»Dieser Genrefilm nimmt einen emotional gefangen.« (kino-zeit.de)

1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. Dieser deutsche Winter der Unzufriedenheit führt zwei Ermittler in ein entlegenes Dorf, aus dem zwei Schwestern spurlos verschwunden sind. Zunächst scheint der Fall klar: in den Westen abgehauen sind sie. Die beiden Kommissare Stein (Trystan Pütter) und Bach (Felix Kramer) wundern sich zunehmend darüber, dass sich daran scheinbar niemand stört, es herrscht diffuses Schweigen. Und auch bei der Kriminalleitung ist man selbst dann wenig interessiert als sich herausstellt, dass bereits früher Mädchen aus dem Dorf verschwunden sind. Als dann die schwer misshandelten Leichen der beiden Schwestern gefunden werden, dämmert Stein und Bach, dass sie es mit einer Mordserie zu tun haben und mit einer zutiefst verstörten Gemeinschaft, in der die Wahrheit ihren Wert verloren hat.

»Das Wesen des Thrillers ist die Beschäftigung, die Auseinandersetzung mit der Angst. Mit La Isla Mínima – Mörderland (2014) fand sich eine starke Vorlage, die ihrerseits anhand des Kriminalfalls ein Portrait Spaniens in der Post-Franco-Ära zeichnet. Für die deutsche Version bot sich in der Begegnung der beiden Kommissare die Möglichkeit, sie als eine Begegnung von Ost und West zu erzählen, als ein Aufeinanderprallen verschiedentlicher Charaktere mit radikal entgegengesetzten Lebensläufen. Unsicherheit prägt nahezu alle Figuren, es gibt keine Gewissheiten mehr, und hinter jeder Antwort lauert die nächste Frage.« (Regisseur Christian Alvart)

Zusätzlich zeigen wir die Vorlage, Alberto Rodríguez' andalusischen Southern Gothic-Neo Noir mit politischem Subtext La isla minima - Mörderland von 2014, als Wiederaufführung.

Deutschland 2019 · R: Christian Alvart · Db: Christian Alvart, Sigi Kamml · K: Christian Alvart • Mit Felix Kramer, Trystan Pütter, Nora Waldstätten, Ben Hartmann u.a. · ab 16 J. · 129'

Nach oben

Spielplan