bank um Geld, um einer angebeteten schönen Frau den Kauf eines Bildes zu ermöglichen. Aber als er mit ihr fliehen will, weicht sie entsetzt zurück. Was tun? Er geht nach Hause, aber hält die Tristesse dort nicht aus. Also ab in die große weite Welt, wo er den Lebemann spielt und mit dem Geld um sich wirft.

Der Film spiegelt den Gegensatz von Elend und Reichtum nach dem Ersten Weltkrieg wider und handelt vom versuchten Ausbruch aus der bürgerlichen Gesellschaft. Aber er fand keinen Verleih und kein Kino und galt in Deutschland viele Jahre als verschollen. Belegt ist eine (erste?) Aufführung 1922 – in Japan! Hier hatte Von morgens bis mitternachts großen Erfolg. Von der japanischen Kinemathek beschaffte sich das Staatliche Filmarchiv der DDR eine Kopie und zeigte den Film erstmals 1963 in Ost-Berlin.

Deutschland 1920Regie: Karl Heinz Martin • Drehbuch: Herbert Juttke, Karl Heinz Martin • Kamera: Karl Hoffmann • Mit Ernst Deutsch, Erna Morena, Roma Bahn, Hans Heinrich von Twardowski, Frida Richard u.a. • ab 0 J. • ohne Dialog • 72'

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Erotikon

Mi 26. März 2014 · 22:50 Uhr 
mit Livebegleitung Astor Piazolla und anderen. Das Ensemble „The Lilac Truth“ spielt diesmal in der Besetzung Hugo Gérman Gaido (Konzertgitarre), Juliane Ankele (Cello), Gereon Voß (Schlagwerk, singende Säge) und Helmut Buntjer (Posaune, Euphonum, Ukulele)

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Schwedische Filme, da denkt man an Drama, Ingmar Bergmann und düstere Ritter. Es geht aber auch anders, wenn es 6 Hauptdarsteller gibt, die sich gegenseitig alles Mögliche unterstellen und großen Spaß daran haben, sich gegenseitig eifersüchtig zu machen. Und das nur weil Prof. Leo Charpentier, Gatte der bezaubernden Irene, eine Affinität zur Sexualität kleiner Kerbtiere hat, welche er genauestens untersucht. Das findet seine Frau einigermaßen langweilig, aber auch inspirierend. Gut, dass es den Piloten und Lebemann Baron Felix gibt … und Marte und Prof. Sidonius und Preben und einen Pelzhändler und ein Duell und Briefe und Telefone und Mütter.

Die ironische Art des Erzählens war seinerzeit vollkommen neu und soll auch beim großen Ernst Lubitsch für enorme Heiterkeitsausbrüche gesorgt haben. Es gibt Filmtheoretiker, die in Mauritz Stiller, dem Regisseur von Erotikon, einen Vorgänger Lubitschs sehen. Verwicklungen jedenfalls gibt es zuhauf, zum Beispiel als Preben Leo erklärt, dass Irene ihn mit Felix betrügt, und ihn dazu bringt, sich mit Felix duellieren zu wollen. Er geht, um Felix Leos Karte zu bringen. Marte wiederum, die Leo liebt, schickt Sidonius mit einem Brief zu Felix, in dem sie um Gnade für Leo bittet. Irene hat schließlich genug, packt ihre Koffer und zieht zu ihrer Mutter. Bei Felix sieht Preben die Frau wieder, die er für Irene gehalten hat. Er erkennt seinen Irrtum und will nun seinen Fehler wiedergutmachen. Leo jedoch besteht auf seinem Recht als betrogener Ehemann und beginnt eine Beziehung zu Marte. Irene wiederum will die Scheidung von Leo, weil sie sich neu verheiraten will. Erst nach einiger Verzweiflung erkennt Preben, dass Irene ihn als neuen Ehemann ausgewählt hat. Nach dem Telefonat mit Leo, in dem Irene ihm alles Gute für die Zukunft mit Marte wünscht … und so weiter, bis zum guten oder bitteren Ende. Viel Vergnügen.

Wir zeigen den Film in einer verkürzten Fassung. Dauer ca. 70 min. Dies noch: Mauritz Stiller hat übrigens mit diesem Film 2 Damen zu den Anfängen ihrer Karrieren verholfen. Die eine war Carina Ari, sie schuf die Ballettszene in diesem Film und blieb danach ihr Leben lang in Schweden unbekannt. In anderen europäischen Ländern gelangte sie zu etwas Ruhm. Die andere war Greta Garbo, sie taucht in einer Nebenrolle auf.

Begleitet wird dieser Film durch passende Tangomusik von Astor Piazolla und anderen. Das Ensemble „The Lilac Truth“ spielt diesmal in der Besetzung Hugo Gérman Gaido (Konzertgitarre), Juliane Ankele (Cello), Gereon Voß (Schlagwerk, singende Säge) und Helmut Buntjer (Posaune, Euphonum, Ukulele). Ein akustisches, feines und gekonntes Musikprogramm.

Schweden 1920Regie: Mauritz Stiller • Drehbuch: Gustaf Molander, Arthur Nordén, Mauritz Stiller • Kamera: Henrik Jaenzon • Mit Anders de Wahl,Tora Teje, Lars Hanson, Karin Molander, Vilhelm Bryde, Torsten Hammaren u.a. • ab 0 J. • ohne Dialog • ca. 70'

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Das Phantom der Oper

Mi 26. Februar 2014 · 22:50 Uhr 
mit Livebegleitung von Toytones: Jan Klare, a-sax, bass-sax / Helmut Buntjer, posaune, euphonium, zipzap / Peter Eisold, schlagwerk, harmonika

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Wo die Liebe hinführt – live begleitet von Toytones

Na, das kennen wir doch alle. Dachten wir. Aber hier ist der Originalfilm, der dem Schmonzetten-Musical zugrunde liegt. Alles ist sehr verworren: Ein liebendes Phantom, gleichermaßen ein Geist wie eine verletzte Seele, der in den Katakomben der Pariser Oper haust, in einem irritierenden Kellergewölbe unglaublichen Ausmaßes in schierem Luxus und mit einer Orgel, wie es sich für Wahnsinnige gehört. Es liebt Christine, die junge aufstrebenden Sängerin auf der Pariser Bühne. Verfällt sie ihm? Die Handlung des Films setzt im Opernhaus während einer Ballettvorführung ein ... Am Ende kommt es, wie es kommen muss: Ein Amoklauf des Mob und eine todbringende Hetzjagd auf den Helden, auf das Phantom …

Die drei Musiker der TOYTONES widersetzen sich dieser gemeinen ablehnenden Haltung, sie singen "Phantom, wir lieben dich, wir drei, wir sind dein Freund" und räumen auf mit gängigen Klischees begleitender Filmmusik. Das Trio arbeitete in den späten 90er Jahren intensiv zusammen (CD Sauermarsch, KIP records) und gab eine Vielzahl von Konzerten in der BRD. Nun hat es sich eigens zu dem Zweck wieder zusammen getan, um seinen Lieblingsfilm noch einmal live zu vertonen, mit virtuoser zeitgemäßer Jazzmusik. Das Material wurde überarbeitet und teilweise neu geschrieben. Der Film existierte in verschiedensten Fassungen. Das Cinema zeigt die Version von 1929. Der Hauptdarsteller Lon Chaney war der erste Horrorstar Hollywoods, der unter anderem dafür sehr bekannt war, sein Äußeres extrem verändern zu können.

PHANTOM OF THE OPERA • USA 1925 Regie: Rupert Julian • Drehbuch: Elliot J. Clawson, Raymond L. Schrock, Frank M. McCormack • Kamera: Milton Bridenbecker, Virgil Miller, Charles Van Enger • Musik: Gustav Hinrichs • Mit Lon Chaney, Mary Philbin, Norman Kerry, Arthur Edmund Carewe, Gibson Gowland, John Sainpolis, Snitz Edwards, Virginia Pearson, Mary Fabian: Carlotta (nur in der Fassung von 1929) • 6 J. • ohne Dialog • 106'

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe – Slapstick trifft Jazz

Buster Keatons „Sherlock Junior“ und „The High Sign“

Mi 22. Januar 2014 · 22:45 Uhr 
begleitet mit Live-Jazz von Ben Bönniger (Schlagzeug/Perkussion), David DeGroat (E-Gitarre/Soundeffekte), Marc Picker (Saxophon) und Martin Scholz (Orgel)

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Zwei anrührend, komische Slapstickkomödien aus den 20er Jahren

Mit seinem scheinbar immer starren Gesichtsausdruck stolpert, fällt und flüchtet Buster „Stoneface“ Keaton nun schon seit fast hundert Jahren auf charmante Art durch sein liebenswertes Splastickuniversum und gilt neben Charlie Chaplin und Harold Lloyed als einer der bedeutendsten Komiker der Stummfilmära.

In seinem Regiedebüt „The High Sign“, ein Kurzfilm aus dem Jahre 1920, treiben die bösen Zufälle des Lebens den armen Buster in eine schier unlösbare Situation: die skrupellose Bande der 'Blinking Buzzards“ heuert ihn als Auftragsmörder an, ausgerechnet für den Mann, den er eigentlich beschützen will.

In „Sherlock Junior“ träumt Buster Keaton in der Rolle eines kleinstädtischen Filmvorführers und absoluten Pechvogels davon ein großer Detektiv zu sein. Dies gelingt ihm allerdings nur im Kino als er eines Tages versehentlich bei einer seiner Filmvorführungen einschläft und sich leibhaftig auf die andere Seite der Leinwand begibt: „Ein Film über die Macht des Kinos.“ (Reclam Filmklassiker)

THE 'HIGH SIGN' • USA 1920 Regie: Buster Keaton und Edward Cline • Mit Buster Keaton, Virginia Vox, Joe Roberts u.a. • s/w ohne Dialoge • ca. 20'

SHERLOCK JUNIOR • USA 1924Regie: Buster Keaton • Mit Buster Keaton, Kathryn McGuire, Joe Keaton, Ward Crane u.a. • s/w ohne Dialoge • ca. 45'

Links zu Sherlock Jr.
Internet Movie DB | Wikipedia-Eintrag | Presseartikel bei cinema,

Links zu The High Sign
Internet Movie DB 

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Schwarzweiße Weihnachten. Wie vor 100 Jahren –Weihnachtsfilme von 1913

Mi 25. Dezember 2013 · 21:00 Uhr 
Live begleitet von Gereon Voß am Schlagzeug

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Exakt 100 Jahre sind zwei Filme alt, die, passend zum Anlass, am Ersten Weihnachtstag in der Nachtschicht gezeigt werden. In WEIHNACHTEN DER INSEKTEN organisiert der Weihnachtsmann ein Fest für die Kinder des Waldes: den Marienkäfer, die Libelle, die Hirschkäferfamilie und den Frosch. Wladyslaw Starewicz, der Vater der russischen Trickfilme, erweckt seine Tiere zum Leben und lässt sie vor Freude Purzelbäume schlagen. Alles ohne Computeranimation, dafür in Stop-Motion-Technik: Einzelne Bilder von Puppen werden aneinandergereiht, wobei für jedes Bild die Puppen nur ein kleines bisschen verändert werden.

DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN, ein skurriler Film nach dem gleichnamigen russischen Weihnachtsmärchen von Nikolai Gogol, spielt in einem ukrainischen Dorf. Der Schmid hat ein Problem: Seine Angebetete will ihn nur heiraten, wenn er ihr dieselben Schuhe verschafft, die die Zarin trägt. Dafür ist er sogar bereit, die Hilfe des Teufels in Anspruch zu nehmen. Und das kurz vor Weihnachten.

TIM BURTON’S THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS dauert eigentlich 73 Minuten. Auf 6 Minuten zusammengekürzt und unter Entfernung aller Dialoge samt Musik und Farbe ergibt sich ein veritabler Kurz-Stummfilm, der wunderbar zu den beiden anderen von 1913 passt.

Musikalisch untermalt werden diese Stummfilme live von Gereon Voß am Schlagzeug, der garantiert nicht nur Weihnachtslieder spielen wird. Frohe Weihnachten!

TIM BURTON’S THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS • USA 1993 / 2011Regie: ursprünglich Henry Selick, gekürzt und in einen Schwarzweiß-Film umgewandelt • ab 6 J. • Trickfilm • ohne Dialoge • 6’

DIE NACHT VOR WEIHNACHTEN • RUS 1913 • Regie: Ladislav Starewicz•mit Ivan Mozzhukhin, Olga Obolenskaya, LidiyaTridenskaya u.a. • ab 6 J. • ohne Dialoge • 37’

WEIHNACHTEN DER INSEKTEN • RUS 1913 • Regie: Wladyslaw Starewicz • ab 6 J. • Trickfilm • ohne Dialoge • 7’

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Berlin - Sinfonie der Großstadt

Mi 27. November 2013 · 22:45 Uhr Live begleitet vom Theaitetos Trio
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Der Kassenmagnet aus dem Jahre 1927 mit Livemusik! Rasanz - viele Schienen - ein hüpfender Arbeiter

Ein Kultfilm? Für Viele. Ein Film auf Absinth? Vielleicht. In jedem Falle ein Film, den man gesehen haben sollte. Immer wieder ist das Publikum verblüfft über “das, was es damals schon gab”, über die Gigantomanie der Fabriken, über die Buntheit der Gesellschaft, über den Trubel. Walther Ruttmannsetzt das moderne Berlin seiner Zeit äußerst rasant in Szene, mit virtuosen Filmschnitten gelingt ihm ein brillanter Blick auf die Virilität der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Unbedingt sehenswert.

Sehr nah an dieser Art der künstlerischen Annäherung ist das, was das TTRIO musikalisch beisteuert. Anders als in der Originalversion spielt das TTRIO diesen Film nicht mit dem Originalsoundtrack, sondern schafft auf improvisatorischem und kompositorischemWeg einen zeitgemäßen Zugang. Unbedingt hörenswert. Laut, zart, schrill, innig.

Die Presse meinte im Sommer 2009: „Diese Film in einem Parkhaus zu zeigen, und das bei laufendem Betrieb, darauf muss man erst einmal kommen … und wie das funktioniert hat: Der säkulare Sound der Strasse, die Busse, Krads, die Sirenen und LKW, all das mischt sich mit dem hervorragenden und der Filmvorlage in allem ebenbürtigen Klangkosmos, den das Theaitetos Trio scheinbar traumwandlerisch sicher allen Facetten des Films beisteuerte. Toll.“ (MZ)

Damals wurde der Film tatsächlich im Parkhaus Engelenschanze gezeigt. Nun, das geht heuer leider nicht. Aber der Soundtrack ist derselbe geblieben. Mal sehen (und hören), ob es auch ohne das damalige Verkehrsrauschen funktioniert … Wir glauben: Aber ja!

Musikalisch begleitet von Helmut Buntjer, Johannes Dolezich, Udo Herbst, Bernd Kortenkamp.

Deutschland 1927 Regie: Walther Ruttmann • ab 0 J. • ohne Dialog • 65'

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Wikipedia Eintrag zum Film | Internet Movie DB |

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Der Untergang des Hauses Usher

Mi 23. Oktober 2013 · 22:45 Uhr Live begleitet von Anja Kreysing
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Edgar Allen Poes Horror begleitet am Akkordeon

Die Adaption des französisch-polnischen Avantgarderegisseurs Jean Epstein der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe Allan hat große Mühen, das als verflucht geltende, abgelegene Haus Usher zu finden. Er ist der einzige Freund Roderick Ushers, welcher mit seiner kranken Frau Madeline Usher und ihrem Arzt in dem unheimlichen Haus lebt. Roderick arbeitet wie manisch an einem Gemälde von Madeline, aber jede Portraitsitzung scheint dieser nach und nach ihre Lebenskraft zu entziehen...

DER UNTERGANG DES HAUSES USHER gilt als wegweisender, surrealistischer Stummfilm: Epstein benutzte erstmals Zeitlupe als Mittel der Dramaturgie und schafft mit Doppel- und Überbelichtungen, Weichzeichnung, niedrigen Kamerawinkeln sowie einer ausgeklügelten Beleuchtung eine düster-poetische Atmosphäre, die sich zu einem phantastischen Horrorszenario entfesselt.

LA CHUTE DE LA MAISON USHER • Frankreich, Polen 1928Regie: Jean Epstein • Drehbuch: Jean Epstein, Luis Bunuel • Kamera: Georges Lucas, Jean Lucas • Mit Jean Debucourt, Marguerite Gance, Charles Lamy, Fournez-Goffard u.a. • ab 12 J. • ohne Dialog • 63'

Anja Kreysing begleitet DER UNTERGANG DES HAUSES USHER live mit Akkordeon und Elektronik, welche auch durch das Akkordeon unmittelbar gesteuert wird. Die so entstehenden – z.T. gewaltigen – Klangwände wie auch die dem Akkordeon eigene Sentimentalität unterstreichen die düstere Poesie und die Intensität der Filmbilder Epsteins. Anja Kreysings musikalischen Wurzeln stecken zwischen Weltmusik und moderner Klassik und so nutzt sie für die Vertonung von Filmen und Videos, die Begleitung von Stummfilmen oder für Musikperformances am liebsten die Kombination von Akkordeon und Elektronik. Ihr Stil ist geprägt von Musette und Balkan-Gypsie sowie Atonalem und (dark)Ambient.

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Wikipedia Eintrag zum Buch | Online Filmdatenbank | Internet Movie DB |

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Faust

Mi 25. September 2013 · 22:45 Uhr
Mit Livebegleitung von Johannes „Niele“ Dolezich, Helmut Buntjer, Udo Herbst und Bernd Kortenkamp

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Theaitetos Trio? Sind das nicht diese vier (!) wahnwitzigen Musikkabarettisten aus dem Münsterland, dieser harmlosesten Gegend der Republik? Richtig. Aber harmlos wäre falsch. Eher irrwitzig, versponnen, virtuos. Sie zeigen es uns in ihrer Live-Begleitung des brillanten Streifens von Murnau.

Desolatus Faustus singen sie, und sie meinen eigentlich den Desperado. Besessen von der Idee ewiger Jugend paktiert der alte Doktor mit dem Satan selbst. In der filmischen Bearbeitung dieses urdeutschen Mythos von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1922 überzeugt nicht nur die erstklassige Schauspielerriege mit Emil Jannings an der Spitze, nicht nur die fulminante Montage- und Schnittechnik raubt einem schier den Atem.

Nein, es sind diese vier seltsamen Herren, die sich da an allerlei Klangerzeugern betätigen und dem Film ihr eigenes musikalisches Empfinden gegenüberstellen. Man staunt nicht schlecht über die Klanggewalt, die Feinheiten und Verschrobenheiten. Die Vier vom Theaitetos Trio spielen eigentlich alles, was Geräusch macht, vom konventionellen Euphonium über Posaune und Gitarre bis hin zu Plastikflasche, Radio und unerklärlichem elektronischem Gerät aus den frühen 50er Jahren.

Dazu kommen noch Orgeln, Kinderklavier, eine Unzahl anderes. Weil aber der Film an diesem Abend die Hauptrolle spielt, kann man nur erahnen, was die Musiker dort neben der Leinwand im Halbdunkel genau treiben, was von Vielen arg bedauert wird. Schließlich sind die vier vom Theaitetos Trio eigentlich ein Musikkabarett mit bestem Ruf. Hier allerdings bescheiden sie sich mit der musikalischen Begleitung des Stummfilmklassikers Faust aus dem Jahre 1922.

Was schließlich machen sie? Sie singen, sägen, spielen, sie zerschmettern die Idee der begleitenden und damit unterwürfigen Filmmusik. Dabei gelingen ihnen Musiken von suggestiver Kraft. Schubladen sind ihnen fremd, und deswegen hört man Musik aus nahezu allen Genres. Bei ihnen ist die Musik so geschlossen, dass sie – auch ohne Bild – besteht. Kommt dann das geniale Werk Murnaus hinzu, dann staunt man. Und ist begeistert.

Deutschland 1926Regie: Friedrich Wilhelm Murnau • Drehbuch: Hans Kyser • Kamera: Carl Hoffmann • Mit Gösta Ekman, Emil Jannings, Camilla Horn, Frida Richard, Wilhelm Dieterle, Yvette Guilbert, Eric Barclay, Hanna Ralph u.a. • ab 6 J. • ohne Dialog • 89'

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Nacht der lebenden Toten

Mi 24. Juni 2013 · 22:45 Uhr Mit Live-Musik des Theaitetos Trios
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Von Menschen und Untoten

Ein abgelegener Friedhof, irgendwo in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt. Die Geschwister Johnny und Barbra wollen zum Grab ihres Vaters. Es erscheint tatsächlich ein merkwürdiger Mann auf dem Friedhof. Er geht anders als ein „normaler“ Mensch und er sieht blass aus. Kurz darauf ist Johnny tot, nachdem er seiner Schwester helfen wollte, als der Unbekannte Barbara angegriffen hatte. In panischer Angst rennt Barbara davon und kommt zu einem einsam gelegenen Haus. Dort trifft sie Ben, mit dem sie sich im Haus verbarrikadiert. Denn die Untoten sind schon bald zur Stelle.

So beginnt George A. Romeros Horror-Klassiker aus dem Jahr 1968, der das Genre einschneidend verändern sollte. „Night of the Living Dead“ ist nicht „einfach“ ein Horrorfilm. Die klaustrophobische Atmosphäre des Films entsteht aus einer Gefahr, die nicht näher erklärt wird. Die Untoten folgen einer Art unbewusstem Trieb. Sie staksen durch die Landschaft, und überall, wo sie auf Menschen treffen, verfolgen sie sie, nicht als Wesen mit Verstand, sondern eher wie Viren, die alles befallen, was ihnen „unter die Räder kommt“.

NIGHT OF THE LIVING DEAD · USA 1968 · Regie und Kamera: George A. Romero · Drehbuch: George A. Romero, John A. Russo · Musik: William Loose (diesmal Theaitetos) • Mit Duane Jones, Karl Hardman, Judith O’Dea, Marilyn Eastman, Keith Wayne, Judith Ridley, Kyra Schon, Russell Streiner · ab 16 J. · ohne Dialog · 96'

Den Originalton gibt es an diesem Abend nicht zu hören. Stattdessen wird der Film live begleitet vom Theaitetos-Trio: Helmut Buntjer (Posaune, Euphonium, Wasser, Gesang), Johannes Dolezich (Gebläse-Orgel, Toypiano, Holz, Gesang), Udo Herbst (Gitarre, Laub, Gesang) und Bernd Kortenkamp (Wachtelrealisator, Interpulsat-Neoschall, Schrott, Text)!

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Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens

Mi 24. Juli 2013 · 22:45 Uhr Mit Live-Musik des Theaitetos Trios
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NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS ist ein expressionistischer deutscher Stummfilm aus dem Jahr 1922. Der Horrorfilm von Friedrich Wilhelm Murnau war eine seinerzeit nicht autorisierte Verfilmung des Romans Dracula von Bram Stoker.

Der Immobilienmakler Knock bekommt den Auftrag, für den in den Karpaten lebenden Grafen Orlok ein Haus in seiner Stadt zu suchen. Er entscheidet sich für das schnelle Geld und will ihm das verfallene Haus genau gegenüber seinem verkaufen. Er schickt seinen Mitarbeiter zu Orlok, um jenem das Angebot zu unterbreiten. Schon kurz bevor der Makler das Schloss erreicht, bemerkt er, dass die Einwohner des Ortes sich fürchten. Sie stecken ihm heimlich ein Buch über Vampire zu, was ihn zunächst eher amüsiert.

Graf Orlok ist ein düsterer, schmächtiger, eingefallener Mann. Als er ein Foto von Hutters Frau Ellen sieht, ist er sofort angetan von deren Schönheit und unterschreibt den Vertrag für das alte Haus. Doch in dieser Nacht erkennt Hutter, was er getan hat: Er hat das Grauen einen Vertrag unterschreiben lassen.

Mit dem ihm eigenen Witz und sehr speziellem Instrumentarium rückt das Theaitetos Trio dem Stummfilmklassiker von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahre 1922 zu Leibe. Dieser Film gilt als Meilenstein nicht nur der Stummfilmzeit, sondern der Filmkunst schlechthin. Basierend auf „Bram Stoker’s Dracula“, für den seinerzeit die Filmrechte nicht freigegeben waren, schuf Murnau mit der Figur des Grafen Orlok die Vampirfigur des Kinos schlechthin.

Max Schreck sorgte mit seiner glänzenden Darstellung dieses Untoten für ungezählte Albträume … Das Theaitetos Trio nähert sich diesem Filmkunstwerk nicht traditionalisierend, sondern findet seinen eigenen improvisatorisch-spielerischen Zugang. Die entstehenden Musiken und Aktionen ergänzen, konterkarieren und verblüffen.

Mit Helmut Buntjer (Posaune, Euphonium, Ukulele, Elektronik), Johannes Dolezich (Piano, Flöten, Toypiano), Udo Herbst (Gitarre, E-Gitarre, Schränkchen) und Bernd Kortenkamp (Wachtelrealisator, Interpulsat-Neoschall, Schrott). Alle Vier singen bisweilen auch.

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Deutschland 1922Regie: Friedrich Wilhelm Murnau • Drehbuch: Henrik Galeen • Kamera: Fritz Arno Wagner • Musik: Hans Erdmann • Mit Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder, Alexander Granach u.a. • ab 12 J. • ohne Dialog • 94'

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Nachtschicht: Schwarzweiss ist die bessere Farbe

Der andalusische Hund – und andere Experimentalfilme

Mi 28. August 2013 · 22:45 Uhr
Mit Livebegleitung von Gereon Voß und Günther Lebbing

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Mit Gitarre und Schlagzeug ans klassische Filmwerk

Keinen Spielfilm, wie bisher in dieser Reihe üblich, sondern fünf Klassiker des experimentellen Kurzfilms der 1920er bis 1940er haben sich Günther Lebbing und Gereon Voß vorgenommen. Mit Gitarre und Schlagzeug kleiden sie diese Kultfilme musikalisch neu ein: mit Elementen heutiger Musik zwischen Komposition und Improvisation.

Auf eine Handlung im traditionellen Sinn verzichten alle Filme: MESHES OF THE AFTERNOON und EIN ANDALUSISCHER HUND erzählen jeweils eine surreale Geschichte, die vom Zuschauer interpretiert werden muss. Luis Buñuel und Salvador Dalí erklärten, dass sie nur solche Einfälle realisierten, für die es keine Erklärung gab: „Jedes Bild, jeder Gedanke, der in den Mitarbeitern aufstieg, wurde sofort verworfen, wenn er aus der Erinnerung oder aus ihrem Kulturmilieu stammte oder wenn er auch nur eine bewusste Assoziation mit einem früheren Gedanken hatte.“

REGEN ist ein poetischer Dokumentarfilm über einen Regentag in Amsterdam.Zwischen diese drei längeren Filme sind zwei sehr kurze von Oskar Fischinger gesetzt: SPIRALEN, konzentrische Kreise und geometrische Muster, die sich auf den Zuschauer hin und von ihm weg bewegen; MURATTI PRIVAT, weiße tanzende Zigaretten vor schwarzem Samt, ein Werbefilm für die Zigarettenmarke Muratti.

Meshes of the Afternoon • USA 1943 • Regie: Maya Deren und Alexander Hammid • Musik: Teji Ito • 13’

Spiralen • Deutschland ca. 1926 • Regie: Oskar Fischinger • stumm • 3‘

Regen • Niederlande 1929 • Regie: Joris Ivens • Musik: Lou Lichtfeld (1932), Hanns Eisler (1941), 12‘

Muratti privat • Deutschland ca. 1935 • Regie: Oskar Fischinger • Musik: Wolfgang Amadeus Mozart • 3

Ein andalusischer Hund • UN CHIEN ANDALOU • Spanien 1929 • Regie: Luis Buñuel und Salvador Dalí • Musik: Richard Wagner, argentinische Tangos • 15‘

DER ANDALUSISCHE HUND – UND ANDERE EXPERIMENTALFILME • Deutschland/Niederlande,/Spanien 1926-1943Regie: verschiedene • ab 16 J. • ohne Dialog • 55'

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Spielplan

Freitag, 1. Dezember 2017
22:30
Sonntag, 3. Dezember 2017
11:00
14:45
Montag, 4. Dezember 2017
20:00
Mittwoch, 6. Dezember 2017
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Samstag, 9. Dezember 2017
14:45
Sonntag, 10. Dezember 2017
14:45
17:00
Mittwoch, 13. Dezember 2017
19:00
19:00
Freitag, 15. Dezember 2017
14:45
18:00
Samstag, 16. Dezember 2017
14:45
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Dienstag, 19. Dezember 2017
20:30
Mittwoch, 20. Dezember 2017
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Freitag, 29. Dezember 2017
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Samstag, 30. Dezember 2017
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Sonntag, 31. Dezember 2017
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Montag, 1. Januar 2018
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Dienstag, 2. Januar 2018
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Mittwoch, 3. Januar 2018
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Donnerstag, 4. Januar 2018
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Freitag, 5. Januar 2018
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Samstag, 6. Januar 2018
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Sonntag, 7. Januar 2018
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Mittwoch, 10. Januar 2018
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Samstag, 20. Januar 2018
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Samstag, 27. Januar 2018
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Sonntag, 28. Januar 2018
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Sonntag, 11. Februar 2018
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Montag, 19. Februar 2018
18:00
Montag, 16. April 2018
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