Der Arbeitskreis Psycho, Film und Analyse …

 … zeigt in den Herbst- und Wintermonaten von Oktober 2019 bis März 2020 jeweils an einem Sonntag im Monat um 17.00 Uhr einen ausgewählten Film, der dann anschließend von einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten in Form eines Vortrags unter einem bestimmten Blickwinkel reflektiert wird. Angestrebt wird nicht eine umfassende und abschließende Deutung der Filme, sondern ein öffnender Blick in die Vielfalt des psychotherapeutischen Denkens. Nach dem Vortrag besteht für das Publikum die Gelegenheit, eigene Sichtweisen, Fragen und Anmerkungen in das Forum zu geben. Der Eintrittspreis für Film und Vortrag beträgt 8,00 € (ermäßigt 7,00 €).

Dipl.-Psych. Dr. phil. Georg Baumann
Dipl.-Psych. Kornelia Gees
Dipl.-Psych. Barbara Gussone 

Psycho, Film und Analyse ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Linse e.V. und dem PsychotherapeutInnennetzwerk Münster e.V.

Weitere Informationen über Aufgaben und Struktur des Netzwerks und seiner Mitglieder finden Sie auf unserer Homepage www.ptn-muenster.de

Die Termine im Überblick:

So 13. Oktober 2019 · 17:00 Uhr: Cold War – Der Breitengrad der Liebe

So 17. November 2019 · 17:00 Uhr: Trennung

So 8. Dezember 2019 · 17:00 Uhr: Augenblicke: Gesichter einer Reise

So 12. Januar 2020 · 17:00 Uhr: Transit

So 9. Februar 2020 · 17:00 Uhr: Effigie – Das Gift und die Stadt

So 8. März 2020 · 17:00 Uhr: Neben den Gleisen

Ein Kooperationsprojekt mit:
Psycho, Film und Analyse 2019/2020

Neben den Gleisen

So 8. März 2020 · 17:00 Uhr Vortrag ab ca. 18:45 Uhr
Zu Gast: Dr. Georg Baumann arbeitet als Psychoanalytiker in eigener Praxis in Hannover und Münster und ist Mitbegründer von Psycho, Film & Analyse.
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Ein Kiosk als Schmelztiegel alltäglicher Probleme und Ängste

Boizenburg ist eine kleine Elbestadt in Mecklenburg-Vorpommern. Mitten auf dem Bahnhofsvorplatz steht ein Kiosk, der als Stammkneipe für Schichtarbeiter aus den Schlachthöfen, Arbeitslose, Taxifahrer und Rentner dient. Die Stammgäste diskutieren über Politik und fangen an ihre eigene Situation zu reflektieren.

»Die wenigen, die aktuell wirklich gutes Geld verdienen, sind die Taxifahrer. Kein Wunder, denn: in der Nähe wurde vor kurzem ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge eingerichtet. Dadurch kommen nun mehr und mehr Flüchtlinge am Bahnhof an – und damit quasi automatisch auch am Kiosk. Dort treffen dann die unterschiedlichsten Zukunftsperspektiven und Weltanschauungen aufeinander. Während die einen glücklich sind nun in einem Land zu sein, in dem alles möglich sei, hocken die anderen – die Gescheiterten und „Vergessenen“ – über ihrem Bier und trauern der Vergangenheit nach. « (Björn Schneider in progrtammkino.de)

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Deutschland 2016 · R & Db: Dieter Schumann · K: Michael Kockot · ab 12 J. · 89'

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Psycho, Film und Analyse 2019/2020

Cold War – Der Breitengrad der Liebe

So 13. Oktober 2019 · 17:00 Uhr Vortrag ab ca. 18:45 Uhr
Zu Gast: Barbara Gussone, Psychologische Psychotherapeutin, arbeitet in eigener Praxis in Münster und ist Mitbegründerin von Psycho, Film & Analyse.
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Oscar-Preisträger Pawel Pawlikowski erzählt von der schier unbändigen, zutiefst menschlichen Kraft der Liebe

Während des polnischen Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Unter seinen Studentinnen ist auch die Sängerin Zula, gleich im ersten Augenblick elektrisiert sie Wiktor. Die beiden verlieben sich ineinander. Doch als das Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen …

Zwischen Heimat und Exil, zwischen Leidenschaft und Verlust sind Frankreich, Jugoslawien und Polen die Schauplätze der fatalen Liebe eines Paares, das vor dem Hintergrund des Kalten Krieges ohne einander nicht leben kann und miteinander fast keinen Frieden findet.

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ZIMNA WOJNA · Polen/Großbritannien/Frankreich 2018 · R: Pawel Pawlikowski · Db: Pawel Pawlikowski, Janusz Glowacki, Piotr Borkowski · K: Lukasz Zal • Mit Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kulesza u.a. · ab 12 J. · 89'

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Psycho, Film und Analyse 2019/2020

Trennung

So 17. November 2019 · 17:00 Uhr Vortrag ab ca. 19:10 Uhr
Zu Gast: Dr. Isolde Boehme, arbeitet als Psychoanalytikerin in eigener Praxis in Köln.
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Drama vom israelischen Filmemacher Amos Gitai mit Juliette Binoche

Ana und ihr israelischer Stiefbruder Uli treffen bei der Beerdigung ihres Vaters in Frankreich aufeinander. Sie will Uli nach Israel begleiten, um ihre Tochter zu suchen, die sie vor 20 Jahren zur Adoption freigab. Auf ihrer Reise erleben die beiden hautnah mit, wie das Militär israelische Siedler aus dem Gazastreifen vertreibt. Wie immer auch ein Stück israelischer Geschichte erzählt Filmemacher Amos Gitai hier in Form einer Familienzusammenführung.

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DISENGAGEMENT · Deutschland/Frankreich/Israel/Italien 2007 · R: Amos Gitai · Db: Amos Gitai, Marie-José Sanselme · K: Christian Berger • Mit Juliette Binoche, Liron Levo, Jeanne Moreau u.a. · ab 12 J. · 115'

Trailer iim franz. Original mit Untertiteln, im Cinema in dt. Fassung

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Psycho, Film und Analyse 2019/2020

Augenblicke: Gesichter einer Reise

So 8. Dezember 2019 · 17:00 Uhr Vortrag ab ca. 18:50 Uhr
Zu Gast: Gertrud Corman-Bergau ist Psychoanalytikerin in eigener Praxis und Martin Bergau ist Pastor und Superindendent i.R. – beide leben in Hannover.
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Zwei besondere Menschen, ihre Leidenschaft für Bilder und das Gespür für Menschen und die Poesie des Moments

Mit 89 Jahren machen sich die Regie-Ikone Agnès Varda und der 33-jährige Streetart-Künstler JR mit ihrem einzigartigen Fotomobil auf, um Frankreichs Menschen und ihre Geschichten zu entdecken und zu verewigen: In überlebensgroßen Porträts an Fassaden, Zügen und Schiffscontainern. Von der Provence bis zur Normandie widmen sie ihre Kunst den Menschen – sei es dem Briefträger oder der letzten Bewohnerin eines Straßenzugs im ehemaligen Bergbaugebiet. Landschaften verwandeln sich in Bühnen, Gesichter erzählen von vergessenen Geschichten und aus Blicken werden Begegnungen von Herzlichkeit und Humor.

Agnès Varda verstarb im März 2019 im Alter von 90 Jahren.

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VISAGES VILLAGES · Frankreich 2017 · R: JR, Agnes Varda · Db: Agnès Varda, JR · K: Claire Duguet, Nicolas Guicheteau, Valentin Vignet, Romain Le Bonniec, Raphael Minnesota, Roberto De Angelis, Julia Fabr · Musik: Matthieu Chedid aka -M- · ab 0 J. · 93'

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Psycho, Film und Analyse 2019/2020

Transit

So 12. Januar 2020 · 17:00 Uhr Vortrag ab ca. 19:00 Uhr
Zu Gast: Kornelia Gees, Psychologische Psychotherapeutin arbeitet in eigener Praxis in Greven und ist Mitbegründerin von Psycho, Film und Analyse.
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Die Geschichte einer großen, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht, Exil und Sehnsucht nach einem Zuhause

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat. Georg nimmt dessen Identität an. Alles verändert sich, als Georg die geheimnisvolle Marie trifft und sich in sie verliebt. Ist es Hingabe oder Berechnung, die sie ihr Leben vor der Weiterreise mit dem Arzt Richard teilen lässt, während sie gleichzeitig auf der Suche nach ihrem Mann ist?

TRANSIT basiert auf dem 1942 in Marseille entstandenen gleichnamigen Roman von Anna Seghers, die Christian Petzold in einer atemberaubenden, fast schwebenden Begegnung des historischen Stoffs mit der Gegenwart des heutigen Marseille erzählt.

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Deutschland/Frankreich 2018 · R & Db: Christian Petzold · K: Hans Fromm • Mit Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree u.a. · ab 12 J. · 102'

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Psycho, Film und Analyse 2019/2020

Effigie – Das Gift und die Stadt

So 9. Februar 2020 · 17:00 Uhr
Mit Regisseur Udo Flohr sowie Darsteller (und Vortragender) Prof. Dr. Ulrich Sachsse
Vortrag ab ca 18:45: Prof. Dr. Ulrich Sachsse, Göttingen Psychotherapeut und Psychotraumatologe in Göttingen


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Historischer Kriminalfilm (nach Originalakten) über Gesche Gottfried, eine der ersten jemals identifizierten weiblichen Serienmörderinnen

Bremen 1828: zwei Frauen, wie sie ungleicher nicht sein könnten, treffen in einer Welt aufeinander, die für beide keinen Platz hat. Cato strebt eine juristische Karriere an – zu einer Zeit, als Frauen noch nicht einmal studieren dürfen.

Gesche Gottfried hat ein Leben außerhalb des Gesetzes geführt und soll nun dafür bezahlen. Gesche Gottfried soll zwischen 1813 und 182715 Menschen mit Mäusegift ermordet haben – darunter ihre beiden Eltern, drei Kinder, den Zwillingsbruder, drei Ehemänner, Freunde und Nachbarn. Weitere 20 Opfer überlebten. 1831 wurde sie im Alter von 46 Jahren hingerichtet.

Der Film von Udo Flohr folgt einer bisher unerforschten Interpretation der Mörderin und der Gesellschaft, in der sie lebte. Der Gesellschaft, die Gottfrieds Verbrechen so lange ignorierte. Recherchen legen nahe, dass Gesche an einer Ego-State-Störung litt – und wahrscheinlich am Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Der Film versucht gleichwohl nicht, ihre Motive vollständig zu erklären, sondern stellt sie vielmehr als Mörderin dar, die nicht fähig ist, öffentlich Reue zu zeigen – fast wie eine weibliche Version von Hannibal Lecter. Internationales Filmfestival Zypern: Drei Preise u.a. den Hauptpreis; Asti Filmfestival: Bester Film International

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Deutschland 2019 · R: Udo Flohr · Db: Peer Meter, Udo Flohr, Antonia Roeller · K: Thomas Kist • Mit Suzan Anbeh, Elisa Thiemann, Christoph Gottschalch, Roland Jankowsky, Uwe Bohm, Ulrich Sachsse u.a. · 85'

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Zu Gast im Cinema:


Udo Flohr
hat einen M.A. in Linguistik und Psychologie. Er studierte Regie an der filmArche Berlin, der Medienakademie Wetzlar, der Adrienne Weiss' School NYC und der Baltimore Film Factory. Als Wissenschafts- und Technikjournalist arbeitete er zuvor für TV und Radio, schrieb für den Spiegel, das Magazin Byte und war 15 Jahre lang beim MIT Technology Review tätig. (Quelle: filmpuls.info)


Ulrich Sachsse ist Psychotherapeut, Psychotraumatologe, Psychiater, Psychosomatiker und Psychoanalytiker mit Arbeitsschwerpunkt Posttraumatische Störungen und Persönlichkeitsstörungen, insbesondere Borderline. Er ist wissenschaftlicher Berater des Asklepios Fachklinikums Göttingen. In Effigie spielt er die Rolle des Bürgermeisters.

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