männernetzwerk münster – Filmbetrachtungen: „Männer als Opfer“

Atlas

Mo 20. April 2020 · 20:00 Uhr
Mit anschl. Gespräch unter Leitung von Sebastian Aperdannier

Eigentlich ist es für Möbelpacker Walter Scholl ein Job wie jeder andere, als er mit seinen Kollegen anrückt, um eine Wohnung in einem Altbau zwangs zu räumen. Unter all seinen Kollegen ist Walter trotz der Schmerzen, die ihm dieser Knochenjob bereitet, der loyalste Mitarbeiter.

Sein Chef Roland Grone hat sich nämlich auf einen Deal mit einem dubiosen arabischen Klan eingelassen: Er kauft Häuser mit dem Geld der Afsaris, vertreibt die Mieter – notfalls auch mit Gewalt –, und verkauft die leeren Häuser dann weiter. Doch bei einem Auftrag, bei dem sich einer der letzten Mieter weigert, auszuziehen, meint der 60-jährige ehemalige Gewichtheber Walter plötzlich seinen Sohn Jan wiederzuerkennen, den er vor vielen Jahren im Stich gelassen hat. Nun will er seine Fehler von damals wiedergutmachen und seinen Sohn und dessen Familie vor der zunehmenden Gewaltandrohung des Klans schützen, auch auf die Gefahr hin, Leib und Leben zu riskieren.

D 2018 · R : David Nawrath · K: James Laxton  · 100'

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männernetzwerk münster zeigt „Helden“

Das männer netzwerk münster ist ein Zusammenschluss von männlichen Fachkräften, die in ihren Organisationen mit männerspezifischen Themen befasst sind. Das männer netzwerk münster will einen differenzierten Blick auf die Lebenslagen, Bedürfnisse und Herausforderungen von Männern werfen. Es will die Gleichstellung von Männern und Frauen und eine geschlechtsspezifische Betrachtungsund Arbeitsweise fördern.

In der bereits 4. Auflage der Filmreihe „Mann im Film“ des männer netzwerk münster in Kooperation mit dem Cinema geht es um ein gesellschaftlich nach wie vor tabubehaftetes Thema:

Männer als Opfer
„Männer als Opfer“ scheint in sich schon ein Widerspruch zu sein, dabei wird die Realität, dass Jungen und Männer in hohem Maße Opfererfahrungen machen, ausgeblendet. Jungen und Männer werden eher mit dem Attribut „Täter“ verbunden. So erleben männliche Jugendliche in der Gruppe der Gleichaltrigen häufig Gewalt, ohne dass sie sich selbst als Opfer bezeichnen würden. Opfer zu sein, entspricht nicht dem männlichen Selbstbild.

Jungen und Männern fällt es häufig schwer, sich selbst als Opfer von Gewalt oder von Grenzüberschreitungen gegen sich zu sehen. Oft stehen im Vordergrund Gefühle wie Scham oder die Angst, nicht ernst genommen zu werden, als „unmännlich“ zu gelten.

Die Filmreihe zeigt Jungen und Männer mit sehr unterschiedlichen Opfererfahrungen und das Publikum begleitet die Hauptfiguren in ihrem Umgang damit. Die Radikalität, die Unterschiedlichkeit ist manchmal verstörend, manchmal erschreckend und doch tief berührend.

Nach jedem Film möchten wir uns für ca. 20 Minuten unter Anleitung von Sebastian Aperdannier austauschen und unterschiedliche Aspekte des Filmes zusammentragen. Wie in den letzten Jahren richtet sich die Einladung ausdrücklich an Männer und Frauen.

Die Termine:

Mo 17. Februar · 20:00 Uhr: Moonlight

Mo 16. März · 20:00 Uhr: Härte

Mo 20. April · 20:00 Uhr: Atlas

Flyer zum Download

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