Die Linse: Drehbuch Geschichte 2026: Die vierte Gewalt (2)
Nasser Asphalt
Di 24. März 2026 • 18:00 Uhr
Einführung von Prof. Dr. Stefan Höppner
Berlin, 1950: Gregor (Greg) Bachmann (Horst Buchholz) ist ein junger, eifriger Reporter, der überglücklich ist, für den berühmten Pressezaren Cesar Boyd (Martin Held) arbeiten zu dürfen. Greg Bachmann hatte sich für eine Sensationsberichterstattung als französischer Soldat verkleidet in das Spandauer Kriegsverbrechergefängnis eingeschlichen und dort mit Rudolf Hess, Baldur von Schirach und Albert Speer sprechen können.
Nachdem er erwischt worden war, distanzierten sich Bachmanns Chefredakteur und die Kolleg*innen von ihm. Boyd hingegen bietet dem Haftentlassenen einen interessanten Job an, den Bachmann dankend annimmt. Nur ganz langsam gelingt es Bachmann, hinter die Fassade des Nachrichtenkönigs zu blicken und zu erkennen, dass Boyd seine Macht auf ein riesiges Lügengebilde gegründet hat. Eines Tages soll Bachmann aus einer von Boyd erfundenen Geschichte eine reißerische Titelstory machen: Angeblich haben fünf deutsche Soldaten sechs Jahre lang in einem russischen Bunker überlebt. Als Boyd sich für diese Art von Sensationsjournalismus zu rechtfertigen sucht, erkennt Bachmann, dass er sich zwischen einer Karriere als Reporter und dem eigenen moralischen Anspruch entscheiden muss.
Deutschland 1958 · R: Frank Wysbar · Db: Will Tremper · K: Helmuth Ashley • Mit Horst Buchholz, Martin Held, Maria Perschy, Gert Fröbe, Inge Meysel, Heinz Reincke · ab 12 J. · 89'
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Drehbuch Geschichte: Die vierte Gewalt – Journalismus im Film

Sieben Filmforen vom 17.3. bis 12.5.2026
Ob als Kontrollinstanz politischer Macht, Dokumentation von Krisen und Kriegen oder als Motor von Skandalisierung – Journalismus prägt unser Bild von der Welt. Die diesjährige Filmreihe „Drehbuch Geschichte“ beleuchtet, wie unterschiedlich diese Rollen im Kino dargestellt werden und wie sie sich in den letzten Jahrzehnten verändert haben: zwischen investigativer Aufklärung, politischem Druck, moralischen Dilemmata und der Versuchung der Sensation, wenn Nachrichten zur Ware werden.
Die ausgewählten Filme spannen einen Bogen von klassischen Werken über politische Drama- und Dokumentarformate bis zu aktuellen Produktionen. Gemeinsam zeigen sie, wie Journalismus in Extremsituationen funktioniert – und manchmal versagt. Ein Panorama journalistischer Rollenbilder und Herausforderungen.
Alle Filme werden durch Fachleute eingeführt. Im Anschluss an die Vorführungen besteht Gelegenheit zu Gesprächen und Diskussionen.
Herzlich laden wir Sie dazu ein, mit uns den Einfluss von Medien auf Politik, Öffentlichkeit und persönliche Lebenswege kritisch zu hinterfragen – und sich bewusst zu machen, wie sehr unsere Wahrnehmung von Ereignissen von denjenigen geprägt wird, die darüber berichten.
LWL-Medienzentrum für Westfalen Volksbund
Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. – Bezirksverband Westfalen
Geschichtsort Villa ten Hompel
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
LWL-Literaturkommission für westfalen
Die Linse e.V.







