Drehbuch Geschichte – mit dem LWL-Medienzentrum für Westfalen und dem Geschichtsort Villa ten Hompel

Mensch oder Monster

Behinderung in der Filmgeschichte

Wie kaum ein anderes Medium können Spielfilme für das Prinzip der Wertschätzung von Vielfalt und die Förderung aller nach ihren individuellen Bedürfnissen werben und damit Botschafter der Inklusion sein. Andererseits findet auch die bis in die Gegenwart reichende gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen im Medium Spielfilm eine anschauliche Spiegelung.

Diese Filmreihe schlägt einen Bogen von der Frühzeit des Kintopp bis zu den aktuellen Debatten um Inklusion. Sie beginnt bei Filmen, in denen Behinderte vor allem Projektionen dämonischer Schreckensphantasien oder Objekte sentimentaler Mitleidserzählungen sind oder die gar – wie der deutsche UFA-Spielfilm „Ich klage an“ – für das „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten werben, den Massenmord an Menschen mit Behinderungen.

Die Reihe endet mit neueren Filmen, in denen die gesellschaftliche Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen bzw. psychisch Kranken kritisch reflektiert wird und diese Menschen als selbstbestimmte Subjekte in den Blick rücken.

Die Filmpräsentationen werden jeweils umrahmt von einer kurzen Einführung und einer anschließenden Diskussion mit Referenten/innen zum jeweiligen Themenbereich. Alle Filmforen werden eigens auch als spezielle Schulveranstaltungen angeboten – nach vorheriger Anmeldung im LWL-Medienzentrum: Andrea Meschede, Tel. 0251 - 591 3919. Zusätzlich vertiefen zwei Vortragsabende im LWL-Plenarsaal und in der Villa ten Hompel das Thema „Film und Behinderung“ aus wissenschaftlicher Sicht.

Öffnungszeiten der Kinokasse
immer 15 Minuten vor der ersten Vorstellung

mo-sa ab ~15:00
so ab 10:45

Telefonische Kartenvorbestellung
Telefon 0251.30300

Reservierte Karten
Bitte 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen,
vormittags und zur 15-Uhr-Vorstellung
15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Eintrittspreise
€ 7,50 / erm. € 6,00
Mo-Fr bis 17:45 h € 6,00
Premierentag € 5,20

Mensch oder Monster: Behinderung in der Filmgeschichte

Ich klage an

Mi 5. September • 19:00 Uhr
Einführung: Prof. Dr. Markus Köster, LWL-Medienzentrum
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Schulvorstellung (nach Voranmeldung) Mi 5. September • 10:00 Uhr

Ein Arzt verabreicht seiner unheilbar kranken Frau ein tödliches Gift und wird dafür angeklagt. Auf sehr subtile Weise warb dieser Propagandaspielfilm für das „Euthanasie-Programm“ der Nationalsozialisten. Auch heute noch regt er zur Diskussion darüber an, wo die Grenze zwischen Sterbehilfe und „Beseitigung unwertem Leben“ verläuft.

Deutschland 1941Regie: Wolfgang Liebeneiner • Drehbuch: Eberhard Frowein, Wolfgang Liebeneiner • Kamera: Friedl Behn-Grund • Mit Paul Hartmann, Heidemarie Hatheyer, Mathias Wieman, Margarete Haagen u.a. • ab 18 J. • 122‘

Links
Internet Movie DB
filmportal.de
Eintrag bei Wikipedia

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Der Flyer zur Filmreihe zum Download

Mensch oder Monster: Behinderung in der Filmgeschichte

Freaks

So 9. September • 11:00 Uhr
Einführung: Andrea Meschede, LWL-Medienzentrum
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Schulvorstellung (nach Voranmeldung) Mo 10. September • 10:00 Uhr

Eigentlich wollte der Film mit den kleinwüchsigen und anderweitig körperlich behinderten Zirkusdarstellern ein Zeichen für Toleranz gegenüber Andersartigkeit setzen, doch stieß er bei Publikum und Kritik häufig auf Unverständnis und Ablehnung. Dabei ist das Besondere, dass Regisseur Tod Browning den Spieß umdreht: Hier sind die Freaks die Sympathieträger, während die „normalen" Menschen das Böse und Schlechte verkörpern.

USA 1932Regie: Tod Browning • Drehbuch: Willis Goldbeck, Leon Gordon • Kamera: Merritt B. Gerstad • Mit Leila Hyams, Wallace Ford, Olga Baclanova, Johnny Eck, Henry Victor u.a. • ab 16 J. • engl.OmU • 61‘

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Eintrag bei Wikipedia

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Mensch oder Monster: Behinderung in der Filmgeschichte

Jenseits der Stille

So 16. September • 11:00 Uhr
Referentin: Stephan Lammen, Münsterlandschule (LWL-Förderschule Hören und Kommunikation)
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Schulvorstellung (nach Voranmeldung) Mo 17. September • 10:00 Uhr

Caroline Link erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen und sehr einsamen Kindheit der hörenden Lara auf sensible Weise, ohne die schwierige Situation der gehörlosen Eltern auszublenden. Die Welten der Hörenden und der Taubstummen scheinen letzten Endes nur vereinbar, wenn die des anderen in ihrer Verschiedenartigkeit akzeptiert wird.

Deutschland 1996Regie: Caroline Link • Drehbuch: Caroline Link, Beth Serlin • Kamera: Gernot Roll • Mit Tatjana Trieb, Sylvie Testud, Howie Seago, Emmanuelle Laborit, Sibylle Canonica u.a. • ab 6 J. • mit Untertiteln für Hörgeschädigte • 100‘

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Unterrichtsmaterial bei kinofenster.de und Institut für Kino und Filmkultur
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Mensch oder Monster: Behinderung in der Filmgeschichte

Ben X

Mi 19. September • 19:00 Uhr
Referentin: Annika Neumann, FILM+SCHULE NRW
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Schulvorstellung (nach Voranmeldung) Mi 19. September • 10:00 Uhr

Im Online-Rollenspiel wird Ben täglich zum Ritter Ben X. Im wahren Leben wird er von seinen Mitschülern gedemütigt und drangsaliert – eine minder schwere Form von Autismus macht ihn wehrlos. Der Film zeigt, wie Jugendliche untereinander im schulischen Umfeld mit Behinderung umgehen, wie schnell Mobbing hier zum Ausschluss führt und damit, wie wichtig das Thema Inklusion gerade an Schulen ist.

Belgien/Niederlande 2007Regie und Drehbuch: Nic Balthazar • Kamera: Lou Berghmans • Mit Greg Timmermans, Laura Verlinden, Marijke Pinoy, Pol Goossen, Titus De Voogdt u.a. • ab 12 J. • 94‘

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Unterrichtsmaterial bei kinofenster.de
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Presseschau film-zeit
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Linksammlung filmz
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Mensch oder Monster: Behinderung in der Filmgeschichte

Me too – Wer will schon normal sein?

So 23. September • 11:00 Uhr
Anschl. Expertengespräch mit Stefan Altenborg, Lebenshilfe e.V. (Gruppe „Unser Kind mit Down-Syndrom")
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Schulvorstellung (nach Voranmeldung) Mo 24. September • 10:00 Uhr

Daniel ist mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen, schließt sein Studium mit Auszeichnung ab - und trifft doch wieder auf alte Vorbehalte bei Freunden, Kollegen und selbst bei seiner Familie. Die Liebe zur Kollegin Laura verstärkt diese Vorurteile noch. Ein Film, der Ressentiments und eingefahrene Verhaltensweisen kräftig durcheinander schüttelt.

YO TAMBIÉN • Spanien 2009Regie und Drehbuch: Antonio Naharro, Álvaro Pastor • Kamera: Alfonso Postigo • Mit Lola Dueñas, Pablo Pineda, Antonio Naharro, Isabel Lorca, Pedro Álvarez Ossorio • ab 6 J. • deutsche Fassung mit Untertiteln für Hörgeschädigte • 103‘

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Unterrichtsmaterial bei Vision Kino, kinofenster.de und bei movienet
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Mensch oder Monster: Behinderung in der Filmgeschichte

Renn wenn du kannst

Mi 26. September • 19:00 Uhr
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Anschl. Expertengespräch mit Nicole Sicking, Koordination Freiwillige Dienste im Stift Tilbeck

Schulvorstellung (nach Voranmeldung) Mi 26. September • 10:00 Uhr

Ben ist Student, querschnittsgelähmt, fröhlich, intelligent und verzweifelt. Die beginnende Freundschaft mit seinem neuen Zivi Christian wird durch die Cellistin Annika auf eine harte Probe gestellt. Der Film wirft einen unverkrampften Blick auf das Leben mit einer Schwerbehinderung, das – bei allen Schwierigkeiten – auch seine ganz alltäglichen und schönen Seiten hat.

Deutschland 2009Regie: Dietrich Brüggemann • Drehbuch: Dietrich Brüggemann, Anna Brüggemann • Kamera: Alexander Sass • Mit Robert Gwisdek, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz, Franziska Weisz, Leslie Malton u.a. • ab 12 J. • 116‘

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Unterrichtsmaterial bei Vision Kino, kinofenster.de und bei Zorro Film
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Spielplan

Montag, 28. April 2014
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Mittwoch, 30. April 2014
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