Drehbuch Geschichte 2016: „Deutschland bitteres Vaterland“ – Migration im Film

An Tagesaktualität mangelt es dem Thema „Migration“ nicht und die deutsche Gesellschaft wird sich durch die derzeitige Zuwanderung in den kommenden Jahren zweifelsohne verändern. Doch sind derartige Entwicklungen sozialgeschichtlich alles andere als neu. Ein Blick in unsere Vergangenheit zeigt, dass Ein- und Auswanderbewegungen ein beständiger Teil der deutschen Geschichte sind.

Die diesjährige Reihe „Drehbuch Geschichte“ präsentiert sechs Filmforen, die sich mit Migration auseinandersetzen. Die ausgewählten Filme decken den Zeitraum vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute ab. Gemeinsam ist fast allen Filmen, dass sowohl die deutsche Emigration ins Ausland als auch die Immigration nach Deutschland für die jeweiligen Protagonisten/innen stets einen bitteren Beigeschmack hat. Die deutsche Übersetzung des in den 1960er Jahren entstandenen türkischen Liedtitels „Almanya ac? vatan“ (Deutschland bitteres Vaterland) ist daher namengebend für diese Reihe. Es zählt zu den bekanntesten einer ganzen Serie von melancholischen Liedern aus der Türkei, die entweder die eigene Migration nach Deutschland oder die eines geliebten Menschen besingen.

Alle Filme werden durch Fachleute eingeführt und in ihren historischen Kontext eingeordnet. Im Anschluss der Filmvorführungen ist Raum für Diskussionen gegeben.

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Die Termine im Überblick:

Di 8. März 2016 · 19:00 Uhr: Babai
Vorpremiere mit Regisseur Visar Morina und den beiden Hauptdarstellern Val Maloku und Astrit Kabashi

Mi 6. April 2016 · 19:00 Uhr: Gold
Einführung: Gisbert Strotdrees, Historiker/Buchautor

Mo 18. April 2016 · 19:00 Uhr: Angst essen Seele auf
Einführung: Horst Wiechers & Mark Lorei, Historiker

Mo 27. April 2016 · 19:00 Uhr: Shirins Hochzeit
Einführung: Hatice Degirmencioglu, Zeitzeugin

Mo 2. Mai 2016 · 19:00 Uhr: Weil ich schöner bin
Einführung: Claudius Voigt, GGUA Flüchtlingshilfe

Zusammen mit:

 

 

Der Flyer zum Download

Drehbuch Geschichte 2016: „Deutschland bitteres Vaterland“ – Migration im Film

Shirins Hochzeit

Mi 27. April 2016 · 19:00 Uhr
Einführung: Dr. Julia Paulus, Historikerin und Yeliz Dumlupinar, Zeitzeugin
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Shirin (Ayren Erten) ist verliebt in Mahmud (Arans Ören). Doch Mahmud lebt als „Gastarbeiter“ in Deutschland. Als Shirin mit dem Landverwalter ihres Vaters verheiratet werden soll, flieht sie aus ihrer türkischen Heimat nach Deutschland, um Mahmud zu finden.

Helma Sanders-Brahms verdeutlicht in drastischen Bildern, was es in den 1970ern bedeutete, als „Gastarbeiterin“ gleich mehreren diskriminierten Gruppen anzugehören. Nach der Ausstrahlung von SHIRINS HOCHZEIT mussten Hauptdarstellerin und Regisseurin unter Polizeischutz gestellt werden.

D 1975 · R: Helma Sanders-Brahms

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Deutschland 1976 · R & Db: Helma Sanders-Brahms · K: Thomas Mauch • Mit Ayten Erten, Jürgen Prochnow, Aras Ören, Peter Franke, Hildegard Wensch u.a. · ab 16 J. · 120'

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vormittags und zur 15-Uhr-Vorstellung
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Öffnungszeiten der Kinokasse
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Montag und Dienstag ab ~17:00 Uhr
Mittwoch bis Samstag ab ~15:00 Uhr
Sonntag ab 10:45 Uhr

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Telefon 0251.30300

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€ 8,00 / erm. € 6,50
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Kinderkino € 4,50

Feiertags keine Ermäßigung,
besondere Preise bei Sonderveranstaltungen

Drehbuch Geschichte 2016: „Deutschland bitteres Vaterland“ – Migration im Film

Weil ich schöner bin

Mo 2. Mai 2016 · 19:00 Uhr
Einführung: Claudius Voigt, GGUA Flüchtlingshilfe
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Charo (Mariangel Böhnke) ist 13, wohnt in Berlin und möchte unbedingt auf ein Gymnasium, um später studieren zu können. Was niemand weiß: Sie lebt mit ihrer Familie seit Jahren „illegal“ in Deutschland. Eines Tages wird ihre Mutter von der Polizei verhaftet …

Frieder Schlaichs Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, versteht es gekonnt, eine lebendige Teenager-Story mit dem Ausnahmezustand der Illegalität zu verbinden und so erfolgreich den Drahtseilakt zwischen Feel-Good-Movie und Filmdrama zu vollführen.

Deutschland 2012 · R: Frieder Schlaich · Db: Claudia Schäfer · K: Benedict Neuenfels • Mit Mariangel Böhnke, Angeles Aparicio, Mira Aring, Denis Bineytioglu, Ina Gercke u.a. · ab 6 J. · 84'

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Rückblick: In dieser Filmreihe lief bereits ...

Drehbuch Geschichte 2016: „Deutschland bitteres Vaterland“ – Migration im Film

Babai

Di 8. März 2016 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung vom Regisseur Visar Morina

»Der Film treibt einem die Tränen in die Augen und wirft den Zuschauer dann doch voll von Hoffnung … zurück ins Leben. Ein Meisterwerk.« (Förderpreis Neues Deutsches Kino, Filmfest München)

Der 10-jährige Nori und sein Vater Gezim verkaufen zusammen Zigaretten auf den Straßen des Vorkriegskosovo der 90er Jahre. Auf Noris Mutter möchte Gezim nicht angesprochen werden. Der Vergangenheit zu entfliehen gehört zur Stärke des Vaters. Nun will er dem Kosovo entfliehen, ohne Nori. Doch der Sohn stellt sich quer und versucht mit allen Mitteln ihn davon abzuhalten.

Es kommt zu einem Unfall. Der entsetzte Vater bringt seinen Sohn ins Krankenhaus. Als Nori entlassen wird, ist sein Vater heimlich gegangen. Voller Wut und Entschlossenheit folgt er ihm auf diese gefährliche Reise und findet tatsächlich seinen Vater in Deutschland wieder. Mit kindlicher Konsequenz konfrontiert er ihn mit seiner Tat, die er ihm nicht verzeihen kann.

Deutschland/Kosovo/Mazedonien/Frankreich 2015 · R & Db: Visar Morina · K: Matteo Cocco • Mit Val Maloku, Astrit Kabashi, Adriana Matoshi, Enver Petrovci, Xhevdet Jashari u.a. · alb./serb./engl.OmU + dF · 104'

Schulkino-Filmtipp zu BABAI
Empfohlen ab 8. Klasse
Themen: Kosovo, Armut, Arbeit, Flüchtlinge, Familie, Vater-Sohn-Beziehung, Erwachsenwerden, Individuum u. Gesellschaft, Tradition, Zukunft
Fächer: Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Politik, Ethik, Religion, Kunst
Ausführliche Hinweise bei Vision Kino

Mit der Klasse ins Kino
Öffnet internen Link im aktuellen FensterInformation zur Anmeldung für Schulkino-Vorstellungen im Cinema

Drehbuch Geschichte 2016: „Deutschland bitteres Vaterland“ – Migration im Film

Gold

Mi 6. April 2016 · 19:00 Uhr
Einführung: Gisbert Strotdrees, Historiker/Buchautor
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Nordamerika, 1898. Die aus Deutschland stammende Emily Meyer (Nina Hoss) schließt sich einer Gruppe deutscher Einwanderer/innen an und begibt sich mit dieser auf einen 2.500 km langen Track. Ihr Ziel: die Goldfelder beim Klondike River. Anders als von ihrem Führer versprochen, stellt sich der Weg durch die endlosen Weiten Kanadas als strapaziös und sehr gefährlich heraus.

Thomas Arslan erzählt mit GOLD im unverkennbaren nüchternen Stil der „Berliner Schule“ eine deutsche Migrationsgeschichte in Amerika, die sich trotz der offensichtlichen Anspielungen nicht in das enge Korsett des Westerngenres drücken lässt und somit etwas Neues, ganz Besonderes ist.

Deutschland 2013 · R: Thomas Arslan · Db: Thomas Arslan, Frédéric Moriette · K: Patrick Orth • Mit Nina Hoss, Marko Mandic, Peter Kurth, Uwe Bohm, Lars Rudolph u.a. · ab 12 J. · 100'

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Drehbuch Geschichte 2016: „Deutschland bitteres Vaterland“ – Migration im Film

Angst essen Seele auf

Mo 18. April 2016 · 19:00 Uhr
Einführung: Horst Wiechers & Mark Lorei, Historiker
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Die einsame Witwe Emmi (Brigitte Mira) lernt den 20 Jahre jüngeren „Gastarbeiter“ Ali (El Hedi ben Salem) kennen. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht zieht Ali bei Emmi ein, kurze Zeit später heiraten sie. Aber Emmis Familie und Umfeld akzeptieren die Beziehung nicht. Was für Ali in Deutschland alltäglich ist, erlebt nun auch Emmi: Unverständnis, Ausgrenzung und Hass seitens einer von Ressentiments geprägten fremdenfeindlichen Gesellschaft.

Fassbinders Melodram über „eine unmögliche Liebe“ zählt zu den Klassikern des neueren deutschen Films und hat an Aktualität nicht verloren. Der Film provoziert auch heute noch sein Publikum, die eigenen Moralvorstellungen zu hinterfragen.

Deutschland 1974 · R & Db: Rainer Werner Fassbinder · K: Jürgen Jürges • Mit Brigitte Mira, El Hedi Ben Salem, Barbara Valentin, Marquard Bohm, Irm Hermann u.a. · ab 12 J. · 93'

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Spielplan

Montag, 27. November 2017
19:00
20:00
Freitag, 1. Dezember 2017
22:30
Sonntag, 3. Dezember 2017
11:00
14:45
Montag, 4. Dezember 2017
20:00
Mittwoch, 6. Dezember 2017
22:45
Samstag, 9. Dezember 2017
14:45
Sonntag, 10. Dezember 2017
14:45
17:00
Mittwoch, 13. Dezember 2017
19:00
19:00
Freitag, 15. Dezember 2017
14:45
18:00
Samstag, 16. Dezember 2017
14:45
18:00
Dienstag, 19. Dezember 2017
20:30
Mittwoch, 20. Dezember 2017
22:45
Freitag, 29. Dezember 2017
14:45
Samstag, 30. Dezember 2017
14:45
Sonntag, 31. Dezember 2017
14:45
Montag, 1. Januar 2018
14:45
Dienstag, 2. Januar 2018
14:45
Mittwoch, 3. Januar 2018
14:45
Donnerstag, 4. Januar 2018
14:45
Freitag, 5. Januar 2018
14:45
Samstag, 6. Januar 2018
14:45
Sonntag, 7. Januar 2018
14:45
Mittwoch, 10. Januar 2018
19:00
Samstag, 20. Januar 2018
14:45
Sonntag, 21. Januar 2018
14:45
Samstag, 27. Januar 2018
14:45
Sonntag, 28. Januar 2018
14:45
Sonntag, 11. Februar 2018
17:00
Montag, 19. Februar 2018
18:00
Montag, 16. April 2018
18:00