Drehbuch Geschichte: Protest – Provokation – Provinz – 1968 im Film

Die „68er“ sind längst zum Mythos geworden. Doch wie wirkten sich Protest und Provokation jenseits der Zentren der Studentenbewegung aus – zum Beispiel in Westfalen? Inwieweit forderte die Revolte an den Universitäten auch hier die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu einer Positionierung heraus? Solidarisierte man sich mit den Aktionen der Studierenden oder lehnte man sie ab? Brachten die „68er“ auch in der westfälischen Provinz die heile bürgerliche Welt ins Wanken?

Die 50. Wiederkehr von „1968“ nehmen wir zum Anlass für eine filmische Retrospektive dieses Epochen-Ereignisses unter überwiegend regionaler Perspektive. An sechs Abenden werden Filme präsentiert, die alle um 1968 entstanden und prägnant den Zeitgeist der ausgehenden 1960er Jahre vermitteln.

Alle Filme werden durch Fachleute eingeführt und in ihren historischen Kontext eingeordnet. Im Anschluss an die Filmvorführungen ist Zeit für Gespräche und Diskussionen.

Die Termine:

Mi 11. April 2018 · 19:00 Uhr: Make Love Not War. Die Liebesgeschichte unserer Zeit
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Walter Gödden, Literaturwissenschaftler

Mo 16. April 2018 · 19:00 Uhr: Schichtwechsel
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Markus Köster, Historiker

Mo 23. April 2018 · 19:00 Uhr: Zwischen Kreuz und Hakenkreuz
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Malte Thießen, Historiker · Eintritt frei

Mo 07. Mai 2018 · 19:00 Uhr: Wilde Jahre in Münster – Ein unterhaltsamer filmischer Streifzug
Einführung: Markus Schröder, Fernsehjournalist (In der Villa ten Hompel)

Mo 14. Mai 2018 · 19:00 Uhr: InterACTion und andere Kurzfilme
Mit einer Einführung von Christoph Busch, Filmemacher

Di 22. Mai 2018 · 19:00 Uhr: Zur Sache, Schätzchen
Mit einer Einführung von Katarzyna Salski, Historikerin

Nach oben

Drehbuch Geschichte

Zwischen Kreuz und Hakenkreuz

Mo 23. April 2018 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Malte Thießen, Historiker · Eintritt frei
:: Spielzeiten  :: bei „Kinoheld“ reservieren und kaufen

Münster. Erinnerungen an eine Stadt im Krieg

Welche Erinnerungen haben die Münsteraner an NS-Zeit und Weltkrieg und wie gehen sie damit 30 Jahre später um? Dieser Frage ging Olrik Breckhoff 1969 in einer bemerkenswerten Dokumentation nach. Heute ist das eigenwillige Feature sowohl für die Kriegszeit ein wichtiges Zeitdokument, als auch für „1968“ als Scheitelpunkt tiefgreifender Veränderungen auch in Münster.

D 1969 · R & Db: Olrik Breckoff · K: Hans Eisemann · 61'

Online Karten kaufen und reservieren
www.kinoheld.de

Reservierte Karten
Bitte 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen,
vormittags und zur 15-Uhr-Vorstellung
15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Öffnungszeiten der Kinokasse
immer 15 Minuten vor der ersten Vorstellung

Montag und Dienstag ab ~17:00 Uhr
Mittwoch bis Samstag ab ~15:00 Uhr
Sonntag ab 10:45 Uhr

Telefonische Kartenvorbestellung
Telefon 0251.30300

Eintrittspreise
€ 8,00 / erm. € 6,50
Premierentag € 5,50
Kinderkino € 4,50

Feiertags keine Ermäßigung,
besondere Preise bei Sonderveranstaltungen

Drehbuch Geschichte

Wilde Jahre in Münster – Ein unterhaltsamer filmischer Streifzug

Mo 7. Mai 2018 · 19:00 Uhr
Einführung: Markus Schröder, Fernsehjournalist (In der Villa ten Hompel) // Eintritt frei!

Auch das Fernsehen interessierte sich 1968 für die Auf- und Umbrüche in der Region. So entstanden einige bemerkenswerte Filmdokumente, die zeigen wie die Studenten in Münster den Aufstand probten, aber auch wie die bürgerliche Gesellschaft darauf reagierte. Im Mittelpunkt des Abends steht ein „Hochschulporträt“ über die Universität Münster, das 1969 entstand.

Drehbuch Geschichte

InterACTion und andere Kurzfilme

Mo 14. Mai 2018 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung von Christoph Busch, Filmemacher

Auch junge Filmemacher experimentierten 1968: Es bildete sich eine filmische Subkultur heraus, die sich als Gegenpol zur kommerziellen Filmindustrie verstand. Der in Münster entstandene Undergroundfilm.

InterACT!on
ist ein typischer Vertreter dieses Genres. Er dokumentiert u.a. ein Happening bei der Grundsteinlegung zum Kleinen Haus des Stadttheaters im Juni 1969.
Deutschland 1969
· R: Christoph Busch, Karl Dieter Möller · Db: Christoph Busch Karl D. Möller · K: Christoph Busch · 20'

Adolf Winkelmann - Kassel 9. 12. 67 11.54h
Adolf Winkelmann, der damals an der Staatlichen Werkkunstschule Kassel studierte, schnallte sich für seinen Experimentalfilm eine auf ihn selbst gerichtete Kamera um den Bauch und lief mit dieser Konstruktion durch die vorweihnachtliche Kasseler Fußgängerzone. Die fast fließende Kamerabewegung wird von einem schwebenden, minimalistischen Choral untermalt. In Bildmitte aus leichter Untersicht immer Winkelmann, den Blick stur geradeaus gerichtet; dahinter geraten die vielen Passanten in den Blick, die sich nach ihm umdrehen. Zuletzt verzehrt der frierende Filmemacher eine heiße Bratwurst.
D 1967/1968 · R, Db, K und mit: Adolf Winkelmann · 8‘

50 Jahre Cinema & Kurbelkiste (21) – Drehbuch Geschichte

Zur Sache, Schätzchen

Di 22. Mai 2018 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung von Katarzyna Salski, Historikerin

Martin lebt mit seinem Freund Henry in Schwabing gelangweilt, aber munter in den Tag hinein. Neuer Schwung kommt in ihren Alltag, als sie Barbara begegnen und Martin ganz nebenbei beträchtlichen Ärger mit der Polizei bekommt.

Die Komödie über einen jungen Tagedieb und seine Freundin griff als einer der ersten deutschen Filme das Lebensgefühl junger Menschen am Vorabend der 68er-Unruhen auf. Der von Peter Schamoni produzierte Film mit Uschi Glas als Barbara gehörte 1968 zu den absoluten Kino-Kassenschlagern, auch in Münster.

»Der erste Film … der 26jährigen May Spils, ist genauso schnodderig-skurril, wie es der Titel vermuten lässt. Dabei zeigt er unter einer amüsierten Ironie, die auch vor der eigenen Person nicht Halt macht, eine verblüffend gute Kenntnis des Metiers und kann so, wie viele seiner Vorgänger als erneuter Grabgesang auf Opas Kino gelten. … Wer einmal geistreich und gut unterhalten sein will, der sehe sich diesen amüsanten Film. an.« (WN 13.1.68)

Deutschland 1968 · R: May Spils · Db: May Spils, Rüdiger Leberecht, Werner Enke · K: Klaus König • Mit Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck, Rainer Basedow u.a. · ab 16 J. · 80'

Nach oben

Rückblick: In dieser Filmreihe lief bereits ...

Drehbuch Geschichte

Make Love not War - Die Liebesgeschichte unserer Zeit

Mi 11. April 2018 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Walter Gödden, Literaturwissenschaftler
:: Spielzeiten  :: bei „Kinoheld“ reservieren und kaufen

Als ein in West-Berlin stationierter US-Soldat nach Vietnam verlegt werden soll, desertiert er. Ein Freund, bei dem er untertauchen will, ist verreist. Doch dessen Schwester, die aus Bielefeld (!) zu Besuch in Berlin ist, beschließt spontan, ihn zu verstecken …

„Der Film zählt ohne Zweifel zu den beachtenswerten Dokumenten des jungen Deutschen Films der 1960er Jahre und hat als solcher eine Wiederentdeckung verdient.“ (W. Gödden)

D 1967 · R: Werner Klett · Db: Günter Adrian · K: Perikles Papadopoulos · Musik: Fred Gordini, Oskar Sala, Gibson Kemp • Mit Gibson Kemp, Claudia Bremer, Heinz-Karl Diesing, Joachim Pukaß, Joachim Nottke, Oskar Sala u.a · ab 12 J. · 82'

Drehbuch Geschichte

Schichtwechsel

Mo 16. April 2018 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Markus Köster, Historiker
:: Spielzeiten  :: bei „Kinoheld“ reservieren und kaufen

Eine Zechensiedlung im Ruhrgebiet: Das Bergwerk, das allen Arbeit gibt, ist von Schließung bedroht und bei Familie Schimanski (!) hängt der Haussegen schief, weil die Tochter (Angela Winkler) einen Cabrio-Freund hat und der Sohn auf der Zeche kündigt, um „nach Rüsselsheim“ zu gehen. Der unter der Regie von Hans-Dieter Schwarze nach einem Buch von Max von der Grün entstandene Film schildert in klaren Bildern die Krisen- und Umbruchsituation im Ruhrgebiet des Jahres 1968.

»Schichtwechsel ist eine Milieustudie aus dem Kohlenpott, der nicht mehr ist, was er einmal war.« (W. Gödden )

D 1968 · R: Hans Dieter Schwarze · Db: Max von der Grün · K: W. P. Hassenstein • Mit Angela Winkler, Hermann Günther, Klaus Grünberg, Hans Karl Friedrich, Alice Franz · 68'

Nach oben

Spielplan

Samstag, 28. April 2018
14:45
Sonntag, 29. April 2018
14:45
Montag, 30. April 2018
19:00
Dienstag, 1. Mai 2018
14:45
20:00
Samstag, 5. Mai 2018
14:45
18:00
Sonntag, 6. Mai 2018
14:45
15:00
20:00
Dienstag, 8. Mai 2018
20:00
Sonntag, 13. Mai 2018
17:00
Mittwoch, 16. Mai 2018
14:30
22:45
Samstag, 19. Mai 2018
14:45
Sonntag, 20. Mai 2018
14:45
Dienstag, 22. Mai 2018
19:00
19:00
Mittwoch, 23. Mai 2018
14:45
Freitag, 25. Mai 2018
14:45
Samstag, 26. Mai 2018
14:45
Dienstag, 29. Mai 2018
20:00
Mittwoch, 30. Mai 2018
18:00
19:00
Samstag, 2. Juni 2018
14:45
Sonntag, 3. Juni 2018
14:45
Dienstag, 5. Juni 2018
20:00
Samstag, 9. Juni 2018
14:45
Dienstag, 12. Juni 2018
20:00
Sonntag, 1. Juli 2018
14:45
Mittwoch, 4. Juli 2018
19:00
Samstag, 7. Juli 2018
14:45
Sonntag, 8. Juli 2018
14:45
Montag, 9. Juli 2018
20:00
Samstag, 14. Juli 2018
14:45
Sonntag, 15. Juli 2018
14:45
Donnerstag, 19. Juli 2018
14:45
Freitag, 20. Juli 2018
14:45
Samstag, 21. Juli 2018
14:45
Sonntag, 22. Juli 2018
14:45
Donnerstag, 26. Juli 2018
14:45
Freitag, 27. Juli 2018
14:45
Samstag, 28. Juli 2018
14:45
Sonntag, 29. Juli 2018
14:45