Drehbuch Geschichte: Die vierte Gewalt – Journalismus im Film

Sieben Filmforen vom 17.3. bis 12.5.2026
Ob als Kontrollinstanz politischer Macht, Dokumentation von Krisen und Kriegen oder als Motor von Skandalisierung – Journalismus prägt unser Bild von der Welt. Die diesjährige Filmreihe „Drehbuch Geschichte“ beleuchtet, wie unterschiedlich diese Rollen im Kino dargestellt werden und wie sie sich in den letzten Jahrzehnten verändert haben: zwischen investigativer Aufklärung, politischem Druck, moralischen Dilemmata und der Versuchung der Sensation, wenn Nachrichten zur Ware werden.
Die ausgewählten Filme spannen einen Bogen von klassischen Werken über politische Drama- und Dokumentarformate bis zu aktuellen Produktionen. Gemeinsam zeigen sie, wie Journalismus in Extremsituationen funktioniert – und manchmal versagt. Ein Panorama journalistischer Rollenbilder und Herausforderungen.
Alle Filme werden durch Fachleute eingeführt. Im Anschluss an die Vorführungen besteht Gelegenheit zu Gesprächen und Diskussionen.
Herzlich laden wir Sie dazu ein, mit uns den Einfluss von Medien auf Politik, Öffentlichkeit und persönliche Lebenswege kritisch zu hinterfragen – und sich bewusst zu machen, wie sehr unsere Wahrnehmung von Ereignissen von denjenigen geprägt wird, die darüber berichten.
LWL-Medienzentrum für Westfalen Volksbund
Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. – Bezirksverband Westfalen
Geschichtsort Villa ten Hompel
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
LWL-Literaturkommission für westfalen
Die Linse e.V.
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Öffnungszeiten der Kinokasse
immer 15 Minuten vor der ersten Vorstellung.
Eintrittspreise
Wähle selbst deinen Eintrittspreise, wir verlangen keinen Nachweis.
Kulturheld*in
11,50 EUR
Basis-Ticket
10,00 EUR
Ermäßigt
8,50 EUR
Familienkino
6,90 EUR
Münster-Pass
6,50 EUR (mit Nachweis)
Unter 16 Jahren
6,90 EUR
(bis 18:30 Uhr)
Donnerstag ist Studitag
6,90 EUR
(für alle, die in Ausbildung jeglicher Art sind)
Arthouse-Sneak
6,00 EUR
(Sneak-Deal 11,00 EUR)
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Bei Sonder- veranstaltungen gelten mitunter besondere Preise.
Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (1)
Civil War
Di 17. März 2026 • 18:00 Uhr
Mit einer Einführung von Thomas Köhler, Villa ten Hompel
Eine Momentaufnahme einer einst undenkbaren Entwicklung, die aktuell beängstigend nah rückt: In Amerika herrscht Bürger*innenkrieg. Das Land ist bis aufs Mark zerrüttet. Die Kriegsjournalisten Lee und Joel werden Zeugen von unvorstellbaren Entwicklungen – denn ein brutaler Konflikt droht ein gänzlich unvorbereitetes Land in Schutt und Asche zu legen.
Intensive und nicht loslassende Bilder nehmen die Zuschauer*innen mit auf eine Reise durch eine düstere Zukunftsvision, mit undenkbaren Folgen… Alex Garland bannt in beeindruckenden Bildern ein zerrüttetes Amerika auf die große Leinwand. Das bedrückend-mitreißende Drehbuch stammt ebenfalls aus seiner Feder.
»Insgesamt würde ich sagen, dass es in diesem Film um Gewaltenteilung geht: Polarisierung, Spaltung, die Art und Weise, wie populistische Politik zum Extremismus führt, wo der Extremismus selbst enden wird und wo die Presse dabei ist. Eines der Dinge, die mich beschäftigen ist, dass es wirklich gute Journalisten gibt, die ausgezeichnete Arbeit leisten. Aber was mich interessiert, … ist, wie wenig Zugkraft sie noch haben. Die Presse kann eines der größten Kontrollorgane jeder Regierung sein. … Sie wird aber teilweise von externen und internen Kräften untergraben und dämonisiert.« (Regisseur Alex Garland)
USA/Großbritannien 2024 · R & Db: Alex Garland · K: Rob Hardy • Mit Kirsten Dunst, Wagner Moura, Nick Offerman, Cailee Spaeny u.a. · ab 16 J. · 108'
Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (2)
Nasser Asphalt
Di 24. März 2026 • 18:00 Uhr
Einführung von Prof. Dr. Stefan Höppner
Berlin, 1950: Gregor (Greg) Bachmann (Horst Buchholz) ist ein junger, eifriger Reporter, der überglücklich ist, für den berühmten Pressezaren Cesar Boyd (Martin Held) arbeiten zu dürfen. Greg Bachmann hatte sich für eine Sensationsberichterstattung als französischer Soldat verkleidet in das Spandauer Kriegsverbrechergefängnis eingeschlichen und dort mit Rudolf Hess, Baldur von Schirach und Albert Speer sprechen können.
Nachdem er erwischt worden war, distanzierten sich Bachmanns Chefredakteur und die Kolleg*innen von ihm. Boyd hingegen bietet dem Haftentlassenen einen interessanten Job an, den Bachmann dankend annimmt. Nur ganz langsam gelingt es Bachmann, hinter die Fassade des Nachrichtenkönigs zu blicken und zu erkennen, dass Boyd seine Macht auf ein riesiges Lügengebilde gegründet hat. Eines Tages soll Bachmann aus einer von Boyd erfundenen Geschichte eine reißerische Titelstory machen: Angeblich haben fünf deutsche Soldaten sechs Jahre lang in einem russischen Bunker überlebt. Als Boyd sich für diese Art von Sensationsjournalismus zu rechtfertigen sucht, erkennt Bachmann, dass er sich zwischen einer Karriere als Reporter und dem eigenen moralischen Anspruch entscheiden muss.
Deutschland 1958 · R: Frank Wysbar · Db: Will Tremper · K: Helmuth Ashley • Mit Horst Buchholz, Martin Held, Maria Perschy, Gert Fröbe, Inge Meysel, Heinz Reincke · ab 12 J. · 89'
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Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (3)
September 5
Di 31. März 2026 • 18:00 Uhr
Einführung von Michael Sturm, Historiker und Mitarbeiter der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster und anschl. Gespräch
München, 5. September 1972, zehnter Wettkampftag der Olympischen Sommerspiele. Erstmals seit 1936 wieder in Deutschland, sollten es die „heiteren Spiele“ werden und der Welt das Bild eines neuen, liberalen Deutschlands vermitteln. Doch um 4.40 Uhr hört die Frühschicht des amerikanischen Senders ABC Schüsse aus dem nahe gelegenen Olympischen Dorf. Eine Gruppe palästinensischer Terroristen hat elf Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln genommen. Gegen den Widerstand der eigenen Nachrichtenabteilung berichtet das ABC-Sports-Team live über die 21-stündige Geiselnahme.
Erzählt wird die Geschichte von Geoff, einem jungen, ehrgeizigen Producer, der sich bei seinem Chef, dem legendären Roone Arledge, beweisen will. Mit Hilfe der deutschen Dolmetscherin Marianne übernimmt Geoff unerwartet die Leitung der Live-Sendung. Während die Zeit drängt, widersprüchliche Gerüchte die Runde machen und das Leben der Geiseln auf dem Spiel steht, muss Geoff schwierige Entscheidungen treffen und sich mit seinem eigenen moralischen Kompass auseinandersetzen. Wie soll man über eine solche Situation berichten, wenn die Täter die mediale Aufmerksamkeit für ihre Zwecke nutzen?
Deutschland/USA 2024 · R: Tim Fehlbaum · Db: Moritz Binder, Tim Fehlbaum, Alex David · K: Markus Förderer • Mit Peter Sarsgaard, John Magaro, Ben Chaplin, Leonie Benesch, Zinedine Soualem, Georgina Rich u.a. · 95'
Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (4)
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Di 14. April 2026 • 18:00 Uhr
Einführung von Dr. Julia Paulus, LWL-Institut für Regionalgeschichte
Die junge, attraktive und intelligente Katharina Blum verliebt sich auf einer Karnevalsparty in einen jungen Gesetzesbrecher, der auf der Flucht ist. Durch diese Bekanntschaft gerät sie unter polizeiliche Überwachung und wird zum ausgebeuteten Objekt der Sensationsgier einer Boulevardzeitung. Dort wird sie als Prostituierte, Atheistin und kommunistische Sympathisantin dargestellt und erhält daraufhin anonyme Anrufe, Briefe und sexuelle Annäherungsversuche, die ihre Integrität belasten. Selbst ihr Überlebenswille wird gebrochen.
Der Film kam ein Jahr nach Heinrich Bölls Erzählung heraus, an deren Drehbuch er mitwirkte. Als Volker Schlöndorff 1975 mit der Verfilmung begann, folgte auf die Verhaftung führender Mitglieder der RAF im Vorjahr eine zweite Terrorwelle. Vor diesem Hintergrund drehten Schlöndorff und Margarethe von Trotta ihren Film.
»Mit der Verfilmung von Heinrich Bölls Die verlorene Ehre der Katharina Blum setzten Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta 1975 ein Zeichen gegen einen verleumderischen Presseapparat.« Dobrila Kontic
Deutschland 1975 · R: Volker Schlöndorff · Db: Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta · K: Jost Vacano · Musik: Hans Werner Henze • Mit Angela Winkler, Jürgen Prochnow, Mario Adorf, Dieter Laser, Heinz Bennet, Hannelore Hoger u.a. · ab 16 J. · 106'
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Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (5)
Kollektiv – Korruption tötet
Di 21. April 2026 • 18:00 Uhr
Einführung von Jessica Best, LWL-Medienzentrum für Westfalen, Projekt „Demokratie on demand“
Im Oktober 2015 kamen bei einem Brand in dem angesagten Bukarester Musikclub „Colectiv“ 28 Menschen ums Leben, 36 Verletzte starben in den folgenden Tagen und Wochen in verschiedenen Krankenhäusern. Die meisten Verletzten starben nicht an ihren Brandwunden, sondern an Keimen, also an mangelnder Hygiene. Wütende Proteste waren die Folge, nicht nur wegen der mangelnden Sicherheitsvorkehrungen im Nachtclub, sondern auch wegen der desaströsen Verhältnisse in den rumänischen Krankenhäusern. Journalisten der Sportzeitung Gazeta Sporturilor deckten schließlich einen beispiellosen Skandal auf.
Im Film kommen neben den Journalisten auch Whistleblower, Ärzt*innen und einige der Brandopfer sowie Regierungsbeamte zu Wort. Zudem spielt der ehemalige Gesundheitsminister der Ciolos-Regierung, eine wichtige Rolle.
Regisseur Nanau verfolgt die Aufarbeitung der Katastrophe u.a. bei Treffen mit Opfern oder Sitzungen des Gesundheitsministeriums. Der Film rückt auch einzelne Personen, wie die Überlebende Mariana Oprea – eines der bekanntesten Gesichter der Katastrophe –, in den Fokus. Sie trug Verbrennungen zweiten und dritten Grades davon. Der Film verwendet auch Mitschnitte der Unglücksnacht aus der Diskothek.
Rumänien/Luxemburg 2019 · R, Db & K: Alexander Nanau • Mit Narcis Hogea, Cristina Tartau, Tedy Ursuleanu u.a. · rum.OmeU · 109'
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Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (6)
Vermisst - Missing
Di 28. April 2026 • 18:00 Uhr
Mit einer Einführung von Stefan Querl, Leiter der Villa ten Hompel und Gespräch mit der Musikerin und Autorin Isabel Lipthay
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Südamerika, in den frühen 1970er-Jahren: Die US-Amerikaner Beth und Charles Horman halten sich in Chile auf, als sie von einem Militärputsch überrascht werden. Der Ausnahmezustand wird verhängt. Sie erfahren von Massenhinrichtungen und Folter durch das Militär und verabreden sich in einem Hotel, um sich dort zu verstecken. Charles kommt aber nie dort an. Nach dem Verschwinden kommt Charles‘ Vater Ed nach Chile, um seinen Sohn zu suchen. Tiefer und tiefer dringt er in die Machenschaften der Putschisten und der mit ihnen verbundenen CIA ein. Sein Vertrauen in die US-Regierung schwindet zunehmend, und für den einst patriotischen, leichtgläubigen Geschäftsmann bricht eine Welt zusammen.
USA 1982 · R: Constantin Costa-Gavras · Db: Constantin Costa-Gavras, Donald E. Stewart, Thomas Hauser · K: Ricardo Aronovich · Musik: Vangelis • Mit Jack Lemmon, Sissy Spacek, Melanie Mayron, John Shea, Charles Cioffi, David Clennon u.a. · ab 12 J. · 122'
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Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (7)
Schtonk!
Di 12. Mai 2026 • 18:00 Uhr
Einführung von Nina Kliemke, Bildungsreferentin für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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