Dokumentarfilm-Club

Dokumentarfilme unterbreiten uns das schöne Angebot, den Filmemachern/innen in die verschiedensten Winkel unserer Zivilisation zu folgen. Wir gewinnen einen Eindruck von den Lebensräumen unserer Zeit sowie von der Poesie und Logik sich darin entwickelnder Lebensgeschichten. Dadurch erhalten wir auch Anregungen für unseren eigenen Alltag.

Der Dokumentarfilm-Club lädt immer am 3. Mittwoch des Monats um 19.00 Uhr zur Vorführung eines Dokumentarfilms ein. Anschließend wird in lockerer Atmosphäre im neben*an über den Film und Weiterführendes gesprochen. Nicht Filmkritik steht dabei im Vordergrund, sondern das Anliegen, die gewonnenen Eindrücke auszutauschen.

Folgen wir daher ein Stück weit den Träumen junger Immigranten in einem Kölner Jugendclub, einem Liebespaar in die Kanalisation von L.A., einem Landart-Künstler bei seiner Arbeit in abgelegenen Landschaften oder den festlichen Keuschheitsritualen einer streng evangelikalen Familie.

Beides – Filmvorführung und Gesprächsrunde – ist öffentlich zugänglich und kann auch unabhängig voneinander besucht werden.

Udo Wellerdieck und Jens Schneiderheinze

Die weiteren Termine:
Mi. 15. Januar 2020: Rivers and Tides

Mi. 20. Februar 2020: Vaterlandsverräter

Mi. 18. März 2020:

Mi. 15. April 2020:

Die Linse zeigt: Dokumentarfilm-Club

Vaterlandsverräter

Mi 19. Februar 2020 · 19:00 Uhr
Mit anschl. Gespräch im neben*an

Der 75-jährige Schriftsteller Paul Gratzik, war 20 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Er war ein Gigolo, Haudegen, Menschenmagnet, ein gläubiger Kommunist, wie geschaffen für die Arbeit eines Informanten. 1981 offenbarte sich der Spitzen-IM, informierte die Freunde, die er vorher verriet. Dass er nun von den meisten Intellektuellen ausgestoßen und zur Unperson erklärt wurde, nahm er in Kauf.

Das filmische Porträt eines außergewöhnlichen Mannes, dessen Leben ein Zickzack zwischen den Extremen war. Paul Gratzik ist in Widersprüchen zu Hause. Jede Auseinandersetzung mit ihm ist gleichzeitig eine große intellektuelle und emotionale Herausforderung. Eine Geschichte, wie sie so noch nicht erzählt worden ist. Hendel wollte keinen Enthüllungs- oder Rechtfertigungsfilm, sondern einen über die Zerrissenheit eines Literaten, der mit seinen Werken durchaus prägend wirkte.

Deutschland 2011 · R & Db: Annekatrin Hendel · K: Jule Cramer, Can Elbasi, Johann Feindt, Martin Langner • Mit Paul Gratzik, Matthias Hering, Ernstgeorg Hering, Ursula Karusseit u.a. · ab 0 J. · 97'

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Rückblick: In dieser Filmreihe lief bereits ...

Die Linse zeigt: Dokumentarfilm-Club

Was lebst du?

Mi 18. September 2019 · 19:00 Uhr anschl. Dokumentarfilmclub im Garbo mit Udo Wellerdieck
Mit dieser neuen Reihe möchten wir dem Dokumentarfilm, seinen Inhalten und Formen einen besonderen Platz einräumen. Nach jeden Film gibt es die Möglichkeit in lockerer Runde im neben*an über den Film zu reden.
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Einfühlsames Porträt von vier jungen Männern

Sie heißen Ali, Kais, Alban und Ertan. Ihr Treffpunkt ist das kölsche Jugendzentrum „Klingelpütz“. Hin- und hergerissen zwischen traditionellem Elternhaus und westlichem Lebensstil, Stolz und Zukunftsangst suchen sie alle ihren Weg in einer Gesellschaft, die ihnen oft genug mit Vorurteilen begegnet.

Die Filmemacherin Bettina Braun hat in ihrem Debüt-Dokumentarfilm die vier jungen Männer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren mit der Kamera begleitet. "Was lebst Du?" ist die große Frage, die Bettina Braun in ihrem Film stellt und irgendwie kommt es bei den Protagonisten dann doch ganz anders, als der Zuschauer zuerst denkt.

Die Filmemacherin schafft es, eine wirkliche Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen, wird von der Beobachterin zur freundschaftlichen Begleiterin. Sie lässt ihre Protagonisten teilhaben an ihrer Schwangerschaft, nimmt später ihr Kind mit zum Dreh und bricht damit das Eis bei den Jungs, die sich selbst so gerne als harte Männer inszenieren und dann mit einem Kind im Arm doch jede Machoattitüde fallen lassen.

Deutschland 2004 · R, Db & K: Bettina Braun · ab 0 J. · 84'

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Die Linse zeigt: Dokumentarfilm-Club

7 Brüder

Mi 16. Oktober 2019 · 19:00 Uhr
Nach dem Film sind alle eingeladen im neben*an über den Film zu sprechen.

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Erzählkino im besten Sinne - Deutsche Familien- und Zeitgeschichte als starkes filmisches Experiment

Sieben Brüder, geboren in Mülheim an der Ruhr zwischen 1929 und 1945. Im Spannungsfeld von Geschichte und Eigensinn, Gemeinsamkeit und Selbstbehauptung zeugen ihre Lebenswege von einer Generation, deren Kindheit zum Kriegsende endete bzw. gerade erst begann. Ihre Biographien entwickeln sich in eigene Richtungen: Kaufmann, Bäcker, Musikprofessor, Schauspieler, Manager, Lehrer.

Im Jahr 2001 nehmen sich Regisseur Sebastian Winkels und die Gebrüder Hufschmidt eine Woche Zeit im Filmstudio. Allein der freien Erzählung, der unbedrängten Erinnerung der Brüder gilt die Aufmerksamkeit, die sich aus einer Atmosphäre der absoluten Stille entwickelt. Aus den sieben Einzelporträts wird ein Austausch unter Brüdern, in dem sich Gleiches und Ungleiches, Gesagtes und Nicht-Gesagtes zum Bild einer großen, gemeinsamen Erzählung verbindet.

Deutschland 2003 · R & Db: Sebastian Winkels · K: Isabelle Casez, Benedikt Hain • Mit Klaus, Hannes, Wolfgang, Dieter, Volker, Hartmut, Jochen Hufschmidt · ab 6 J. · 86'

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Die Linse zeigt: Dokumentarfilm-Club

Schönheit

Mi 20. November 2019 · 19:00 Uhr mit anschl. Gespräch im neben*an
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Kontrolle, Sehnsucht und Optimierung

Auf den ersten Blick scheint an den Protagonist*innen nichts ungewöhnlich zu sein, allerdings haben sie alle etwas vermeintlich Außergewöhnliches gemeinsam – eine Schönheitsoperation. Carolin Schmitz gewährt dem Zuschauer einen Einblick in das Leben von Menschen, die sich im Namen der Schönheit unters Messer gelegt haben, aber auch von Menschen, die plastische Operationen durchführen. Welche Lebensentwürfe haben diese Personen und was verstehen sie unter Schönheit?

Der Film zeigt neben den vielfältigen Möglichkeiten, die die heutige Chirurgie bietet, auch die vielschichtigen Aspekte von Kontrolle, Sehnsucht und Optimierung der eigenen Lebenswelt, die einen solchen Eingriff begleiten. Im Bereich der körperlichen Verschönerung scheint nichts unmöglich, angefangen von der Entfernung lästiger Schlupflieder und Nasenhöcker, über die Vergrößerung der Brüste bis hin zur Optimierung des Unterleibs für ein höheres Lustempfinden. Die Protagonist*innen reden offen und nicht ohne Stolz über ihre Eingriffe.

Deutschland 2011 · R & Db: Carolin Schmitz · K: Hajo Schomerus · ab 0 J. · 81'

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Above and Below

Mi 18. Dezember 2019 · 19:00 Uhr mit anschl. Gespräch im neben*an
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Vom Mars. Auf die Erde. Unter die Oberfläche.

Auf eine spannende Reise weit weg von Menschenmassen und zivilisierter Welt begibt sich Debütfilmer Nicolas Steiner in seinem erhellenden filmischen Portrait. Das gezeigte alltägliche Dasein und der Überlebenskampf seiner Porträtierten, die u.a. in der Kanalisation von Las Vegas oder in einer verlassenen Wüste Utahs leben, erweitern den Blick des Zuschauers auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben und sorgen für spannende Einblicke in fremde, verborgene Welten.

Fünf unterschiedliche Überlebenskünstler in ihren über- und unterirdischen Existenzräumen im Westen der USA. Sie sind „Outcasts“ so wie Rick und Cindy in den Flutkanälen tief unter den funkelnden Straßen Las Vegas, Dave in einem verlassenen Bunker im ausgetrockneten kalifornischen Niemandsland oder Astronautin April in der steinigen Wüste Utahs auf ihrer Marsmission. Man muss für die zweistündige Doku Geduld und Ausdauer mitbringen, wird aber mit fesselnden Lebensrealitäten und einer sinnlichen Bildkomposition sowie sanften Erzählweise belohnt.

Deutschland/Schweiz 2015 · R & Db: Nicolas Steiner · K: Markus Nestroy • Mit Edward „Lalo the Godfather“ Cardenas, Cynthia „Cindy“ Goodwin, Richard „Rick“ F. Ethredge, Campus Martius Crew 120 April Davis u.a. · ab 12 J. · engl.OmU · 113'

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Die Linse zeigt: Dokumentarfilm-Club

Rivers and Tides

Mi 15. Januar 2020 · 19:00 Uhr mit anschl. Gespräch im neben*an
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»Ein Film von fließender Geschmeidigkeit und kristalliner Schönheit« (Schnitt Filmmagazin)

Der schottischen Künstler Andy Goldsworthy ist vor allem für seine Landart-Projekte bekannt. Das Material, das er verwendet nimmt er ausschließlich aus der Natur. Steine, Blätter, Zweige, Blüten, Wasser, Eis. Er arrangiert, flechtet, baut; und lässt dann die Kräfte der Natur wirken. Veränderungen der Werke sich Teil seines Konzeptes.

Thomas Riedelsheimer fängt vier Jahre lang genau das ein, begleitet ihn bei seiner Arbeit und dokumentiert seines Schaffensprozesse. Er begleitete ihn bei Projekten in den USA, Kanada, Frankreich und Schottland. Ähnlich wie die Fotobände über Goldsworthys Werk fängt Riedelsheimer wunderbare Bilder ein und bewahrt so ein Stück der vergänglichen Kunstwerke, unterstützt von der Musik von Fred Frith.

»In makelloser Ruhe und Beschaulichkeit observiert Riedelsheimer den Künstler und seine Arbeit mit zurückhaltender Farbigkeit. Er versucht, so wenig wie möglich hinzuzutun, eine Kranfahrt wirkt schon fast luxuriös.« (Begründung der Jury: Deutscher Kamerapreis 2001) Deutscher Filmpreis 2003: Bester Dokumentarfilm, Beste Kamera

Deutschland 2000 · R, Db & K: Thomas Riedelsheimer · Musik: Fred Frith · ab 0 J. · engl.OmU · 94'

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Spielplan

Donnerstag, 30. Januar 2020
Neu!
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Freitag, 31. Januar 2020
19:30
Samstag, 1. Februar 2020
18:00
Sonntag, 2. Februar 2020
20:15
Montag, 3. Februar 2020
18:30
20:15
Donnerstag, 6. Februar 2020
Neu!
Samstag, 8. Februar 2020
18:30
Montag, 10. Februar 2020
18:30
20:45
Dienstag, 11. Februar 2020
18:00
Donnerstag, 13. Februar 2020
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Montag, 17. Februar 2020
18:30
20:00
Donnerstag, 20. Februar 2020
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Mittwoch, 26. Februar 2020
18:30
Sonntag, 1. März 2020
20:15
Montag, 2. März 2020
20:45
Mittwoch, 4. März 2020
18:30
Sonntag, 8. März 2020
17:00
Sonntag, 15. März 2020
18:30
Montag, 16. März 2020
20:00
Mittwoch, 25. März 2020
18:30
Sonntag, 5. April 2020
18:30
Montag, 20. April 2020
20:00