Die Linse: Female Gaze – Frauen schreiben Männer
American Psycho
So 2. August 2026 • 20:00 Uhr mit einer kurzen Einführung
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Patrick Bateman ist der prototypische Yuppie der 1980er Jahre: erfolgreich, geschniegelt, kontrolliert. Sein Alltag besteht aus Routinen, Statussymbolen und der ständigen Angst, nicht zu genügen oder verwechselt zu werden. Gefühle erscheinen ausschließlich als Oberfläche, Identität als austauschbare Maske.
Harrons Film ist eine Analyse toxischer Männlichkeit. Der Film beschreibt Männlichkeit als Performance, gespeist aus Konsum, Konkurrenz und Gewaltfantasien. Das Innere der Figur bleibt dabei leer und unzugänglich. Inspiriert von dem Roman des queeren Autors Bret Easton Ellis, dessen bewusst monotone Passagen die innere Leere der Figur betonen, übersetzt Harron diese Leere in eine Mischung aus Komödie und Horror. Gerade durch ihre Überzeichnung ist die Verfilmung so absurd und zugleich so verführerisch, dass die Figur Patrick Bateman bis heute von Teilen einer jungen, männlichen Internetkultur als Identifikationsfigur gefeiert wird.
USA 2000 · R: Mary Harron · Db: Mary Harron, Guinevere Turner · K: Andrzej Sekula • Mit Christian Bale, Justin Theroux, Josh Lucas, Bill Sage, Chloë Sevigny · ab 16 J. · engl.OmU · 102'
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Female Gaze – Frauen schreiben Männer
Wie wird die Männerwelt aus weiblicher Perspektive dargestellt? In der Reihe „Female Gaze: Frauen schreiben Männer“ zeigt die Linse die Werke von fünf Regisseurinnen: Kathryn Bigelow, Mary Harron, Claire Denis, Charlotte Wells und Chloé Zhao.
In ihren Filmen werden Männer durch Gesten, Routinen, Körper und Fantasien beschrieben. Der Blick richtet sich auf Männerfiguren und männliche Umgebungen, deren innere Konflikte sich nicht offen artikulieren, sondern in Wiederholungen, Körperlichkeit und Brüchen sichtbar werden.
Was die Filme verbindet, ist auch die Frage, wer schaut. Ist die Figur ein guter Vater, weil er seine Schwäche verbirgt, oder ein schlechter, weil er sie nicht teilt? Ist die obsessive Morgenroutine eine vertraute Ästhetik der Selbstoptimierung, oder das Porträt einer inneren Leere? Wie wird aus einer Satirefigur ein misogynes Vorbild? Die fünf Filme sind Porträts von Männlichkeit, distanziert beobachtet, manchmal verstörend und gerade dadurch umso interessanter. Jeder Film wird mit einer kurzen Einführung vor Filmbeginn präsentiert, die dazu einlädt, diese fünf großartigen Filme vielleicht mit einem anderen Blick zu sehen.







