Female Gaze – Frauen schreiben Männer

Wie wird die Männerwelt aus weiblicher Perspektive dargestellt? In der Reihe „Female Gaze: Frauen schreiben Männer“ zeigt die Linse die Werke von fünf Regisseurinnen: Kathryn Bigelow, Mary Harron, Claire Denis, Charlotte Wells und Chloé Zhao.

In ihren Filmen werden Männer durch Gesten, Routinen, Körper und Fantasien beschrieben. Der Blick richtet sich auf Männerfiguren und männliche Umgebungen, deren innere Konflikte sich nicht offen artikulieren, sondern in Wiederholungen, Körperlichkeit und Brüchen sichtbar werden.

Was die Filme verbindet, ist auch die Frage, wer schaut. Ist die Figur ein guter Vater, weil er seine Schwäche verbirgt, oder ein schlechter, weil er sie nicht teilt? Ist die obsessive Morgenroutine eine vertraute Ästhetik der Selbstoptimierung, oder das Porträt einer inneren Leere? Wie wird aus einer Satirefigur ein misogynes Vorbild? Die fünf Filme sind Porträts von Männlichkeit, distanziert beobachtet, manchmal verstörend und gerade dadurch umso interessanter. Jeder Film wird mit einer kurzen Einführung vor Filmbeginn präsentiert, die dazu einlädt, diese fünf großartigen Filme vielleicht mit einem anderen Blick zu sehen.

Zusammen mit:

Die Linse: Female Gaze – Frauen schreiben Männer

Aftersun

So 30. August 2026 • 20:00 Uhr mit einer kurzen Einführung
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In Aftersun zeigt sich Männlichkeit als fragile Fürsorge. Der Vater Calum verbringt mit seiner jungen Tochter einen Sommerurlaub, geprägt von Abenteuern und einer scheinbaren Leichtigkeit. Unter der Oberfläche liegt eine emotionale Erschöpfung, die sich kaum benennen lässt. Gefühle bleiben unausgesprochen und zeigen sich nur in Gesten und Blicken.

Die elfjährige Sophie und ihr Vater Calum machen Ende der 1990er Jahre Urlaub in einem türkischen Badeort. Sie gehen schwimmen, spielen Billard und genießen das Zusammensein – sie sind unzertrennlich. Sophie hat das Gefühl, dass das Unmögliche möglich ist, wenn Calum da ist. Doch unmerklich schleichen sich Melancholie und Geheimnisse in Calums Verhalten. Zwanzig Jahre später bekommen die Erinnerungen eine neue Bedeutung, als Sophie versucht, den Vater, den sie kannte, mit dem Mann zu versöhnen, den sie nie kennenlernte. In AFTERSUN erforscht Charlotte Wells, wie komplex das Innenleben der Menschen ist, die wir lieben, und vielleicht nie wirklich verstehen werden. Das Spielfilmdebüt mit dem BAFTA-prämierten Paul Mescal (Normal People, The Lost Daughter) und der 11-jährigen Frankie Corio verbindet eine hoffnungsvolle Coming-of-Age-Geschichte mit einem ergreifenden, intimen Familienporträt. Mit sensiblen Darstellungen von Paul Mescal und Frankie Corio erzählt Aftersun weniger eine klassische Handlung als vielmehr das Gefühl einer Erinnerung: schön, verschwommen und schmerzhaft zugleich. Der Film wurde besonders für seine authentische Emotionalität, seine feine Inszenierung und seine intensive Darstellung familiärer Nähe gelobt.

Großbritannien/USA 2022 · R: Charlotte Wells · Db: Charlotte Wells · K: Gregory Oke • Mit Paul Mescal, Frankie Corio, Celia Rowlson-Hall u.a. · engl.OmU · 102'

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Kulturheld*in
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Ermäßigt
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Familienkino
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Münster-Pass
6,50 EUR (mit Nachweis)

Unter 16 Jahren
6,90 EUR
(bis 18:30 Uhr)

Donnerstag ist Studitag
6,90 EUR
(für alle, die in Ausbildung jeglicher Art sind)

Arthouse-Sneak
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(Sneak-Deal 11,00 EUR)

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Die Linse: Female Gaze – Frauen schreiben Männer | Kinofest 2026

Strange Days

So 13. September 2026 • 20:00 Uhr mit einer kurzen Einführung
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Dystopischer Thriller

STRANGE DAYS spielt im düsteren Los Angeles kurz vor dem Jahreswechsel 1999. Ex-Polizist Lenny Nero verdient sein Geld mit illegalen „Clips“, digitalen Aufzeichnungen fremder Erlebnisse, die Nutzer mittels eines SQUID-Headsets direkt fühlen und erleben können. Die Technologie wirkt wie eine virtuelle Realität und macht schnell süchtig. Während Lenny in Erinnerungen an seine verlorene Liebe Faith flüchtet, versucht seine Freundin und Bodyguard Mace, ihn aus der kriminellen Szene herauszuhalten.

Als die Prostituierte Iris Lenny heimlich einen Clip hinterlässt, gerät er in eine gefährliche Verschwörung: Die Aufnahme zeigt den Mord am schwarzen Rapper Jeriko One durch zwei rassistische Polizisten. Kurz darauf wird Iris brutal ermordet, und Lenny beginnt gemeinsam mit Mace, nach den Tätern zu suchen. Dabei stößt er auf ein Netz aus Korruption, Gewalt und Verrat, das bis in die höchsten Kreise von Polizei und Musikindustrie reicht.

Vor der explosiven Kulisse der Millennium-Nacht eskaliert die Situation. Während in der Stadt Chaos und Feierlaune aufeinandertreffen, muss Lenny erkennen, wem er vertrauen kann.

Kathryn Bigelow verbindet Cyberpunk, Thriller und Gesellschaftskritik zu einem spannenden Zukunftsszenario über Macht, Überwachung und virtuelle Abhängigkeit.

USA 1995 · R: Kathryn Bigelow · Db: James Cameron, Jay Cocks · K: Matthew F. Leonetti • Mit Ralph Fiennes, Angela Bassett, Tom Sizemore, Juliette Lewis, Michael Wincott · ab 16 J. · engl.OmU · 139'

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Die Linse: Female Gaze – Frauen schreiben Männer

The Rider

So 27. September 2026 • 20:00 Uhr mit einer kurzen Einführung
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Ein berührender, zärtlicher Blick auf den Verlust von Männlichkeit und Lebenstraum

Was ist ein Cowboy? Was bleibt von einem Mann, wenn man ihm das nimmt, worin er sich als Mann erkennt? Brady ist aufstrebender Rodeo-Star und talentierter Pferdetrainer in den Weiten von South Dakota. Nach einem schweren Sturz, bei dem ein Pferd seinen Schädel zertrampelt, wird ihm klar: Ein weiterer Ritt kann ihn das Leben kosten.

Die Regisseurin Chloé Zhao (Nomadland, Hamnet) beschreibt eine männliche Identität, die nicht erklärt, sondern gelebt wird. Der Film ist eng mit Bradys realem Leben verwoben: Brady Jandreau spielt sich selbst, seine Familie spielt sich selbst, sein bester Freund Lane (ein querschnittsgelähmter Rodeo-Kollege) spielt sich selbst.

THE RIDER ist daher eine Verwischung von Fiktion und Dokument. Besonders in den Szenen mit den Pferden wird das sichtbar: Brady bewegt sich zwischen Vater, Mutter, Freund und Tanzpartner der Tiere. Die Kamera beobachtet, wie Männlichkeit im ländlichen Amerika verkörpert wird, durch Arbeit, Schmerz und Schweigen. Zhao zeigt uns eine Welt ohne Mitleid, wo eine Verletzung nicht nur den Körper, sondern die gesamte Identität einer Person erschüttern kann. Und das mit einer Zärtlichkeit, die in Hollywood-Händen kaum denkbar wäre.

USA 2017 · R: Chloé Zhao · Db: Chloé Zhao · K: Joshua James Richards · Musik: Nathan Halpern • Mit Brady Jandreau, Tim Jandreau, Lilly Jandreau, Cat Clifford, Terri Dawn Pourier, Lane Scott, Tanner Langdeau, James Calhoon, Derrick Janis · ab 12 J. · engl.OmU · 102'

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