Drehbuch Geschichte 2017

1977 – Der bundesdeutsche Terrorismus im Film

Was brachte junge, gebildete Menschen dazu als Rote Armee Fraktion (RAF), als Bewegung 2. Juni oder als Revolutionäre Zellen (RZ) gewaltsam gegen die von ihnen als „Schweinestaat“ bezeichnete Bundesrepublik Deutschland vorzugehen? Woher stammten ihr Hass auf die staatlichen Institutionen und ihre Vertreter und die Bereitschaft, Menschen zu entführen und zu ermorden? Welche Rolle spielten die Medien dabei und warum reagierten der attackierte Staat und seine Eliten so massiv? Fragen, an denen sich schon zeitgenössische Filmemacher_innen abarbeiteten und die bis heute viele Menschen beschäftigen.

Die Geschichte des Linksterrorismus in den 1970er Jahren ist ein Kapitel der bundesdeutschen Geschichte, dessen Ereignisse die Gesellschaft und Politik geprägt haben. Die Bilder des „Deutschen Herbstes 1977“ als Höhepunkt der Geschehnisse haben sich tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben. In ihrer Hysterie und vor allem auch der heftigen Polarisierung der Gesellschaft erinnert die damalige Situation an gegenwärtige Tendenzen. Doch haben sich die Vorzeichen innerhalb der vergangenen 40 Jahre deutlich verändert. In fünf Filmforen versucht die diesjährige Reihe Drehbuch Geschichte sich diesem Teil der deutschen Geschichte anzunähern.

Alle Filme werden durch Fachleute eingeführt und in ihren historischen Kontext eingeordnet. Im Anschluss der Filmvorführungen ist Raum für Diskussionen gegeben.

In Kooperation mit: Die Linse, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

Die Termine:

Mi 1. März 2017 · 19:00 Uhr: Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Mo 6. März 2017 · 19:00 Uhr: Deutschland im Herbst

Mo 13. März 2017 · 19:00 Uhr: Die bleierne Zeit

Mo 27. März 2017 · 19:00 Uhr: Die innere Sicherheit

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Drehbuch Geschichte 2017

Die innere Sicherheit

Mo 27. März 2017 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung des Historikers Mark Lorei

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Die 15 jährige Jeanne lebt in einer besonderen Familie – ihre Eltern sind ehemalige Linksterroristen, die seit etlichen Jahren mit ihr im Untergrund leben. Jeanne sehnt sich nach einem Leben in Normalität und probiert sich zunehmend der Kontrolle ihrer Eltern zu entziehen. Unbewusst bringt sie sich und ihre Familie damit in Gefahr.

Christian Petzolds Film ist Geschichtsaufarbeitung und Familiendrama zugleich. „Die innere Sicherheit“ erhielt 2001 den Deutschen Filmpreis als Bester Spielfilm und gilt als einer der populärsten Filme der „Berliner Schule“.

Deutschland 2000 · R: Christian Petzold · Db: Christian Petzold, Harun Farocki · K: Hans Fromm · Musik: Stefan Will • Mit Julia Hummer, Barbara Auer, Richy Müller u.a. · ab 12 J. · 102'

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Premierentag € 5,50
Kinderkino € 4,50

Feiertags keine Ermäßigung,
besondere Preise bei Sonderveranstaltungen

Rückblick: In dieser Filmreihe lief bereits ...

Drehbuch Geschichte 2017

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Mi 1. März 2017 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung des Historikers Mark Lorei

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Katharina Blum verbringt die Nacht mit einem mutmaßlichen Terroristen und gerät daraufhin ins Visier der Polizei und der Medien. Ein großes Boulevardblatt zieht ihre gesamte Existenz in den Schmutz.

Die junge Frau verliert ihren Job und wird angefeindet. Schließlich greift auch sie zur Waffe. Der Film erschien bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll, der maßgeblich am Drehbuch mitgearbeitet hat.

Deutschland 1975 · R: Volker Schlöndorff · Db: Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta, Heinrich Böll · K: Jost Vacano · Musik: Hans Werner Henze • Mit Angela Winkler, Jürgen Prochnow, Mario Adorf, Dieter Laser, Heinz Bennet, Hannelore Hoger u.a. · ab 16 J. · 106'

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Drehbuch Geschichte 2017

Deutschland im Herbst

Mo 6. März 2017 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung des Filmkundlers Ernst Schreckenberg und des Historikers Horst Wiechers

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Unmittelbar nach der Ermordung von Hans Martin Schleyer und den Selbstmorden der in Stammheim inhaftierten RAF-Terrorist_innen haben es sich zehn deutsche Regisseure und eine Regisseurin zur Aufgabe gemacht die Stimmung in der verunsicherten Bundesrepublik 1977 einzufangen.

Der Episodenfilm thematisiert die Situation teils dokumentarisch, teils mit Spielfilmelementen. Der bis heute umstrittene filmische Kommentar der Vertreter_innen des Neuen Deutschen Films zum Deutschen Herbst ist ein eindrucksvolles Zeitdokument, das auch heute noch Diskussionen provoziert.

Deutschland 1978 · R: Alf Brustellin, Hans Peter Cloos, Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Maximillian Mainka, Beate Mainka-Jellinghaus, Edgar Reitz, Katja Rupe, Volker Schlöndorff, Peter Schubert, Bernhard Sinkel · Db: Prof. Dr. Alexander Kluge, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder, Alf Brustellin, Bernhard Sinkel, Katja Rupé, Hans-Peter Cloos, Maximiliane Mainka, Peter Schubert, Heinrich Böll, Peter Steinbach · K: Jörg Schmidt-Reitwein, Michael Ballhaus, Werner Lüring, Jürgen Jürges, Bodo Kessler, Dietrich Lohmann, Colin Mounier • Mit Rainer Werner Fassbinder, Armin Meier, Lilo Pempeit, Hannelore Hoger, Angela Winkler, Helmut Griem, Wolf Biermann, Horst Mahler, Katja Rupé, Vadim Glowna, Heinz Bennent, Dieter Laser, Hildegard Friese, Caroline Chaniolleau u.a. · keine Angabe J. · 124'

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Drehbuch Geschichte 2017

Die bleierne Zeit

Mo 13. März 2017 · 19:00 Uhr
Mit einer Einführung der Historikerin Dr. Julia Paulus

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Juliane und Marianne sind Schwestern und wachsen in einer evangelischen Pfarrerfamilie im Deutschland der Nachkriegsjahre auf. Die 68er-Bewegung wird zum Wendepunkt für die beiden. Während Juliane sich legal engagiert, wählt Marianne den Weg des bewaffneten Widerstands, um Deutschland zu verändern.

Der Film orientiert sich an der Biografie von der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin. 1981 gewann Margarethe von Trotta als erste Filmemacherin mit „Die bleierne Zeit“ den Goldenen Löwen von Venedig.

Deutschland 1981 · R & Db: Margarete von Trotta · K: Franz Rath · Musik: Nicolas Economou • Mit Jutta Lampe, Barbara Sukowa, Rüdiger Vogler, Vérénice Rudolph, Luc Bondy, Doris Schade u.a. · ab 16 J. · dF · 102'

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Spielplan

Dienstag, 4. April 2017
19:00
Freitag, 7. April 2017
19:30
Samstag, 8. April 2017
14:45
Sonntag, 9. April 2017
14:45
Montag, 10. April 2017
18:00
19:00
Dienstag, 11. April 2017
20:00
Freitag, 14. April 2017
14:45
Samstag, 15. April 2017
14:45
Sonntag, 16. April 2017
14:45
Montag, 17. April 2017
21:00
Montag, 24. April 2017
21:00
Dienstag, 25. April 2017
20:30
Samstag, 29. April 2017
14:45
Sonntag, 30. April 2017
14:45
Dienstag, 16. Mai 2017
19:00
Samstag, 27. Mai 2017
14:45
Sonntag, 28. Mai 2017
14:45
Samstag, 3. Juni 2017
14:45
Sonntag, 4. Juni 2017
14:45
Montag, 5. Juni 2017
14:45
Samstag, 10. Juni 2017
14:45
Sonntag, 11. Juni 2017
14:45
Sonntag, 18. Juni 2017
14:45
Samstag, 1. Juli 2017
14:45
Sonntag, 2. Juli 2017
14:45
Samstag, 8. Juli 2017
14:45
Sonntag, 9. Juli 2017
14:45
Samstag, 15. Juli 2017
14:45
Sonntag, 16. Juli 2017
14:45
Mittwoch, 19. Juli 2017
14:45
Donnerstag, 27. Juli 2017
14:45
Freitag, 28. Juli 2017
14:45
Samstag, 29. Juli 2017
14:45
Sonntag, 30. Juli 2017
14:45
Mittwoch, 2. August 2017
14:45