Nachkrieg im Film - 6 Filmforen mit Einführung

Drehbuch Geschichte: Die Trümmer sind unter uns. Nachkrieg im Film

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Im Frühjahr jährt sich das Ende des 2. Weltkriegs zum 75. Mal. Mit dem Einmarsch der Alliierten bricht das politische System der NS-Diktatur zusammen und mit ihm eine ganze Gesellschaft. Mit dem Begriff der „Stunde Null“ verbindet sich gleichermaßen die Erinnerung an die Schrecken der letzten Kriegsphase und die Not der unmittelbaren Nachkriegszeit wie an das Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft und an den gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Neubeginn unter demokratischen Vorzeichen. Kriegstraumata und Schuldfragen begegnet die Nachkriegsgesellschaft häufig mit Verdrängung.

Alle Filme werden durch Fachleute eingeführt und in ihren historischen Kontext eingeordnet.

Die Termine:

Mi 11. März 2020 · 18:30 Uhr: Phoenix

Mo 23. März 2020 · 18:30 Uhr: Die Ehe der Maria Braun

Mi 18. März 2020 · 19:00 Uhr: Zwei dokumentarische „Trümmerfilme“ aus Westfalen (Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28)

Mi 01. April 2020 · 18:30 Uhr: Als die Amerikaner kamen – US-Filmaufnahmen vom Kriegsende in Westfalen

Mo 06. April 2020 · 18:30 Uhr: Irgendwo in Berlin

Mi 22. April 2020 · 18:30 Uhr: Lore

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Drehbuch Geschichte: Die Trümmer sind unter uns

Phoenix

Mi 11. März 2020 · 18:30 Uhr
Mit einer Einführung von Wiebke Neuser und Prof. Dr. Markus Köster
Jetzt Karten kaufen und reservieren (cineplex.de)

Drama um eine Frau, die nach dem Krieg ihr altes Leben und einstige Liebe zurück will

Deutschland, Sommer 1945. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung Deutschlands kehrt die Jüdin Nelly in ihre Heimatstadt zurück. Sie hat die Gefangenschaft im KZ schwer verletzt überstanden, nun will sie neu beginnen. Außer der Jüdin Lene weiß niemand, dass sie überlebt hat, vor allem nicht ihr Ex-Mann Johnny. Obwohl er sie vermutlich einst an die Nazis verriet, will Nelly ihn wiedersehen. Doch Johnny, fest überzeugt, dass seine Ex-Frau tot ist, erkennt sie nicht. Stattdessen macht er ihr ein Angebot: Da sie seiner "verstorbenen" Frau so täuschend ähnlich sieht, soll sie deren Platz einnehmen und die KZ-Heimkehrerin spielen. Auf diese Weise will er an das Vermögen seiner tot geglaubten Frau gelangen.

»Mit PHOENIX hat Christian Petzold ein weiteres Mal bewiesen, dass er zu den besten deutschen Regisseuren zählt. PHOENIX: ein spannender, vielschichtiger Film Noir, klug inszeniert, nuanciert und großartig gespielt, mit einer Schlussszene, die man lange nicht vergisst.« (ZDF Aspekte)

Deutschland 2014 · R & Db: Christian Petzold · K: Hans Fromm • Mit Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf u.a. · ab 12 J. · 98'

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Drehbuch Geschichte: Die Trümmer sind unter uns

Die Ehe der Maria Braun

Mo 23. März 2020 · 18:30 Uhr
Mit einer Einführung von Dr. Julia Paulus
Jetzt Karten kaufen und reservieren (cineplex.de)

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Für den Filmkritiker Hans Günther Pflaum eine der wichtigsten filmischen Auseinandersetzungen über die bundesdeutsche Nachkriegszeit

Als Maria und Herrmann Braun im vierten Jahr des Zweiten Weltkriegs in einer hastigen Zeremonie getraut werden, verbringen sie nur einen halben Tag und eine Nacht zusammen, bevor Herrmann an die Ostfront zurück muss. Bei Kriegsende gilt er als vermisst. In einer Bar, die für Deutsche "off limits" ist, lernt Maria den Afroamerikaner Bill kennen. Später wird sie sagen: "Meinen Mann liebe ich, Bill habe ich lieb gehabt."

Ein Heimkehrer bringt ihr die Nachricht von Herrmanns Tod. Doch eines Tages steht der Totgesagte vor der Tür. Als er Maria in Bills Armen findet, schlägt er auf sie ein. Bill versucht einzugreifen. Maria erträgt Herrmanns demütigende Situation nicht und schlägt Bill mit einer Flasche nieder. Vor Gericht übernimmt Herrmann die Schuld am Tod des amerikanischen Soldaten, und während er im Gefängnis sitzt, versucht Maria für das spätere gemeinsame Leben zu sorgen. Sie lernt den Industriellen Karl Oswald kennen und wird auf ihre Weise Teil des wirtschaftlichen Aufstiegs der BRD.

Deutschland 1978 · R: Rainer Werner Fassbinder · Db: Peter Märthesheimer · K: Michael Ballhaus • Mit Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Hark Bohm, Günther Kaufmann u.a. · Musik: Peer Raben · ab 12 J. · 120'

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Drehbuch Geschichte: Die Trümmer sind unter uns

Als die Amerikaner kamen

Mi 1. April 2020 · 18:30 Uhr · Eintritt frei
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Markus Köster

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US-Filmaufnahmen vom Kriegsende 1945 in Westfalen

Frühjahr 1945. Binnen weniger Wochen besetzen amerikanische und britische Truppen ganz Westfalen. Begleitet werden sie von Kamerateams, die die Besetzung der Region zwischen Ruhr und Weser professionell auf Film festhalten. „Eingebettet“ in die vorrückenden Einheiten drehen die Kameraleute zum Teil spektakuläre Bilder von Sieg und Niederlage, Ende und Neuanfang des Jahres 1945.

Rund acht Stunden des heute in den „National Archives“ in Washington lagernden, sämtlich in schwarz-weiß entstandenen US-Filmmaterials wurden 2005 und 2014 als Kopien in das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen übernommen. Die bislang überwiegend unveröffentlichten Aufnahmen zeichnen kein vollständiges, aber ein sehr facettenreiches und anschauliches Bild vom Kriegsende in Westfalen: Sie zeigen Kampfhandlungen und Kriegszerstörungen ebenso wie die massenhafte Gefangennahme deutscher Soldaten, Begegnungen mit der Zivilbevölkerung, die Befreiung von Zwangsarbeiterlagern, die Entdeckung von Kriegsverbrechen, die Internierung von Funktionären des „Dritten Reiches“ sowie alliierte Siegesfeiern und die allmähliche Rückkehr zur Normalität.

Deutschland 2015 · R: Katarzyna Salski · Db: Markus Köster, Katarzyna Salski, Ralf Springer · ab 0 J. · 47'

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Drehbuch Geschichte: Die Trümmer sind unter uns

Irgendwo in Berlin

Mo 6. April 2020 · 18:30 Uhr
Mit einer Einführung von Daniel Gollmann

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Berlin, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs: Die Stadt liegt in Trümmern. Die Kinder nutzen die Trümmerlandschaft als großen Abenteuerspielplatz, auf dem sie Verstecken spielen. Mit Feuerwerkskörpern, die sie gegen zu Hause gestohlene Lebensmittel bei Schwarzhändler Birke eintauschen, spielen sie Krieg. Unter den Kindern sind auch der elfjährige Gustav, der zusammen mit seiner Mutter auf die Rückkehr des Vaters wartet, und sein Freund Willi.

Als unverhofft Gustavs Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, ist er ein seelisches Wrack, das zu keinem Neuanfang fähig und bereit ist. Er wird zum Gespött von Nachbarn, Bekannten sowie der Kinder unter Anführer „Kapitän“. Gustav will sich mit ihm anlegen und wird von Willi unterstützt. Der will der Familie helfen. Bei einer Mutprobe stirbt Willi. Die Kinder reagieren bestürzt und auch die Erwachsenen werden aus ihrer Lethargie gerissen. Gemeinsam beginnen sie nun mit dem Wiederaufbau der Großgarage.

DDR 1946 · R & Db: Gerhard Lamprecht · K: Werner Krien • Mit Harry Hindemith, Hedda Sarnow, Charles Knetschke, Hans Trinkhaus u.a. · ab 6 J. · 79'

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Drehbuch Geschichte: Die Trümmer sind unter uns

Lore

Mi 22. April 2020 · 18:30 Uhr
Mit einer Einführung von Prof. Dr. Barbara Stambolis

Kinder auf der Flucht

Verfilmung von Rachel Seifferts Novelle "Die dunkle Kammer". Frühjahr 1945: Der Krieg ist für Deutschland verloren, die Befreiung durch die Alliierten in vollem Gange. Als ihre Eltern, hochrangige Nazis, von den Amerikanern verhaftet werden, begibt sich die 15-jährige Lore mit ihren jüngeren Geschwistern aus Süddeutschland auf die Flucht Richtung Norden. Dort will sie bei ihrer Großmutter Schutz suchen.

Der Weg durch die verschiedenen Zonen der Alliierten wird zu einer von Hunger, Kälte und ständiger Gefahr geprägten Strapaze. Zugleich sieht Lore sich erstmals mit der Wahrheit über die bestialischen Grausamkeiten der Nazis konfrontiert. Dadurch, aber auch durch das Zusammentreffen mit dem jüdischen Flüchtling Thomas, wird das festgefügte Weltbild der überzeugten Nationalsozialistin ins Wanken gebracht.

Australien/Deutschland/Großbritannien 2012 · R: Cate Shortland · Db: Robin Mukherjee, Cate Shortland · K: Adam Arkapaw • Mit Saskia Rosendahl, Kai Malina, Nele Trebs, Ursina Lardi, Hans-Jochen Wagner u.a. · ab 16 J. · 109'

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