Die 28. Queerstreifen: Verletzliche Väter und verdrängte Vergangenheiten
Liebe Stars und *chen!
Wir sind zurück – und haben wieder ein vielfältiges Programm gezaubert – mit brandneuen lesbischen, schwulen und queeren Independent-Filmen aus aller Welt.
Einen Schwerpunkt bildet das Thema „Wenn die Eltern älter werden.“ Unsere Filme zeigen, wie unterschiedlich Queers und ihre Familien mit dieser Herausforderung umgehen:
- So folgt das sensible Drama JONE, SOMETIMES einer 20-Jährigen durch Bilbao. Jone muss zwischen erster lesbischer Liebe, Partynächten und der fortschreitenden Parkinson-Erkrankung ihres Vaters viel zu früh erwachsen werden.
- Die Tragikomödie JIMPA erzählt von einer Mutter (Oscar-Preisträgerin Olivia Colman), die mit ihrem nicht-binären Sprössling den schwulen Großvater in Amsterdam besucht. Der Alte ist zwar ungebremst lebensfroh, aber auch seine Gesundheit lässt nach …
- Die lesbische Regisseurin Angelina Maccarone liest aus ihrem autofiktionalen Roman „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in“. Der Tod des Vaters spielt dabei eine wichtige Rolle.
Mehrfach präsent in unserem Programm ist auch das immergrüne Thema „queer history“:
- Das international gefeierte Drama LA BOLA NEGRA blendet zurück in den Spanischen Bürgerkrieg, wo sich zwei junge Männer aus gegnerischen Lagern hoffnungslos ineinander verlieben.
- Im Zeitstück THE MAN I LOVE erlebt im New York der 1980er ein schwuler Performancekünstler (Oscar-Preisträger Rami Malek) noch einmal erotisches Knistern und künstlerischen Erfolg – trotz Aids-Erkrankung und drohendem Tod.
- Die bewegende Dokumentation OUTLIERS AND OUTLAWS zeichnet die Geschichte des lesbischen Lebens in der Stadt Eugene (US-Bundesstaat Oregon) nach – von den 1960er- bis in die 1990er-Jahre.
Eine Eröffnung mit der Münsteraner Poetryslammer*in Birte Stolte plus anschließendem Sekt- und Seltersempfang im Café Classique, ein Generationenfrühstück im neben*an sowie das Kurzfilmprogramm aus Hamburg runden die Queerstreifen ab.
Wie in den vergangenen Jahren könnt Ihr jeden besuchten Film bewerten. Bitte achtet auf die QR-Codes im Kinofoyer oder die Links auf unserer Website. Unter allen digitalen Voter*innen verlosen wir einen Festivalpass für die Queerstreifen 2027.
Wem es im und rund ums Kino zu trubelig wird: Gegenüber steht das neben*an während der ganzen Festivaldauer als Rückzugsort zur Verfügung.
Last, but not least möchten wir den Unternehmen, Vereinen, Initiativen und Gremien danken, ohne deren finanzielle Unterstützung unser Festival nicht möglich wäre.
Das Queerstreifen-Team wünscht anregende Unterhaltung!
PS: Save the date – die 29. Queerstreifen finden vom 4. bis zum 7. November 2027 statt.
Der Spielplan
| Do 5. Nov. | Fr 6. Nov. | Sa 7. Nov. | So 8. Nov. |
| ab 10:00 Uhr: Generationenfrühstück |
10:45 Uhr: The Man I Love |
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| 14:00 Uhr: Outliers and Outlaws |
13:00 Uhr: Skiff |
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| 14:45 Uhr: Country Queer |
15:50 Uhr: Iván & Hadoum |
15:30 Uhr: Lesung mit Angelina Maccarone |
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| 18:30 Uhr: Eröffnung mit Birte Stolte |
16:45 Uhr: Montreal, My Beautiful |
18:10 Uhr: We‘ll Find Happiness |
17:40 Uhr: Best of URSULA 2026 |
| 20:30 Uhr: Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes und Amir |
19:20 Uhr: La bola negra |
20:30 Uhr: Jone, Sometimes |
19:45 Uhr: Jimpa |
| 22:30 Uhr: Black Burns Fast |
22:30 Uhr: On the Road – En El Camino |
Unter dem Titel QUEER MONDAY finden regelmäßig Filmveranstaltungen im lesbischen schwulen queeren Kontext statt.
Eintrittspreise
- Vorverkauf bis Mi 4. Nov.: 7,00 €
- ab Do 5. Nov.: 9,00 €
- 5er-Karte* (6,50 Euro/Karte): 32,50 €
- Dauerkarte* (4,50 Euro/Karte): 67,50 €
*Reservierungen können nur zu dem gerade gültigen Eintrittspreis abgeholt werden
#IchBinArmutsbetroffen kostenloses Ticket für armutsbetroffene Menschen mit Münster-Pass (kann nur persönlich direkt an der Kinokasse abgeholt werden – solange Vorrat reicht)
Die Linse: 28. Queerstreifen | Gratis: Gesang, Sekt und Selters
Eröffnung mit Birte Stolte
Do 5. November 2026 · 18:30 Uhr Eintritt frei
Poetry Slam, Drag und gesellschaftskritische Kunst
Birte Stolte (they/she) ist ein*e multimediale Künstler*in, Slam Poet*in, Drag Artist, Schriftsteller*in, Fotograf*in, Filmemacher*in und Aktivist*in. They kommt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet, dort ist sie seit vielen Jahren aktiv im Vorstand des Wohnzimmerslams e.V. in Dortmund, welcher vor allem durch seine queeren Poetry Slams die Kulturszene im Ruhrgebiet geprägt hat. Mittlerweile ist sie zum Kunststudium nach Münster gezogen, wo they auch den Queerslam Münster (B-Side) ins Leben gerufen hat. Birte Stolte begeistert sich vor allem dafür, politische Themen in ihren Texten einzuweben. Zwischen Lyrik, Prosa oder Comedy bringt sie eine bunte Mixtur auf die Bühne, die sich durch einen stets gesellschaftskritischen roten Faden auszeichnet. Seit 2024 darf sich die Künstler*in „Vize-U20-NRW Meister*in 2024“ schimpfen. Birte wurde außerdem in den Jahren 2022, 2023 und 2024 bei den deutschsprachigen U20 Meister*innenschaften nominiert und ist im Rahmen dessen in St. Gallen, Frankfurt und Berlin aufgetreten. Im September 2026 durfte Birte ebenfalls bei den NRW- Meister*innenschaften im Kreis Mettmann an den Start gehen.
Nach der Eröffnung im Cinema empfangen uns Ralf Ilgemann und sein Team bei Sekt und Selters im Café Classique.
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere – präsentiert von Café Classique
Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes und Amir
Do 5. November 2026 · 20:30 Uhr
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Amir (Bardo Böhlefeld) ist 31, schwul und gerade aus dem Iran geflüchtet. In Deutschland wartet er auf die Entscheidung über seinen Aufenthaltsstatus und versucht, in dem fremden Land Fuß zu fassen. Agnes (Katharina Thalbach) dagegen ist 101, was sie keineswegs davon überzeugt, dass sie ins Altersheim gehört. Das Berliner Original will in seiner Wohnung bleiben – und braucht dafür Unterstützung. So wird Amir ihr Mitbewohner.
Was zunächst wie eine ziemlich ungewöhnliche Zweckgemeinschaft aussieht, entwickelt sich zu einer Freundschaft. Amir hilft Agnes im Alltag, Agnes mischt sich dafür umso beherzter in Amirs Leben ein. Zwei Menschen, deren Biografien kaum unterschiedlicher sein könnten, geben einander Halt, Mut und neue Lebensfreude.
Regisseurin Helena Hufnagel erzählt nach einer wahren Begebenheit von Freundschaft über Generationen und kulturelle Grenzen hinweg – und von einem schwulen Geflüchteten, der in einer steinalten Berlinerin einen seiner Lieblingsmenschen findet.
Eine warmherzige Komödie, die beim Filmfest München 2026 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.
Deutschland 2026 · R: Helena Hufnagel · Db: Malte Welding · K: Aline László • Mit: Katharina Thalbach, Bardo Böhlefeld, Ulrike Kriener, Noah Saavedra, Ronald Zehrfeld · ab 6 J. · 108‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
Country Queer
Fr 6. November 2026 · 14:45 Uhr
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Benoît hat sich sein eigenes kleines Paradies in seinem Landhaus und Garten geschaffen, nicht weit entfernt von dem Dorf, in dem er aufwuchs. Er lebt dort zurückgezogen und hat seine eigene Art der Befreiung gefunden. Einst war er nach Marseille gezogen, aber in der Großstadt nie wirklich angekommen.
Er züchtet Blumen, baut Gemüse an und nutzt die Abgeschiedenheit des ländlichen Raums, um sich frei zu entfalten. Er sieht nur wenige, ausgewählte Menschen.
Irgendwann fängt Benoît jedoch an, sich mit anderen Queers aus der Umgebung zu treffen. Sie planen den allerersten Pride im Périgord vert. Und der Pride ist nicht nur das erste Event dieser Art dort, sondern bedeutet auch für Benoît einen Aufbruch. Er verlässt die selbstgewählte Einsamkeit und findet seinen Platz in der ländlichen queeren Community. Es ist sozusagen sein Coming-out.
Mit einer ruhigen Intensität begleitet Regisseur Antoine Vazquez das Leben und den Weg seines Protagonisten mit der Kamera. So entsteht ein differenziertes und interessantes Bild davon, wie queeres Leben auf dem Land heute aussehen kann.
Frankreich 2025 · R & Db: Antoine Vazquez · K: Charly Caillaux, Antoine Vazquez · franz.OmU · 84‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
Montreal, My Beautiful
Fr 6. November 2026 · 16:45 Uhr
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Feng Xia, eine 53-jährige chinesische Migrantin und Mutter von zwei Kindern, lebt in Montreal und hat ihr Leben bisher ihrer Familie, ihrer Kultur und ihrer lieblosen Ehe gewidmet.
Ein junger Schwuler aus Kuba erzählt ihr im gemeinsamen Französischkurs, dass er über eine Dating-App einen Partner gefunden hat. Sie ist fasziniert und probiert es selbst aus. Sie begegnet Camille, einer jungen, freiheitsliebenden Frau aus Quebec, und eine lange verschüttete Sehnsucht erwacht in ihr. Das bringt sie in einen Loyalitätskonflikt zwischen den Pflichten ihrem Mann und ihrer Familie gegenüber und dem lesbischen Begehren, das sie seit ihrer Jugend verspürt.
Kanada 2025 · R & Db: Xiaodan He · K: Marie Davignon • Mit: Joan Chen, Charlotte Aubin, John Xu, Pei Yao Xu, Anzhe (Angelo) Zhang, Jean-Guy Bouchard u.a. · franz./mand.OmU · 118‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
La bola negra
Fr 6. November 2026 · 19:20 Uhr
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LA BOLA NEGRA erzählt die Geschichte dreier junger schwuler Männer, deren Leben schicksalhaft miteinander verknüpft sind – im Spanien der Jahre 1932, 1937 und 2017. So verliebt sich während des Bürgerkriegs der Franco-treue Sebastián in den verwundeten republikanischen Kriegsgefangenen Rafael. Sebastián beginnt, an der Richtigkeit seiner Überzeugungen zu zweifeln. Eine wichtige Rolle spielt dabei das verschollene Manuskript „La bola negra“ („Die schwarze Kugel“) des schwulen Poeten Federico García Lorca.
Die Regisseure Javier Calvo und Javier Ambrossi („Los Javis“) haben sich bereits mit aufsehenerregenden TV-Produktionen („La Mesías“) einen Namen gemacht. Das gay power couple gilt als legitimer Nachfolger von Regie-Ikone Pedro Almodóvar – dieser hat LA BOLA NEGRA koproduziert. Bei ihrer Rückkehr auf die große Leinwand haben die Javis ordentlich geklotzt: Für die Hauptrolle des Sebastián gewannen sie den gefeierten Singer/Songwriter Guitarricadelafuente; in Gastauftritten sind die Weltstars Penélope Cruz und Glenn Close zu bewundern.
Spanien/Frankreich 2026 · R & Db: Javier Calvo, Javier Ambrossi · K: Gris Jordana · Musik: Raül Refree • Mit: Guitarricadelafuente, Miguel Bernardeau, Carlos González, Milo Quifes, Lola Dueñas, Penélope Cruz, Glenn Close u.a. · span.OmU · 155‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
Black Burns Fast
Fr 6. November 2026 · 22:30 Uhr
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Die Südafrikanerin Luthando, 17 Jahre alt und die einzige Stipendiatin an einem renommierten und sehr konservativen Eliteinternat, lernt diszipliniert, um gute Noten zu erreichen. Nicht nur das repressive College hat hohe Erwartungen an sie, auch ihre alleinerziehende Mutter kontrolliert ihre Leistungen streng.
Als die neue, toughe Schülerin Aynada in das Internat einzieht, ist es um Luthando geschehen. Sie verliebt sich, und die beiden beginnen eine Beziehung, die an einem Ort, der keine Abweichungen duldet, verheimlicht werden muss. Die Nachwirkungen der Apartheid sind im Internat immer noch spürbar, und so beginnt für Luthando eine Zerreißprobe, in der sie zwischen ihrem Leistungswillen, einem neuen Freiheitsgefühl und ihrer Liebe ihren eigenen Weg finden muss.
Diese von der Regisseurin Sandulela Asanda bewusst positiv inszenierte Coming-of-Age-Komödie ermutigt dazu, zu sich selbst zu stehen, und findet ein durchaus hoffnungsvolles Ende: »Ich möchte verändern, wie die Mainstream-Medien queere Frauen und queere Schwarze Menschen darstellen«, so Asanda im Interview mit „Purple Hour“.
Südafrika 2025 · R & Db: Sandulela Asanda · K: Pierre de Villiers · Musik: Sne Dlada, Ngasii • Mit: Esihle Ndleleni, Muadi Ilung, Mila Smith, Khensani Khoza u.a. · ab 16 J. · engl./xhosa.OmU · 96‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Beiprogramm
Generationenfrühstück
Sa 7. November 2026 · ab 10:00 Uhr
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Ihr seid alleine unterwegs, sucht neue Kontakte, möchtet Menschen eines anderen Lebensalters oder einer anderen Generation kennenlernen? Dann seid Ihr hier genau richtig.
Auch in diesem Jahr wollen wir beim Queerstreifen-Festival wieder für einen Ort sorgen, an dem sich verschiedene Generationen entspannt begegnen können.
Am Samstag ab 10 Uhr laden wir Euch herzlich ins neben*an ein. Hier gibt es ein kleines Frühstücksangebot, das praktischerweise direkt vor Ort bezahlt werden kann. Mit Kaffee oder Tee, Müsli, Croissants und Brezeln könnt Ihr in aller Ruhe in den (Kino-)Tag starten. Auch Menschen, die nicht frühstücken möchten, sind natürlich ebenso willkommen.
Wer weiß, vielleicht ist das ja auch eine gute Gelegenheit, sich zum gemeinsamen Filmschauen zu verabreden oder sich darüber auszutauschen, was Ihr schon gesehen habt oder noch anschauen möchtet? Ob 16 oder 86 – wir freuen uns auf Euch!
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
Outliers and Outlaws
Sa 7. November 2026 · 14:00 Uhr
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Die Doku berichtet von den Frauen, die von den 1960er- bis in die 1990er-Jahre nach Eugene in Oregon zogen und dort eine große und lebendige lesbische Community gründeten. In diesem Film erzählen sie ihre persönlichen Geschichten, die so unterschiedlich sind wie die Frauen selbst, die aus allen Teilen des Landes nach Eugene kamen. Sie haben den Aufbruch gewagt und sich gemeinsam eine neue Welt aufgebaut. Dabei ließen sie Normen und Erwartungen der Hetero-Welt hinter sich. Viele ergriffen dort auch neue Berufe, die sie sich selbst beibrachten. Oft waren es solche, die traditionell als „nichts für Frauen“ galten. Und auch harte Zeiten meisterten sie mit Mut und Humor.
Dabei behielten sie das Streben nach sozialem Wandel stets im Blick. Die beeindruckenden Wege und Errungenschaften dieser Frauen, von denen die Doku erzählt, vermitteln viel Empowerment. Eigentlich war es ein Aufbruch ins Ungewisse, denn nur in einem Punkt waren sich alle Frauen einig: Alles würde anders sein. Der Film ist ein sehenswertes und spannendes Zeitdokument lesbischer Geschichte.
USA 2024 · R & K: Courtney Herrmann • Mit: Janet Anderson, Susie Grimes, Evelyn Anderton, Janice Baker u.a. · engl.OmU · 66‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
Iván & Hadoum
Sa 7. November 2026 · 15:50 Uhr
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Sommer in Südspanien. Iván arbeitet in einer großen Gewächshausanlage und steht kurz vor der lang ersehnten Beförderung zum Manager, die ihm und seiner Familie ein besseres Leben ermöglichen soll. Doch dann verliebt er sich in die schöne Hadoum, die sich wegen ihrer marokkanischen Herkunft schon immer gegen Vorurteile behaupten musste. Sie setzt sich auch engagiert für die Arbeitsrechte im Betrieb ein. Während sie für bessere Arbeitsbedingungen kämpft, gerät Iván in einen Konflikt zwischen seinen persönlichen Aufstiegschancen und der Solidarität mit den anderen Beschäftigten. Er muss sich entscheiden, auf wessen Seite er steht und was für ein Mensch er sein will.
»Eine bewegende, provokante und unvergessliche Geschichte«, lobte auf der Berlinale die Jury des queeren Filmpreises Teddy Award – und zeichnete IVÁN & HADOUM als besten Spielfilm aus.
»Für mich ist Liebe ein revolutionärer Akt«, so Regisseur Ian de la Rosa, der als erster trans* Filmemacher in Spanien den Gaudí-Preis erhielt. »Iván ist trans*, aber das ist kein Problem für ihn oder irgendwen sonst.« In diesem Film ginge es nicht um seine Identität, sondern um bessere Arbeitsbedingungen und die Frage, was Solidarität bedeute.
Spanien/Deutschland/Belgien 2026 · R & Db: Ian de la Rosa · K: Beatriz Sastre • Mit: Silver Chicón, Herminia Loh u.a. · span./arab.OmU · 100‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere – präsentiert von androGym
We‘ll Find Happiness
Sa 7. November 2026 · 18:10 Uhr
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Saad, ein junger marokkanischer Migrant, fährt Taxi in Quebec. Trotz unsicherem Bleibestatus ist er fest entschlossen, seinen Lover Reza vor der Abschiebung in den Iran zu bewahren, wo diesem der sichere Tod droht. Deshalb macht Saad einem einflussreichen Mitarbeiter des Einwanderungsministeriums, Laurent, deutliche Avancen. Allerdings: Was aus purer Berechnung beginnt, zieht bald schon echte Gefühle nach sich …
Léa Pool, die lesbische Regie-Legende aus der Schweiz („Anne Trister“), ermöglicht in ihrem vielschichtigen Drama berührende Einblicke in das moralische Dilemma ihrer Helden – und das mit durchgängiger emotionaler Wucht.
Kanada/Luxemburg 2025 · R: Léa Pool · Db: Michel Marc Bouchard · K: Yves Bélanger · Musik: Kyan Bayani • Mit: Mehdi Meskar, Aron Archer, Alexandre Landry, Paul Ahmarani, Céline Bonnier u.a. · ab 16 J. · engl./franz./farsi OmU · 101‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
Jone, Sometimes
Sa 7. November 2026 · 20:30 Uhr
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Die 20-jährige Jone lebt mit ihrem Vater und der viel jüngeren Schwester Marta in Bilbao. Ihre Mutter ist schon vor längerer Zeit gestorben. Jetzt musste ihr Vater seine Arbeit aufgeben, da seine Parkinson-Erkrankung schlimmer wird. Jone fühlt sich verantwortlich, sich um ihn zu kümmern, während er seine Selbstständigkeit bewahren will und es für wichtig hält, dass sie ihr eigenes Leben lebt. Während der Semana Grande, der Fiesta in Bilbao, trifft sich Jone mit ihren Freundinnen, feiert und lernt Olga kennen. Die beiden verlieben sich ineinander. Gleichzeitig ist sie zu Hause durch die gesundheitlichen Probleme ihres Vaters und die Bedürfnisse von Marta gefordert, für die sie große Schwester und Mutterersatz ist.
In diesem August erlebt sie zwischen der berauschenden Freiheit mit Olga und der Sorge um ihren Vater den Übergang von der Adoleszenz ins Erwachsenenalter.
Sara Fantova erzählt in ihrem Langfilmdebüt eine beeindruckende lesbische Coming-of-Age-Geschichte zwischen Freude und Leichtigkeit auf der einen und Verantwortung und Angst vor Verlust auf der anderen Seite.
Spanien 2025 · R: Sara Fantova · Db: Nuria Dunjó, Sara Fantova, Nuria Martín Esteban · K: Andreu Ortoll • Mit: Olaia Aguayo, Josean Bengoetxea, Ainhoa Artetxe u.a. · bask./span.OmU · 80‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere
On the Road – En El Camino
Sa 7. November 2026 · 22:30 Uhr
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Veneno, ein Sexworker und Dealer, hält sich an Raststätten auf, um Fernfahrer zu verführen und auszunehmen. Hier trifft er auf den schweigsamen Muñeco, einen älteren, zurückhaltenden Lastwagenfahrer, der Veneno mit auf seine Tour durch Nordmexiko nimmt. Auf den weiten Straßen entwickelt sich aus erster Vertrautheit zwischen den Männern eine zärtliche Nähe. Doch die Gewalt, die das Leben beider bestimmt, begleitet ihre Reise auf jeder Meile.
Basierend auf Erfahrungsberichten mexikanischer Fernfahrer führt Regisseur David Pablos sein Publikum in eine abgründige Welt, in der die Menschen ohne Gnade um ihren Platz auf den Highways Nordmexikos kämpfen. Ein provokanter, mitreißend emotionaler Film, in dem Sinnlichkeit und Gefahr untrennbar mit-einander verbunden sind. Sehr sexy, sehr ehrlich – und bei aller Härte tief bewegend.
Mexiko 2025 · R & Db: David Pablos · K: Ximena Amann • Mit: Víctor Miguel Prieto, Osvaldo Sánchez u.a. · ab 16 J. · span.OmU · 93‘
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere – präsentiert von Fachstelle Sexualität und Gesundheit - Aidshilfe MS e.V.
The Man I Love
So 8. November 2026 · 10:45 Uhr
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Jimmy George (Rami Malek) wird von allen verehrt. Als Schauspieler ist er in der queeren Szene New Yorks der 80er-Jahre eine lokale Größe, privat gibt er sich unkonventionell und schillernd wie ein Star. Nach langem Krankheitsausfall aufgrund seiner HIV-Infektion will er noch einmal auf der Bühne stehen. Mit seiner experimentellen Theatergruppe arbeitet er an seinem Comeback und verausgabt sich bei den Proben mit beinahe manischem Eifer. Ebenso eifrig stürzt er sich allen Warnungen zum Trotz in eine Affäre mit seinem neuen Nachbarn Vincent, obwohl ihn sein Lebensgefährte Dennis aufopferungsvoll pflegt.
In den für ihn typischen langen, tiefgründigen Szenen fügt Ira Sachs nach und nach ein Gesamtbild seiner Hauptfigur zusammen. Liebe und Musik stellt er ins Zentrum dieses Dramas, das Momente der Freude und Leichtigkeit zelebriert. Diese Szenen hallen umso intensiver nach, weil das unvermeidliche Ende allgegenwärtig ist.
USA 2026 · R: Ira Sachs · Db: Ira Sachs, Mauricio Zacharias · K: Josée Deshaies • Mit: Rami Malek, Tom Sturridge, Luther Ford, Rebecca Hall, Ebon Moss-Bachrach u.a. · engl.OmU · 96'
Die Linse: 28. Queerstreifen | Münster-Premiere – präsentiert von Livas e.V.
Skiff
So 8. November 2026 · 13:00 Uhr
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Malou ist 15 Jahre alt und lebt mit der Mutter und zwei Brüdern in einer belgischen Kleinstadt. Im Ruderverein gehört Malou zu den Besten, wird dort aber von Teamkolleginnen gemobbt. Während die Mutter versucht, wieder ins Dating-Leben einzusteigen, ist der ältere Bruder Max Malous wichtigste Bezugsperson. Doch als Max seine neue Freundin Nouria mitbringt, gerät Malous Leben aus den Fugen. Malou verliebt sich in Nouria – und findet sich plötzlich in einem Loyalitätskonflikt wieder. Als die Gefühle erwidert werden, beginnt Malou, sich neu mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen. Zwischen der Loyalität zu Max und der wachsenden Nähe zu Nouria muss Malou herausfinden, welcher Weg der richtige ist. Dabei gerät auch die vertraute Beziehung zu Max zunehmend ins Wanken.
»SKIFF erzählt leise, aber intensiv von den lauten Momenten des Erwachsenwerdens, von Sehnsucht, Selbstfindung und der Komplexität erster Liebe. […] Ein sensibles Coming-of-Age über Intimität, Liebe, Identität und Gender.« Queertactics – Queer_Feministisches Filmfestival Wien
Belgien 2025 · R: Cecilia Verheyden · Db: Cecilia Verheyden, Vincent Vanneste · K: Jordan Vanschel • Mit: Femke Vanhove, Lina Miftah, Wout Vlengels, Natali Broods u.a. · niederl./franz.OmU · 106'
Die Linse: 28. Queerstreifen | Lesung
Lesung mit Angelina Maccarone: „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in“
So 8. November 2026 · 15:30 Uhr
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Regisseurin und Drehbuchautorin Angelina Maccarone liest aus ihrem Debütroman
Angelina Maccarone schrieb queere Filmgeschichte: 1995 entstand nach ihrer Idee „Kommt Mausi raus?!“, eine Komödie über das lesbische Coming-out einer jungen Frau in ihrem westfälischen Heimatdorf. Im vergangenen Jahr stellte sie bei den Queerstreifen ihren Film „Klandestin“ vor – nun kommt sie mit ihrem ersten Roman zu uns. Giuseppina Rigatoni ist Mitte fünfzig, unterrichtet Regie und hofft, endlich wieder einen Kinofilm drehen zu können. Doch dann stirbt plötzlich ihr Vater, einer der ersten sogenannten Gastarbeiter.
Giuseppina reist in sein süditalienisches Bergdorf und kämpft dort ohne Sprachkenntnisse mit Bürokratie, Trauer und familiären Verwicklungen. Gleichzeitig versucht sie, ihren Film auf die Beine zu stellen – und fragt sich, warum Anouk, die Liebe ihres Lebens, ständig diese Melanie trifft.
Das Romandebüt »liest sich mit großer Leichtigkeit, die bei allem Humor auch für die Trauer und den Schmerz des Lebens treffende, kluge Worte findet.« L.MAG
Angelina Maccarone ist Regisseurin und Drehbuchautorin zahlreicher Spiel- und Dokumentarfilme, darunter „Alles wird gut“, „Fremde Haut“, „Vivere“ und „The Look“. Von 2014 bis 2025 war sie Professorin für Regie an der Filmuniversität Babelsberg.
Nach der Lesung steht Angelina Maccarone für Fragen und ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung.
Die Linse: 28. Queerstreifen | Kurzfilme
Best of URSULA 2026
So 8. November 2026 · 17:40 Uhr
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Jedes Jahr präsentieren die Queerstreifen eine farbenfrohe Auswahl der besten Kurzfilme des
Hamburg International Queer Film Festival. Im Zentrum steht dabei die URSULA, der traditionsreiche Hamburger Kurzfilmpreis. Ursprünglich stand der Name für „Unser reizvollster schwuler und lesbischer Amateurfilm“ – heute ist die URSULA ein fester Begriff für kreative, überraschende und queere Kurzfilme. Gezeigt wird eine Auswahl, kuratiert von Katja Briesemeister.
NEWBIES
In diesem lyrischen Kurzfilm sinnieren zwei Teenager über ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte, während sie durch das nächtliche New York City streifen.
USA 2025 · R: Kimiko Matsuda-Lawrence, Megan Trufant Tillman · engl.OmU · 17’
Zur Regie: Kimiko Matsuda-Lawrence und Megan Trufant Tillman arbeiten als Filmduo FLYPAPER zusammen. Sie kommen aus Musik und Theater und konzentrieren sich in ihren Filmen auf intime Geschichten von Menschen, die im Kino oft wenig sichtbar sind. NEWBIES ist ihr gemeinsames Regiedebüt und wurde beim SXSW Film Festival ausgezeichnet.
CHAO SOMNOP CHET / GRANDMA NAI WHO PLAYED FAVORITES
Oma Nai ist eigentlich schon im Jenseits, stattet ihrer Familie aber noch einen Besuch ab, als sie erfährt, dass ihr queerer Enkel kurz davorsteht, sich mit einer Frau zu verloben.
Kambodscha/Frankreich/USA 2025 · R: Chheangkea · Khmer OmU · 19’
Zur Regie: Chheangkea ist ein kambodschanisch-amerikanischer Filmemacher und Kameramann, dessen Arbeiten sich häufig mit queeren Themen und der kambodschanischen Gesellschaft beschäftigen. Zu GRANDMA NAI inspirierte ihn seine eigene Großmutter, deren erklärter Lieblingsenkel er war. Der Film gewann beim Sundance Film Festival 2025 den Jury Award for International Fiction.
3:00 (3 MINUTEN)
Eine nichtbinäre Person erzählt vom Heilungsprozess nach einer Mastektomie. Erinnerungsstücke und Geschenke von Freund*innen spiegeln dabei persönliche Erlebnisse und Beziehungen wider.
Deutschland 2026 · R: Joey Arand · dt.OmeU · 3’
Zur Regie: Joey Arand arbeitet als Künstler*in und Filmemacher*in und übernimmt bei den eigenen Filmen häufig mehrere Aufgaben – von Drehbuch und Regie über Produktion bis zum Schnitt. Viele Arbeiten haben einen autobiografischen Ausgangspunkt und beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Tabus, Identität und feministischen Themen. Arand verbindet dabei intensive Recherche mit einer persönlichen visuellen Umsetzung.
HOW TO KILL YOUR FAMILY
Während Monika an Weihnachten den Tisch für die Familie deckt, malt sie sich aus, wie diese wohl auf ihr Coming-out reagieren wird.
Deutschland 2025 · R: Dominic Wittrin · dt.OmeU · 7’
Zur Regie: Dominic Wittrin führte nicht nur Regie, sondern schrieb gemeinsam mit Hauptdarstellerin Lea Gerstenkorn auch das Drehbuch und verantwortete den Schnitt. HOW TO KILL YOUR FAMILY wurde beim Filmfestival Münster als bester Kurzfilm ausgezeichnet.
LOST TOUCH
Amelia ist die einzige Überlebende auf einem beschädigten Raumschiff. Noch mit ihrer Trauer kämpfend, steht sie vor einer schwierigen Entscheidung.
Schweiz 2025 · R: Justine Klaiber · ohne Dialog · 13’
Zur Regie: Justine Klaiber, geboren 1989 in St. Gallen, studierte Animation an der Hochschule Luzern und ist dort heute selbst Dozentin. Die Regisseurin, Drehbuchautorin und Animatorin ist Mitbegründerin des Zürcher Team Tumult Creative Collective. Bei LOST TOUCH verantwortete sie neben Regie und Drehbuch auch Schnitt und Animation.
MORFEU E CARONTE / MORPHEUS AND CHARON
Morpheus und Charon sind die beiden Liebhaber von Zito. Die drei wollen bis ins hohe Alter ein unbeschwertes und sexy Leben miteinander verbringen – doch als Zito an Demenz erkrankt, beginnen Traum, Erinnerung und Wirklichkeit ineinanderzufließen.
Brasilien 2026 · R: Luiz Ulian, Jocimar Dias Jr. · portug./engl.OmeU · 14’
Zur Regie: Luiz Ulian und Jocimar Dias Jr. verbindet eine besondere Leidenschaft für das Musical und dessen queere Möglichkeiten. Dias Jr. ist Filmemacher, Filmwissenschaftler und Dozent; zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Körper, Performance, Gender und Sexualität sowie queere Ästhetiken. MORFEU E CARONTE entwickelten und schrieben beide gemeinsam.
D 2026 · Kuratorin: Katja Briesemeister · gesamt 73'
Die Linse: 28. Queerstreifen | Abschlussfilm
Jimpa
So 8. November 2026 · 19:45 Uhr
Hier Karten kaufen (cineplex.de)
Filmemacherin Hannah (Olivia Colman) reist mit ihrem Teenager Frances nach Amsterdam, um ihren Vater Jim (John Lithgow) zu besuchen. Der nennt sich lieber „Jimpa“ als Grandpa und hat vor Jahrzehnten seine Familie verlassen, um als schwuler Mann ein freies Leben zu führen. Als Frances verkündet, ein Jahr bei Jimpa bleiben zu wollen, gerät Hannahs Blick auf ihren Vater ebenso ins Wanken wie ihre Vorstellung davon, eine progressive Mutter zu sein.
Zwischen Amsterdamer Grachten, queerer Community und alten Familiengeschichten treffen drei Generationen aufeinander, die sich eigentlich in vielem nahestehen – und doch ganz unterschiedlich darüber denken, was Selbstbestimmung und ein queeres Leben bedeuten. Jimpa hat für seine Freiheit kämpfen müssen, Frances wächst mit anderen Selbstverständlichkeiten auf, und Hannah findet sich plötzlich zwischen beiden wieder.
Regisseurin Sophie Hyde („Good Luck to You“, „Leo Grande“) erzählt diese Familiengeschichte mit viel Wärme, Humor und Lust an ihren widersprüchlichen Figuren. Inspiriert wurde sie dabei von ihrer eigenen Familie: von ihrem schwulen Vater und ihrem nicht-binären Kind Aud Mason-Hyde, das im Film Frances spielt.
Australien/Niederlande/Finnland 2025 · R: Sophie Hyde · Db: Sophie Hyde, Matthew Cormack · K: Matthew Chuang • Mit: Olivia Colman, John Lithgow, Aud Mason-Hyde u.a. · engl.OmU · 113‘







































