Die Türkei im Blick der Filmemacher*innen (1)

Köpek - Geschichten aus Istanbul

Mo 3. April 2017 · 21:00 Uhr
Mit einer Einführung des Historikers Mark Lorei
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„Drei bewegende Erzählungen über die Sehnsucht nach Liebe und Freiheit in einer in sich gefangenen Gesellschaft. Ein eindringliches Plädoyer für Offenheit und Aufbruch in der Türkei:“ (Cem Özdemir)

Ein ganz gewöhnlicher Tag in der Metropole Istanbul. Der zehnjährige Cemo verkauft Papiertaschentücher auf der Straße und trägt zum Lebensunterhalt seiner Familie bei. Er verehrt ein junges Mädchen aus einem besseren Quartier. Hayat wird von ihrem ungeliebten Ehemann terrorisiert. Als ihr ehemaliger Verlobter den Kontakt wieder sucht, verabreden sie sich zu einem heimlichen Treffen. Die transsexuelle Ebru muss sich prostituieren, um über die Runden zu kommen. Sie liebt einen Mann, der sich in der Öffentlichkeit nicht zu ihr bekennen mag.

Die drei setzen alles daran, dass sich ihre Sehnsucht nach Liebe erfüllt, wenn auch nur für einen Moment. Authentisch und mit einem aufmerksamen Blick für die Poesie des Alltags erzählt der Film der Regisseurin Esen Isik genauso zärtliche wie bewegende Geschichten über die Liebe, den Tod und die türkische Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Schweiz/Türkei 2015 · R & DB: Esen Isik · K: Gabriel Sandru · Musik: Marcel Vaid • Mit Oguzhan Sancar, Bekir Sevenkan, Beren Tuna, Barri Atay, Çagla Akalin, Salih Bademci, Cemal Toktas · ab 12 J. · türk.OmU · 94'

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Die Türkei im Blick der Filmemacher*innen

Die türkische Bevölkerung und die Türkinnen und Türken im Ausland dürfen am 12. April über ein Referendum abstimmen, dass weltweit umstritten ist und von vielen NGOs und Menschenrechtsgruppen kritisiert wird, gerade in einer Zeit, da viele Journalist*innen, Parlamentarierer*innen und Richter*innen inhaftiert sind. Viele befürchten, dass sich das Land unter Umständen selbst von seinen demokratischen Rechten verabschiedet. Vor allem Auslandsauftritte türkischer Regierungsvertreter*innen sorgen in ganz Europa für Aufregung und überzogene Reaktionen. Die Gefahr, dass alle und alles über einen Kamm geschert wird, ist groß. Es wird nicht mehr differenziert und Zwischentöne finden kein Gehör.

Filmschaffende sind in der Regel gut in Beobachten und sehr geeignet Zwischentöne zuzulassen und eine Gesellschaft in seinen Facetten darzustellen. Wir ermöglichen einen kleinen Blick mit drei Werken türkischer Filmschaffenden.

Die Türkei im Blick der Filmemacher*innen (2)

Uzak – Weit

Mi 12. April 2017 · 21:00 Uhr

Mahmut, früher ein engagierter Fotograf, verdient jetzt seinen Lebensunterhalt mit Aufnahmen für Werbekataloge. Er ist geschieden und hat kaum soziale Kontakte. Eines Tages taucht Yusuf auf, ein Verwandter aus Mahmuts Heimatstadt, die er vor Jahren verlassen hatte. Yusuf ist arbeitslos und will auf einem Schiff anheuern. Bis er einen Job findet, soll er bei Mahmut wohnen. Mahmuts kleine heile Welt, sein durchgeplanter Alltag und Ordnungswahn, verpackt in einem vermeintlichen intellektuellen Dasein, kommen durch Yusufs Anwesenheit durcheinander. Die Jobsuche stellt sich als aussichtslos heraus. Immer mehr muss Mahmut feststellen, dass Yusufs einfaches Leben und Scheitern, sein jugendliches Chaos ihm einen Spiegel vorhält.

Nuri Bilge Ceylan wurde nach seinem großen Erfolg in Cannes 2003 zu Recht mit Regisseuren wie Ozu, Tarkowski und Kiarostami verglichen. WEIT ist ein minimalistisches Meisterwerk, das sich nicht ganz ohne Tragikomik in die Abgründe des modernen Menschen wagt.

Türkei 2002 · R, Db & K: Nuri Bilge Ceylan · Musik: Ismail Karadas, Mozart (K.364) • Mit Muzaffer Özdemir, Mehmet Emin Toprak, Zuhal Gencer Erkaya, Nazan Kirilmis, Feridun Koç, Fatma Ceylan, Ebru Ceylan u.a. · ab 12 J. · türk.OmU · 110'

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Die Türkei im Blick der Filmemacher*innen (3)

Drei Affen – Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

Mi 19. April 2017 · 19:00 Uhr

Eine unheilvoll bedrückende Stimmung beherrscht Nuri Bilge Ceylans 2008 in Cannes mit der besten Regie ausgezeichnetes Drama. Es erzählt von der Familie eines Chauffeurs, der Geld dafür bekommt, für eine von seinem Chef begangene Fahrerflucht mit tödlichem Ausgang die Schuld auf sich zu nehmen. Dies aber bleibt nicht das einzige Vergehen, das die drei Familienmitglieder einfach so hinnehmen – und sich dabei wie die drei sprichwörtlichen Affen benehmen. Die Last ihres Schweigens, Wegsehens, Ignorierens aber liegt tonnenschwer auf ihren Seelen.

Die Kamera versucht, in sie hineinzublicken. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2008 ausgezeichnet mit der Palme für die Beste Regie.

»Vor allem die großartige Hauptdarstellerin zieht den Zuschauer mitten in dieses packende Familiendrama hinein, in dem wenig geredet und viel verschwiegen wird.« (spiegel.de)

ÜC MAYMUN · Türkei/Frankreich/Italien 2008 · R: Nuri Bilge Ceylan · Db: Ebru Ceylan, Nuri Bilge Ceylan, Ercan Kesal · K: Gökhan Tiryaki • Mit Yavuz Bingöl, Ercan Kesal, Hatice Aslan Kaleli u.a. · ab 12 J. · türk.OmU · 109'

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Spielplan

Dienstag, 4. April 2017
19:00
Freitag, 7. April 2017
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Samstag, 8. April 2017
14:45
Sonntag, 9. April 2017
14:45
Montag, 10. April 2017
18:00
19:00
Dienstag, 11. April 2017
20:00
Freitag, 14. April 2017
14:45
Samstag, 15. April 2017
14:45
Sonntag, 16. April 2017
14:45
Montag, 17. April 2017
21:00
Montag, 24. April 2017
21:00
Dienstag, 25. April 2017
20:30
Samstag, 29. April 2017
14:45
Sonntag, 30. April 2017
14:45
Dienstag, 16. Mai 2017
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Samstag, 27. Mai 2017
14:45
Sonntag, 28. Mai 2017
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Samstag, 3. Juni 2017
14:45
Sonntag, 4. Juni 2017
14:45
Montag, 5. Juni 2017
14:45
Samstag, 10. Juni 2017
14:45
Sonntag, 11. Juni 2017
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Sonntag, 18. Juni 2017
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Samstag, 1. Juli 2017
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Sonntag, 2. Juli 2017
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Samstag, 8. Juli 2017
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Sonntag, 9. Juli 2017
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Samstag, 15. Juli 2017
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Sonntag, 16. Juli 2017
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Mittwoch, 19. Juli 2017
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Donnerstag, 27. Juli 2017
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Freitag, 28. Juli 2017
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Samstag, 29. Juli 2017
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Sonntag, 30. Juli 2017
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Mittwoch, 2. August 2017
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