Politik & Film im Wintersemester 2026/27

 

Die Termine im Überblick:

Di 27. Oktober 2026 · 20:00 Uhr: Winter's Bone  
Mit einer Einführung von Matthias Freise

Di 10. November 2026 · 20:00 Uhr: To Wong Foo, thanks for Everything, Julie Newmar 
Mit einer Einführung von Sophia Jendrzejewsk

Di 24. November 2026 · 20:00 Uhr: Barbie 
Mit einer Einführung von Antonia Graf

Di 8. Dezember 2026 · 20:00 Uhr: Carol 
Mit einer Einführung von Rieke Schröder

Di 12. Januar 2027 · 20:00 Uhr: Rafiki 
Mit einer Einführung von Nadine Segadlo

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Politik & Film

Winter's Bone

Di 27. Oktober 2026 · 20:00 Uhr
Mit einer Einführung von Matthias Freise

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Verzweifelt sucht die siebzehnjährige Ree ihren Vater, der untergetaucht ist und das Haus der Familie samt Grundstück verpfändet hat. Wenn sie ihn nicht auftreiben kann, wird sie mit ihren kleinen Geschwistern und der kranken Mutter auf der Straße stehen.

Als Winter’s Bone 2010 erschien, wurde er vor allem als düsteres Sozialdrama gelesen. Rückblickend wirkt der Film fast prophetisch: Er zeigt jenes ländliche Amerika, das sich politisch verlassen, kulturell missachtet und ökonomisch abgehängt fühlte – und das wenige Jahre später in überwältigender Mehrheit Donald Trump zum Präsidenten wählen sollte. Der Film erklärt Trumps Wahlsiege nicht. Aber er zeigt ein gesellschaftliches Milieu, in dem populistische Anti-Establishment-Politik auf besonders fruchtbaren Boden fallen konnte. Dabei zeigt der Film, dass Macht nicht nur von staatlichen Institutionen ausgeht, sondern auch in den alltäglichen Beziehungen, Loyalitäten und unausgesprochenen Regeln einer Gemeinschaft wirksam wird. Matthias Freise analysiert den Film als politische Anatomie des vergessenen Amerikas – eines Amerikas, das sich lange vor Trump von Staat, Wohlstand und gesellschaftlicher Anerkennung verlassen fühlte. (Text: Matthias Freise)

USA 2020 · R: Debra Granik • Mit Jennifer Lawrence, John Hawkes, Lauren Sweetser, Garret Dillahunt, Sheryl Lee · ab 12 J. · engl.OmU · 96'

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Zu Gast im Cinema:

Matthias Freise

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Öffnungszeiten der Kinokasse
immer 15 Minuten vor der ersten Vorstellung.

Eintrittspreise
Wähle selbst deinen Eintrittspreise, wir verlangen keinen Nachweis.

Kulturheld*in
11,50 EUR
Basis-Ticket
10,00 EUR
Ermäßigt
8,50 EUR

Familienkino
6,90 EUR

Münster-Pass
6,50 EUR (mit Nachweis)

Unter 16 Jahren
6,90 EUR
(bis 18:30 Uhr)

Donnerstag ist Studitag
6,90 EUR
(für alle, die in Ausbildung jeglicher Art sind)

Arthouse-Sneak
6,00 EUR
(Sneak-Deal 11,00 EUR)

Tickets: cineplex.de

Bei Sonder- veranstaltungen gelten mitunter besondere Preise.

Politik & Film

To Wong Foo, thanks for Everything, Julie Newmar

Di 10. November 2026 · 20:00 Uhr
Mit einer Einführung von Sophia Jendrzejewski

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Einer der beliebtesten Kultfilme der LGBTQ -Community

Auf dem Weg nach Hollywood zu einem Drag-Queen-Schönheitswettbewerb stranden Vida, Chi Chi und Noxeema in der verschlafenen Kleinstadt Snydersville im Mittleren Westen. Entschlossen, das Beste aus der misslichen Lage zu machen, nehmen sich die Drag Queens vor, an einem wilden und turbulenten Wochenende die gebrochenen Herzen, zerplatzten Träume und abgebrochenen Fingernägel der Kleinstadtbewohner zu reparieren. Wir schreiben das Jahr 1995 und drei der größten männlichen Schauspieler ihrer Zeit, Wesley Snipes, Patrick Swayze und John Leguizamo, sind in den Hauptrollen einer neuen Hollywood-Produktion zu sehen. Doch diesmal sind sie nicht der Mittelpunkt eines Actionfilms, sondern verkörpern die Dragqueens Noxeema Jackson, Vida Boheme und Chi Chi Rodriguez in „To Wong Foo, Thanks for Everything! Julie Newmar“. Während der Film von einigen als queeres Roadmovie und Kultfilm gefeiert wird, wird er von anderen als Hollywood-Fantasie und als unrealistische Darstellung von Drag Queens und queerer Identität kritisiert. Kann ein Film in klassischer Hollywood-Manier einen „Magical Queer Trope“ spinnen und gleichzeitig Rassismus, sexuelle Gewalt, Trans- und Homophobie thematisieren? Wäre ein solcher Film heute mit ähnlicher Hauptbesetzung möglich? Und ist gerade die Besetzung selbst schon das Problem? Sophia Jendrzejewski diskutiert, warum To Wong Foo ein Film der Gleichzeitigkeiten ist, der durchaus Kritik, aber 31 Jahre später auch seinen Status als queerer Kultfilm verdient hat. (Text: Sophia Jendrzejewski)

USA 1995 · R: Beeban Kidron · Db: Douglas Carter Beane · K: Steve Mason · Musik: Rachel Portman • Mit Patrick Swayze, Wesley Snipes, John Leguizamo, Stockard Channing, Christopher Penn · engl.OmU · 108'

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Zu Gast im Cinema:

Sophia Jendrzejewski

Politik & Film

Barbie

Di 24. November 2026 · 20:00 Uhr
Mit einer Einführung von Antonia Graf

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Im Barbie-Land zu leben bedeutet, ein perfektes Dasein an einem perfekten Ort zu führen. Außer natürlich, man steckt gerade in einer existenziellen Krise. Oder man ist ein Ken.

„You can be anything!“ Mit diesem Versprechen wird Barbie zur globalen Ikone weiblicher Selbstermächtigung. Zugleich gilt sie seit Jahrzehnten als Symbol unerreichbarer Schönheitsideale und kapitalistischer Verwertungslogiken. Greta Gerwigs erfolgreicher Kinohit begleitet Stereotyp-Barbie auf ihre Reise aus dem vermeintlich perfekten Barbieland in eine reale Welt voller patriarchaler Machtstrukturen und vorgefertigter Weiblichkeitsbilder. Der Film verhandelt Geschlechterrollen, Mutter-Tochter-Beziehungen und die Frage, ob individuelle Selbstverwirklichung bereits gesellschaftliche Emanzipation bedeutet. Antonia Graf diskutiert, wie gesellschaftliche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern satirisch zwischen kritischer Auseinandersetzung und oberflächlicher Vereinfachung inszeniert werden und macht ein Deutungsangebot, inwiefern der vielfach als feministisch gefeierte Film diesem Anspruch gerecht wird. (Text: Antonia Graf)

USA 2023 · R: Greta Gerwig · Db: Greta Gerwig, Noah Baumbach • Mit Margot Robbie, Ryan Gosling, · engl.OmU · 114'

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Politik & Film

Carol

Di 8. Dezember 2026 · 20:00 Uhr
Mit einer Einführung von Rieke Schröder

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Todd Haynes (Dem Himmel so fern, I’m not There) inszeniert das Melodram über eine verbotene Liebe mit Cate Blanchett und Rooney Mara in den Hauptrollen.

Während draußen Weihnachten funkelt, beginnt in einem New Yorker Kaufhaus eine Begegnung, die alles verändern wird. Carol (2015) ist längst zum queeren Weihnachtsklassiker geworden, und das zu Recht. Denn Todd Haynes inszeniert die unmögliche Liebe zwischen der bürgerlichen Carol und der jungen Therese nicht als Tragödie, sondern als zarten, eigensinnigen Akt des Widerstands. Jeder Blick, jede Geste, jede Autofahrt durch verschneite Landschaften tragen das Gewicht einer Gesellschaft, die Frauen in Rollen zwingt und weibliches Begehren zum Schweigen bringt. Der Film fragt: Was kostet es, man selbst zu sein, und wer darf es sich überhaupt leisten? Rieke Schröder diskutiert einführend, was Carol uns heute über Geschlecht, Klasse und queere Sichtbarkeit zu sagen hat. (Text: Rieke Schröder)

USA, Großbritannien 2015 · R: Todd Haynes · Db: Phyllis Nagy · K: Edward Lachman · Musik: Carter Burwell • Mit Cate Blanchett, Rooney Mara, Kyle Chandler, Sarah Paulson, Jake Lacy, Cory Michael Smith, Carrie Brownstein, John Magaro, Kevin Crowley u.a. · ab 6 J. · OmU · 118'

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Zu Gast im Cinema:

Rieke Schröder

Politik & Film

Rafiki

Di 12. Januar 2027 · 20:00 Uhr
Mit einer Einführung von Nadine Segadlo

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Zwei junge Frauen brechen mit den kenianischen Traditionen

Der Film „Rafiki“ – Kiswahili für „Freund*in“ – ist der erste kenianische Film, der 2018 bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. In Kenia selbst wurde er verboten, weil er die Liebesgeschichte zweier junger Frauen erzählt und damit von der kenianischen Filmprüfstelle als Anstiftung zu rechtswidrigem Verhalten eingestuft wurde. Kenia bestraft gleichgeschlechtliche Beziehungen mit bis zu 14 Jahren Haft. Erst im Januar 2026 erklärte ein Berufungsgericht das Verbot nach achtjährigem Rechtsstreit für verfassungswidrig. Nadine Segadlo nimmt diesen Film zum Anlass, über anti-LGBTQ*-Einstellungen und Gesetzgebung in Kenia hinauszublicken: Queerfeindliche Gewalt, restriktive Rechtsprechung, gesellschaftliche Ausgrenzung und staatliche Verbote lassen sich nicht auf Ostafrika beschränken, sondern müssen im Lichte autoritärer Politik und des weltweiten Erstarkens von Rechtspopulismus global und gesamtgesellschaftlich betrachtet werden. Der Film ist dabei eine Einladung, über Freiheit und Selbstbestimmtheit als universelle Menschenrechte nachzudenken – und dabei eine wunderbare Gelegenheit, Kiswahili zu hören und in das Leben in Nairobi einzutauchen. (Text: Nadine Segadlo)

Kenia 2018 · R: Wanuri Kahiu · Db: Wanuri Kahiu, Jenna Bass · K: Christopher Wessels • Mit Samantha Mugatsia, Sheila Munyiva, Nini Wacera, Charlie Karumi u.a. · ab 12 J. · suah.OmU · 82'

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Spielplan

Montag, 24. August 2026
20:00
Mittwoch, 26. August 2026
18:00
Freitag, 28. August 2026
18:00
Sonntag, 30. August 2026
17:30
20:00
Montag, 31. August 2026
18:00
Mittwoch, 2. September 2026
18:00
22:15
Samstag, 5. September 2026
Neu!
Dienstag, 8. September 2026
18:00
18:15
Mittwoch, 9. September 2026
18:00
Dienstag, 15. September 2026
20:45
Mittwoch, 16. September 2026
22:15
Donnerstag, 17. September 2026
Neu!
Neu!
Neu!
Samstag, 19. September 2026
19:00
Neu!
Dienstag, 22. September 2026
18:00
Freitag, 25. September 2026
18:00
Samstag, 26. September 2026
Neu!
Sonntag, 11. Oktober 2026
17:00
Mittwoch, 14. Oktober 2026
18:00
Sonntag, 18. Oktober 2026
17:00
Dienstag, 27. Oktober 2026
20:00
Mittwoch, 11. November 2026
18:00
Dienstag, 24. November 2026
20:00
Montag, 7. Dezember 2026
18:00
Dienstag, 8. Dezember 2026
20:00
Mittwoch, 9. Dezember 2026
18:00
Dienstag, 12. Januar 2027
20:00